Bericht von der Gemeinderatssitzung
(Blättle 28.1.99)

Aus dem Gemeinderat

Bauanträge Auch Eigenbetriebe beschlossen Neue Stühle für Musikverein
Ortsmittesanierung wird konkret Zeller Straße wird komplett saniert Fahrzeugbestand in Hattenhofen
Behörden für Verengung. Zeller Straße: Wasser im Butzbach ist gut
Gemeinderat zufrieden Feuerwehrkommandant bestätigt Nochmal: „Kreisverkehr" Uhlandstraße
Haushaltsplan verabschiedet. Hattenhofen beginnt mit Lokaler Agenda 21 Firma Plattenhardt verkauft

Bauanträge
Das gemeindliche Einvernehmen erhielten der Bau eines Wohnhauses mit Garage, Ledergasse 18 sowie der Neubau eines Maschinen- und Geräteschuppens, Schützenstraße 48. Der Maschinenschuppen ist standortgerecht einzugrünen. Zur Festlegung der zulässigen Lärmemissionen wird das Gewerbeaufsichtsamt beteiligt.

Zum Seitenanfang

Ortsmittesanierung wird konkret
- Beteiligung der Anlieger überwiegend positiv -
Bei der Planung für die Neugestaltung der Ortsmitte ist man wieder einen Schritt weitergekommen. Die detaillierte Entwurfsplanung für den Bereich ev. Kirche bis Sillerhalle wurde mit den Anliegern und den Behörden besprochen. Architekt Jochen Kober und Bürgermeister Jochen Reutter informierten den Gemeinderat über die Gesprächsergebnisse. Ein zentrales Thema für die Anlieger waren der neue Gehwegbelag sowie die Parkplatzsituation. Architekt Köber will das Natursteinpflaster, das unterhalb der Kirche schon vorhanden ist, im Gehwegbereich fortsetzen bis zur Sillerhalle, wobei der relativ neue Tegulabelag zwischen Blumenladen und Kreissparkasse mittelfristig erhalten bleibt. Mehrere Anwohner sahen beim Pflasterbelag Probleme im Winter (Glätte, Winterdienst). Bei Abwägung aller Vor- und Nachteile wollen Architekt und Gemeinde jedoch am Pflasterbelag festhalten. Dieser ist ökologisch und es besteht nicht die Gefahr, daß man s ich innerhalb ein paar Jahren daran sattsieht. Eine kontroverse Diskussion unter den Anliegern brachte das Thema „Parkplätze". Ein Vorschlag lautete, um den Platzcharakter zu verbessern, sämtliche Längsparkplätze entlang der Hauptstraße zu schließen und damit den ruhenden Verkehr aus diesem Bereich der Ortsmitte zu verbannen. Lediglich für Behinderte sollten dann einige Parkplätze angelegt werden. Da in der Schulgasse vierundzwanzig neue Parklätze angelegt werden sollen, sei dies ausreichend und die Meinung mehrerer Anlieger. Andere wiederum hätten gern noch mehr Parkplätze in der Hauptraße und plädieren dafür, zumindest die vorhandenen Längsparklätze vor den Geschäften zu erhalten. Diese Meinung vertitt auch der Gemeinderat, da die Geschäfte an der Hauptstraße dem Durchgangsverkehr Parkplätze anbieten müssen. Man erweise sich einen Bärendienst, so ein Gemeinderat, wenn Kunden mangels Parkplätzen vor den Geschäften dann nur noch auswärts einkauften. Strittig war unter den Anliegern zunächst die Frage, ob die Behelfsparkplätze unterhalb des Rathauses erhalten werden sollen. Sofern ein ausreichender Hinweis auf die Parkplätze in der Schulgasse aufgestellt wird, wollen die Anlieger tendenziell auf parkende Autos am künftigen Brunnenplatz verzichten. Dies entspricht auch den P lanungen der Verwaltung. Berücksichtigt wird die Anregung eines Bürgers, nur in der Einfahrt zum Höfle, jedoch nicht in der Ledergasse die Einmündung zu pflastern. In der Ledergasse bleibt es bei Asphalt, um optisch die Zufahrt zu den dahintergelegenen Parkpätzen nicht abzutrennen. Trotz manchmal unterschiedlicher Auffassungen in Detailfragen, so das Resümee von Bürgermeister Jochen Reutter, ist die Bewertung der Entwurfsplanung durch die Anlieger durchaus in der Summe positiv.

Zum Seitenanfang

Behörden für Verengung.
Erfreulich verlief auch das Gespräch mit Landratsamt und Straßenbauamt. Zwar wurde die Verengung der Hauptstraße derzeit 7,50 m auf 5,50 m Breite von den Fachbehörden abgelehnt, vorstellbar aber ist eine Straßenbreite von 6 m und eine eventuelle Einengung im Bereich des Rathausplatzes für einen neu zu schaffenden Fußgängerüberweg, dies wurde vom Straßenbauamt selbst vorgeschlagen. Vom Rathaus bis zur Keramikwerkstatt: „Zum Ofen" wird der neue Brunnenplatz mit Tiefborden ausgelegt, die restliche Hauptstraße bis zur Sternkreuzung wird nach wie vor als Hochbord ausgeführt. Dabei wird der vorhandene Gehweg von 1,50 m Breite nicht verändert. Der Hochbord dient vor allem dem Schutz der Fußgänger, da Niederbordsteine von LKWs gerne überfahren werden. Im Rahmen der diesem Tagesordungspunkt vorangehenden Bürgerfragestunde hatte eine Anliegerin vorgeschlagen, die Bushaltestelle unterhalb de s Rathauses zu verlegen. Mittags steigen dort die Schüler nach Zell ein und sorgen nicht nur für reichlich Abfall, sondern lassen sich auch auf gefährliche Mutproben auf der Straße ein. Die Gemeinde will die Bushaltestelle verlegen, bestätigte Bürgermeister Reutter, wobei der genaue Standort im Rahmen einer Verkehrsschau im Februar festgelegt werden muß. Auch der Fußgängerüberweg beim Rathaus soll verlegt werden, vorgesehen ist er bislang auf Höhe Apotheke.

Zum Seitenanfang

Gemeinderat zufrieden
Ein positives Echo fanden die Entwurfsplanung und das Ergebnis der Besprechungen mit Anliegern und Behörden im Gemeinderat. Ein Sprecher schlug vor, den Bereich Ringstraße bis Sillerhalle als Tempo-30-Zone auszuweisen, ähnlich wie die Landesstraße in Reichenbach im Täle, um den durchfahrenden Verkehrsteilnehmern zu signalisieren, daß sie sich in der Ortsmitte befinden. Daß trotz der vorgesehenen Verengung der Verkehr nach wie vor flüssig durchlaufen muß, bleibt eine Vorgabe der Gemeinde. Ein Gemeinderat wandte sich dagegen, im Bereich der Schule 24 neue Stellplätze anzulegen. Man mache damit das Autofahren noch attraktiver in einem Bereich, in dem sich Kinder und Jugendliche aufhalten. Die 24 neuen Parkpätze werden als Grünfläche mit Rasengittersteinen angelegt, erläuterte Architekt Köber. Sie sind multifunktional nutzbar, z. B. auch für Feste. Über diesen Punkt will der Gemeinderat nochmals diskutieren, wenn die neue Planung vorliegt. In der nächsten Gemeinderatssitzung am 10. Februar will Bürgermeister Reutter die geänderte Verkehrsplanung im Bereich des Rathausplatzes vorstellen (Verengung, Fußgängerüberweg, Bushaltestelle). Ende Februar ist die Verkehrsschau, so daß in der Sitzung am 3. März voraussichtlich definitiv entschieden werden kann.

Zum Seitenanfang

Haushaltsplan verabschiedet.
Der Etat für 1999 ist unter Dach und Fach. Einstimmig beschloß der Gemeinderat die Haushaltssatzung, nachdem der Entwurf nur geringfügig geändert werden mußte. Da der größte Gewerbesteuerzahler im Ort, die Firma Plattenhardt, verkauft wurde (siehe untenstehenden Artikel), war im Gremium bange Erwartung, ob die Steuerzahlungen zurückgehen könnten. Bislang, so Bürgermeister Reutter, könne man dazu keine Prognose abgeben.

Zum Seitenanfang

Auch Eigenbetriebe beschlossen
Ebenfalls verabschiedet wurden die Wirtschaftspläne für die Eigenbetriebe Abwasserbeseitigung und Wasserversorgung. Im Bereich der Abwasserversorgung, einer Pflichtaufgabe der Gemeinde, fallen dieses Jahr große Investitionen an (wir berichteten). Der Kanal in der Zeller Straße muß saniert werden und die Klärteiche sind zu erweitern. Dadurch wird das Abwasser um etwa 1,- DM pro Kubikmeter teurer. Auch die sechsundneunzig Jahre alte Wasserleitung in der Zeller Straße ist zu sanieren. Dies bedeutet eine Gebührenerhöhung von etwa 0,30 DM je tausend Liter Wasser.

Zum Seitenanfang

Zeller Straße wird komplett saniert
Zusammen mit dem Landkreis wird die Gemeinde die Zeller Straße sanieren. Der Landkreis will einen neuen Belag aufbringen. Vorher muß die Gemeinde, auch nach den Vorgaben der sogenannten Eigenkontrollverordnung im Abwasserbereich ihre Sanierungen im Tiefbau abgeschlossen haben. Deswegen werden der Kanal und die Wasserleitung, die beide völlig marode sind, komplett saniert. Anschließend wird ein Teilstück des neuen Gehwegs angelegt. Unter Umständen nutzen auch die Versorgungsträger (Telekom, Neckarwerke, Gasversorgung) die Aufgrabung, um neue Leitungen zu legen. Baubeginn ist im Laufe des Mai. Bis Ende November soll die Zeller Straße wieder befahrbar sein. Da die Straßenbauarbeiten eine Vollsperrung der Zeller Straße erforderlich machen, muß die Umleitung voraussichtlich über das Wohngebiet Bruckwiesen erfolgen. Per Video zeigte Verbandsbaumeister Rudolf Thaler Gemeinderat und Besuchern die Aufnahmen der Kan albefahrung. Auf einer Strecke von 488 m (Bäcker Müller bis Ortsausfahrt) wurden insgesamt 113 Einzelschäden festgestellt. 26 Schäden fallen in die Kategorie „umgehend bis kurzfristig" zu beheben. 54 Schadstellen sind mittelfristig zu beheben. Im Schnitt, so Herr Thaler, ist der Kanal alle 4,30 m beschädigt. Er hätte schon 1955 saniert werden sollen. Bei der Wasserleitung von 1906 brechen die Schachtbauwerke zusammen, der Sanierungsbedarf steht außer Frage.

Zum Seitenanfang

Zeller Straße:
Schließung von Baulücken und neuer Fußweg Bruckwiesen
Zur Erschließung des Flurstücks 21/3 (Zeller Straße 13) schließt die Gemeinde einen städtebaulichen Vertrag mit den Grundstückseigentümern. Dies hat der Gemeinderat einstimmig beschlossen. Die Grünfläche entlang des bisherigen Fußweges zum Bruckwiesen wird in drei Bauplätze aufgeteilt. Im hinteren Bereich wird ein Einfamilienhaus erstellt, vorne an der Zeller Straße ist ein Doppelhaus geplant. Zwei Grundstücke wurden schon an Hattenhofener Bürger verkauft. Im Rahmen der Erschließungsarbeiten wird der bisher abknickende Fußweg verlegt, der vom Spielplatz Bruckwiesen kommende Weg wird direkt fortgesetzt zur Zeller Straße. Die Gemeinde hofft, zwischen diesem neuen Fußweg und dem noch zu bauenden gegenüberliegendes Gehweg mittelfristig einen Zebrastreifen anlegen zu können. Die Erschließung wird voll privat finanziert. Anschließend wird der neue Weg der Gemeinde kos tenlos übertragen, die dann die öffentliche Widmung sowie die Unterhaltslast übernimmt. Die Planung erfolgt in enger Abstimmung mit der Gemeinde. Bürgermeister Reutter wertete den Vertrag als sehr positiv. Zum einen werde eine Baulücke geschlossen und damit der Außenbereich geschont. Die geplante Bebauung sei zudem verträglich und dorftypisch, und mit der Begradigung des Wegs vom Bruckwiesen in die Ortsmitte erfülle man einen langjährigen Wunsch aus der Bevölkerung. Ein Angrenzer hatte der Gemeinde eine Alternativplanung vorgelegt, um den bestehenden Weg und die Hainbuchenhecke zu erhalten. In einer Abwägung der Vor- und Nachteile der beiden Entwürfe entschied sich die Gemeine jedoch für den städtebaulichen Vertrag und wurde darin einhellig vom Gemeinderat unterstützt. Ein anderer Angrenzer, der auf seinem Grundstück demnächst bauen will, schaltete sich in die Diskussion ein und wollte bestehende Absprachen in Sachen Erschließung nochmals ändern. Nachdem aber die Planung im Vorfeld einvernehmlich mit allen Beteiligten beschlossen wurde, ließ das Gremium keine Änderung mehr zu. Auch der Gemeinderat sieht in dem städtebaulichen Vertrag und der grundlegenden Planung überwiegend Vorteile. Allerdings, so die Forderung des Gremiums, soll sich die Verwaltung für den Erhalt der alten Bäume stark machen.

Zum Seitenanfang

Feuerwehrkommandant bestätigt
Steffen Berroth, der innerhalb der Feuerwehr neugewählte Kommandant, wurde vom Gemeinderat in seinem Amt bestätigt und von Bürgermeister Reutter formell zum neuen Feuerwehrkommandanten bestellt.

Zum Seitenanfang

Hattenhofen beginnt mit Lokaler Agenda 21
Die Gemeinde Hattenhofen beginnt mit dem Prozeß der Lokalen Agenda 21. Die Agenda 21 ist ein globales Handlungsprogramm für das 21. Jahrhundert und wurde 1992 auf der UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio beschlossen. Ziel ist eine globale Partnerschaft für eine nachhaltige Entwicklung auf unserem Planeten. Eine besondere Rolle schreibt die Agende weltweit den Kommunen zu. Diese sollen eine Lokale Agenda, ein örtliches Handlungsprogramm, im Konsens mit den Bürgern über alle Zukunftsmaßnahmen vor Ort aufstellen. Am Freitag, den 23. April ist die Auftaktveranstaltung in der Schulaula. Die Verwaltung wird bis dahin wöchentlich über dieses für viele abstrackte Thema informieren und versuchen, möglichst viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus allen gesellschaftlichen Gruppen zur Mitarbeit zu gewinnen. Die Lokale Agenda steht und fällt mit der Beteiligung der Bürger. Auch dem Gemeinderat ist es wichtig, da ß die noch zu bildenden Arbeitsgruppen nicht einseitig besetzt werden. Wir beginnen nächste Woche mit unserer Informationsreihe zur Lokalen Agenda 21.

Zum Seitenanfang

Neue Stühle für Musikverein
Der Musikverein erhält für seine Auftritte im Freien neue Stühle. Die Gemeinde übernimmt 50% der Kosten, etwa 2.000,- DM. Dies hat der Gemeinderat nichtöffentlich beschlossen.

Zum Seitenanfang

Fahrzeugbestand in Hattenhofen
In Hattenhofen gibt es derzeit 2412 Fahrzeuge, davon sind 191 stillgelegt. Wenn man Omnibusse, LKW, Zug- und Arbeitsmaschinen sowie Anhänger abzieht, bleiben 1922 PKW und Kräder übrig, dies sind ca. 0,63 Fahrzeuge je Einwohner.

Zum Seitenanfang

Wasser im Butzbach ist gut
Die Wasserqualität des Butzbaches zwischen Pliensbach und Uhingen ist gut, dies zeigt die neue Gewässergütekarte des Landes Baden-Württemberg. Im Bereich Uhingen hat sich die Gewässergüte von der schlechtesten Klasse 8 im Jahr 1991 ebenfalls auf die Güteklasse 2 verbessert.

Zum Seitenanfang

Nochmal: „Kreisverkehr" Uhlandstraße
Bis auf weiteres wird an der Kreuzung Hauffstraße/Uhlandstraße nichts unternommen, bestätigte Bürgermeister Reutter auf Anfrage aus dem Gemeinderat. Im Frühjahr soll in einem gemeinsamen Ortstermin von Gemeinderat und Anliegern geklärt werden, ob dort eine Verkehrsberuhigung angelegt wird.

Zum Seitenanfang

Firma Plattenhardt verkauft
Unternehmer Ulrich Plattenhardt hat seine Firma an die Firmengruppe Schweizer in Murrhardt verkauft. Durch die Kooperation mit dem dortigen Druckgußwerk kann an zwei Standorten ein breiteres Spektrum von der Entwicklung bis zur Serienreife angeboten werden. Dies teilt Plattenhardt in einem Rundschreiben mit. Er selbst wird für die nächsten zwei Jahre beiden Firmen beratend zur Seite stehen.

Zum Seitenanfang