Bericht von der Gemeinderatssitzung
(Blättle 11.3.99)

Planung für Ortsmitte steht Bebauungsplan "Gockelreute" verabschiedet
Energieverbrauch: Tendenz sinkend Hattenhofen im Netz
Weiteres Naturdenkmal geplant  

Planung für Ortsmitte steht
- Sanierung von Mai bis November -
Die Entwurfsplanung für die Neugestaltung der Ortsmitte im Bereich Evangelische Kirche bis Sillerhalle wird festgestellt. Die Verwaltung wird beauftragt, die Arbeiten auszuschreiben. Dies hat der Gemeinderat bei zwei Gegenstimmen und einer Enthaltung beschlossen. Zuvor hatte das Gremium bei drei Gegenstimmen beschlossen, den überbeiteten Entwurf von Architekt Jochen Köber zu genehmigen. Dabei bezogen sich die drei Gegenstimmen nicht auf das Gesamtpaket der Planung, sondem auf einzelne Punkte, mit denen die Minderheit im Gremium nicht einverstanden war.
Nachdem die Planung aufgrund vieler Gespräche mit den Anliegern und Beratungen im Gemeinderat im wesentlichen klar war, mußte noch die verkehrsrechtliche Seite geprüft werden. Über die Ergebnisse einer Verkehrsschau zwei Tage vor der Gemeinderatssitzung informierte Stellvertretender Bürgermeister Wolfgang Liebrich, der die Sitzung Ieitete. Auf Empfehlung und Beschluß der Verkehrskommission (Landratsamt, Straßenbauamt und Polizei) wird der bestehende Fußgängerüberweg weiter unten angelegt, in der Mitte des Platzes zwischen den den Einfahrten Höfle und Ledergasse. Mehrere Anlieger hatten vorgeschlagen, den Zebrastreifen noch weiter unten, auf Höhe Apotheke, anzulegen, damit Schulkinder nicht noch die Ledergasse extra queren müssen. Die Expertenkommission war jedoch der Meinung, daß dann der Fußgängerüberweg zu weit weg ist von den Bushaltestellen, der Sichtwinkel dort nicht ausreicht und zudem das Queren der Ledergasse keine so große Gefährdung darstellt. Im Einmündungsbereich der Ledergasse wird außerdem der Gehwegbereich vergrößert.
Planer und Verwaltung hatten vorgesehen, im Bereich des Zebrastreifens die bereits auf 6 m verengte Straße nochmal auf 5 m Breite zu verengen. Dann aber, machte Busunternehmer Manfred Frank deutlich, werde er mit seinen Buslinien das Oberdorf nicht mehr anfahren, da es für Busse zu eng werde. Auf diese zusätzliche Verengung am Fußgängerüberweg wird daher verzichtet, die Straße wird im Bereich Evangelische Kirche bis Sillerhalle durchgehend auf 6 m verengt. Davon sind 5 m asphaltiert, links und rechts der Fahrbahnfläche sind jeweils 50 cm gepflasterte Kandeln.

Sowohl der Bus Richtung Ortsmitte als auch der Bus Richtung Schlierbach werden künftig auf der Straße halten. Die vorhandene Busbucht vvird aufgehoben. Beide Busse halten künftig auf Höhe Rathaus. Die bis zu 18 m langen Busse brauchen eine gerade Kante zum Anhalten, die im Kurvenbereich auf Höhe Keramikwerkstatt "Ofen" (der bisherige Standort) nicht vorhanden ist.

Die von der Gemeinde beantragte Einrichtung einer Zone 30 zwischen Kirche und Sillerhalle ist rechtlich in Ortsdurchfahrten nicht zulässig. Lediglich der Bereich im Fußgängerüberweg kann als Gefahrenzone mit 30 Km/h-Schildern versehen werden. Sollten Messungen ergeben, daß die baulichen Veränderungen bereits eine deutliche Geschwindigkeitsreduzierung verursachen, möchte die Gemeinde auf das Aufstellen von Schildern in diesem Bereich verzichten.
Der Gemeinderat, der vor der Sitzung das gesamte Sanierungsgebiet zu Fuß erkundet und sich von Planer Köber über die Detailplanung hatte informieren lassen, war mit der vorliegenden Planung zufrieden. Drei Räte waren allerdings der Meinung, daß die Bushaltestelle auf Höhe Rathaus einen falschen Standort darstellt und mit dem neuen Zebrastreifen kombiniert werden sollte. Die Mehrheit im Gemeinderat schloß sich jedoch den Vorgaben der Verkehrskommission an und genehmigte die gesamte Planung sowie deren Ausschreibung.
Der Vorschlag eines Gemeinderates, die Einfahrt in die Ledergasse als Spielstraße auszuführen, hat praktisch und rechtlich keine Aussicht auf Erfolg, so die Verwaltung auf Anfrage.
Gemeinderat Liebrich informierte in dem Zusammenhang, daß der Landkreis zusammen mit den Gestaltungs- und Pflasterungsmaßnahmen der Gemeinde den kompletten Fahrbahnbelag in der Hauptstraße sanieren wird. Voraussetzung dafür ist, daß die Gemeinde in den nächsten Jahren keine Tiefbauarbeiten durchführen muß. Von Mai bis November wird es deswegen zwei Großbaustellen in der Gemeinde geben: Dies sind die Zeller Straße, die einen neuen Kanal, eine neue Wasserleitung und einen Belag mit zusätzlichem Gehweg erhält und der Bereich Hauptstraße zwischen Kirche und Sillerhalle.

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Energieverbrauch: Tendenz sinkend
Bis auf einen "Ausreißer" (das Rathaus) liegt der Strom- und Wärmeverbrauch für die öffentlichen Gebäude und für die Straßenbeleuchtung im normalen bis unteren Bereich. Dies zeigt der Energiebericht der Neckarwerke Stuttgart für das Jahr 1997, den deren Sprecher Thomas Wagner vor dem Gemeinderat vorstellte. Seit zwei Jahren messen und bewerten die Neckarwerke den Energieverbrauch der öffentlichen Einrichtungen in Hattenhofen. Im Vergleich zu 1996 gibt es unterm Strich in 1997 kaum Veränderungen, führte der Fachmann aus. Da in der Regel in anderen Gemeinden die Verbrauchswerte steigen, sei dies schon mal positiv. Aufgrund des erdgasbeheizten neuen Kindergartens hat sich unter den Energieträgern Licht-/Kraftstrom, Heizstrom und Erdgas der prozentuale Anteil des Erdgases erhöht. Im Farrenstall haben die Verbräuche etwas zugenommen, man liegt aber noch im normalen Bereich. Bei der Schule sind die Verbräuche etwas gesunken, insgesamt liegt man im unteren normalen Bereich. Die Sillerhalle weist ebenfalls niedrigere Werte gegenüber 1996 auf.

Einen sehr hohen Stromverbrauch hat das Rathaus. Dies liegt nicht nur an der Elektroheizung sowie an den zahlreichen elektrischen Anlagen (EDV-Anlage, Telefonanlage usw.). Aufgrund der miserablen Heizungsleistung der alten Nachtspeicheröfen wird teilweise mit Radiatioren nachgeheizt, was den Stromverbrauch erhöht. Die Neckarwerke haben der Gemeinde angeboten, die Heizanlage kostenlos zu überprüfen und wenn möglich nachzuregeln. Da der Anteil des Rathauses am gesamten Energieverbrauch allerdings nur bei 4% liegt, fällt dieser unerwünschte zusätzliche Stromverbrauch kaum ins Gewicht. Trotzdem ist die Stromheizung der Verwaltung ein Dorn im Auge. Bei einem Jahresverbrauch der öffentlichen Einrichtungen von 800 Megawattstunden und einer jährlichen Produktion von 150 Tonnen Kohlendioxid hat die Schule mit 27% den größten Anteil am Energieverbrauch. Es folgen die Sillerhalle mit 25% und die Straßenbeleuchtung mit 21%. Der Kindergarten liegt bei 14%, der Farrenstall bei 8% und das Rathaus wie gesagt bei 4%. Bei den Energiekosten sind die Straßenbeleuchtung und die Sillerhalle mit jeweils 29,3% die mit Abstand größten Brocken. Ganz im Sinne des Klimaschutzzieles der Gemeinde gehen sowohl Wärmeenergieverbrauch als auch Stromverbrauch nach unten, bestätigte Thomas Wagner. Die Teilumrüstung der Straßenbeleuchtung auf umweltfreundliche und stromsparende Natriumdampflampen wirkte sich 1997 allerdings noch nicht aus. Dafür werden die Verbräuche und Kosten bei der Straßenbeleuchtung im Jahr 1998 um knapp 8% sinken. Anfang dieses Jahres werden die restlichen beiden Drittel der Straßenbeleuchtung umgerüstet und somit für weitere Einsparungen gesorgt.

Beim Stromverbrauch hat die Gemeinde als Endabnehmer wenig Einfluß auf die Höhe der Kohlendioxid-Emissionen, machte der Vertreter der Neckarwerke auf Anfrage aus dem Gremium deutlich. Je nach Erzeugungsmix, ob also der Strom in einem Atomkraftwerk, in einem Braunkohlekraftwerk oder auf sonstige Art erzeugt wird, kann es bei der Produktion des Stroms im Hinblick auf die C02-Belastung Verschiebungen geben.

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Weiteres Naturdenkmal geplant
Die Gemeinde stimmt der Ausweisung eines weiteren Naturdenkmals zu. Bei den Pflegerichtlinien soll der örtliche Naturschutzbund eingebunden werden. Neben den zwei Naturdenkmalen auf Markung Hattenhofen ("Lindele" und Eiche in Reustadt) will das Landratsamt als flächenhaftes Naturdenkmal eine Feuchtweise im Gewann Pippendorf ausweisen. Auf der ca. 1 ha großen Fläche mit Weihern sollen Flora und Fauna sowie die dortige Artenvielfalt geschützt werden. Der Naturschutzbund begrüßt die Ausweisung der Feuchtwiesen als Naturdenkmal, erläuterte der Vorsitzende des örtlichen NABU, Kurt Weisemann, im Gemeinderat. Einigen müsse man sich allerdings, wie künftig die Flächen bewirtschaftet und gepflegt werden. Man könne diese nicht sich selbst überlassen. Aus ökologischen Grunden brauche man dort ein tundraartiges Gelände. Aus diesem Grund hatte der NABU auch eine Reihe von Erlen dort abgeholzt. Obwohl viele Pflanzen und Tiere dort bereits verschwunden seien, sei die Ausweisung als Naturdenkmal ein guter Schutz für den Bestand, so ein Gemeinderat. Ein Naturdenkmal könne allerdings kein Ersatz für einen flächenhaften Naturschutz sein.

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Bebauungsplan "Gockelreute" verabschiedet
Der Bebauungsplan "Gockelreute" einschließlich Pflanzplan wurde vom Gemeinderat mit mehreren Änderungen beschlossen. Zuvor wurde bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung dem Antrag des Tennis-Clubs auf ein größeres Baufenster stattgegeben. Der 2. Vorstand des Vereins Dietmar Maaß hatte vor dem Gremium dargelegt, daß mittelfristig die Möglichkeit offen bleiben soll, die Sanitärräume zu erweitem. Außerdem waren zwei redaktionelle Änderungen im Text nötig. Der Amtliche Naturschutz verzichtet auf die zunächst geforderten Ausgleichsmaßnahmen (z.B. Ersatzpflanzungen). Die Gemeinde hatte dargelegt, daß mit der Sicherung der Biotope im Bereich der früheren Deponie ein wesentlich höherer Schutzstatus als vorher erzielt worden ist. Die Gemeinde ist allerdings verpflichtet, die Biotope zu pflegen und zu erhalten. Der Bebauungsplan muß vom Landratsamt noch genehmigt werden.

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Hattenhofen im Netz
Unter der Adresse http://www.hattenhofen.de ist die Gemeinde nun im Internet erreichbar. Renate und Jürgen Heim pflegen die Webseiten der Gemeinde, auf der künftig auch aktuelle Informationen aus dem Rathaus und von den Vereinen abrufbar sein werden. Gewerbebetriebe können sich ebenfalls dort präsentieren.

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