Bericht von der Gemeinderatssitzung
(Blättle 23.12.99)

Zusätzliche Ausbildungstellen Grünes Licht für Anbau Was der Regionalverkehrsplan will
Unterschriftenaktion DRK: Gemeinde hilft bei Standortsuche Neuer Gehweg gewidmet
Gemeinderatssitzungen im Rathaus? Bebauungsplan auf den Weg gebracht Jahresschlußworte und gegenseitiger Dank
Neue Rechtschreibung Preisträger beauftragt
Jürgen Schmidmaier ist Dritter Stellvertreter Gallus-Areal:
Bebauungsplan Schützenstraße ? Verkehrsplanung diskutiert

Kurz berichtet

Kosten festgestellt: Der Bau des Regenklärbeckens Reustadt kostete 238.000,--DM, davon bezahlte das Land 73.000,--DM.
Hoher Förderbeitrag: Der Anschluß an die Sammelkläranlage Uhingen und der Umbau des Beckens zur Regenwasserbehandlung kostete 3,4 Mio.DM. Das Land bezahlte davon über die Hälfte, nämlich 1,8 Mio.DM.
Kläranlage Uhingen: Die Faulturmsanierung und der Bau eines Blockheizkraft-werks, an denen sich Hattenhofen finanziell beteiligt, werden bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Eine weitere Sanierungsmaßnahme steht an. Erfreulich: Jede Einleitergemeinde hält ihre Werte ein.
Gemeinde muß zahlen: Wie private Bauherren müssen mittlerweile auch Gemein-den Gebühren für eine Baugenehmigung zahlen. Für die Dachsanierung der Sillerhalle und die Erweiterung des Kindergartens fordert das Landratsamt knapp 6.000,--DM an Gebühren. Die Gemeinde soll prüfen, ob bei öffentlichen geförderten Baumaßnahmen wie beim Kindergarten eine Gebührenhalbierung drin ist. Dies schlug ein Gemeinderat vor.
Landkreis braucht Geld: Die Kreisumlage, die der Landkreis von den Gemeinden erhebt, bleibt voraussichtlich auch im nächsten Jahr gleich hoch. Landrat Franz Weber will die hohen Schulden des Landkreises abbauen.
Winterdienst: Auf den Ortsdurchfahrten/Kreisstraßen übernimmt nach Jahren wie-der die Straßenmeisterei den Winterdienst. Hattenhofen wird damit so behandelt wie alle Nachbargemeinden. Dadurch spart die Gemeinde Kosten.
Wärmeverbund abgerechnet: Der Wärmeverbund Schule-Sillerhalle kostet brutto insgesamt 119.000,--DM, wovon 23.000,--DM Planungskosten sind. Den Anteil der Ev. Kirchengemeinde hat die Bürgerliche Gemeinde um gut 300 DM nach unten abgerundet auf 13.000,--DM.
Treppengeländer: Die Gemeinde wird an der neugestalteten Treppe hinter dem Ev.Gemeindehaus (Sillerhalle) noch ein Geländer anbringen. Dies bestätigte Bürgermeister Jochen Reutter auf Anfrage aus dem Gemeinderat.

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Zusätzliche Ausbildungsstellen
geworben durch die Aktion "Mehr Ausbildungsverträge" konnten im Landkreis durch die Aktivitäten der Kommunen 64zusätzliche Stellen geworben und schwierig zu vermittelnden Jugendlichen zu einem Ausbildungsplatz verholfen werden. Dies teilt das Arbeitsamt Göppingen mit. In Hattenhofen konnte von 29 Bewerber/innen nur ein Mädchen nicht vermittelt werden.

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Unterschriftenaktion eine Unterschriftenliste überreichten Anwohner aus dem Wohngebiet "Kürze" an Bürgermeister Jochen Reutter. Die Anlieger beantragen, dass bei der Ausfahrt ein Verkehrsspiegel aufgestellt wird. Dabei haben sie betont, dass sie sich nicht an den Kosten beteiligen wollen. Die Verwaltung will den Antrag in einer Verkehrsschau prüfen.

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Gemeinderatssitzungen im Rathaus?
Die Bürgerfragestunde am Ende der Gemeinderatssitzung sowie die Gemeinderatssitzungen wie früher im Rathaus anstelle im Bürgerhaus Farrenstall wären einer anderen Bürgerin lieber, wie sie in der Bürgerfragestunde mitteilte. Bürgermeister Reutter will den Bürgern jedoch weiterhin gleich zu Beginn der Sitzung Gelegenheit geben, ihre Fragen zu stellen, da sie ansonsten durchaus mehrere Stunden warten müßten. Außerdem, so der Schultes, sei der Sitzungssaal im Rathaus schon für die Zahl der Gemeinderäte und erst recht für Zuhörer schlicht zu klein.

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Neue Rechtschreibung
Ab dem Jahr 2000 will auch das Rathaus die neue Rechtschreibung anwenden. Dies teilte Hauptamtsleiter Norbert Baar mit. Im November hatten sich die Verbandsgemeinden in der neuen Rechtschreibung unterweisen lassen.

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Jürgen Schmidmaier ist Dritter Stellvertreter
In offener Abstimmung wurde Gemeinderat Jürgen Schmidmaier einstimmig zum 3 Stellvertretenden Bürgermeister gewählt. Gemeinderat Jürgen Höfer, der in der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats für dieses Amt kandidiert, aber nicht die erforderliche absolute Mehrheit der Stimmen erhalten hatte, verzichtete auf einen zweiten Wahlgang. In einer persönlichen Erklärung zog er seine Bewerbung zurück, da er nicht die Mehrheit und das Vertrauen aller Gemeinderatsmitglieder geschenkt bekommen habe. Mit seinem Schritt wolle er dem Harmoniebedürfnis der Kollegen Rechnung tragen und denen, die ihn aus Gewissensgründen abgelehnt hatten, keine Gewissenskonflikte bereiten. Der Vertrauensbeweis der Bürger bei der Gemeinderatswahl sei ihm Verpflichtung genug. Vizebürgermeister Günther Berroth bedauerte den Schritt seines Kollegen, zollte aber seinen Respekt. Auf seinen Vorschlag wurde Gemeinderat Schmidmaier gewählt.

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Bebauungsplan Schützenstraße ?
ufgrund einer Bauvoranfrage im Bereich der nördlichen Schützenstraße wird unter Umständen ein Bebauungsplanverfahren eingeleitet, das die Baumöglichkeiten in dem Bereich regeln soll. Mit den erforderlichen Vorprüfungen wurde die Verwaltung beauftragt. Auf dem Flurstück 3084 in der Schützenstraße, neben der landwirtschaftlichen Lagerhalle Läpple, wollen die Bauherren ein Wohnhaus für Eigenbedarf erstellen. Da das Grundstück im Außenbereich liegt, kann dort nicht gebaut werden. Eine Möglichkeit wäre, den Bauherren zu helfen, durch eine sogenannte "Abrundungssatzung " die Fläche in den benachbarten Innenbereich einzubeziehen. Voraussetzung ist eine geordnete Entwicklung der besiedelten Fläche. Verwaltung und Landratsamt, so Hauptamtsleiter Norbert Baar, könnten sich dort ein Wohnhaus vorstellen. Allerdings müsse man sich genau überlegen, ob man bei dieser Einzelfallregelung einen Präzedenzfall mit Nachfolgefällen schaffe, wer die Kosten des Verfahrens trage und ob unter Umständen Probleme wegen der Nachbarschaft zur landwirtschaftlichen Lagerhalle zu befürchten wären. Der Tenor im Gremium zur Bauvoranfrage war wohlwollend. Jedoch will der Gemeinderat eine weitergehende Lösung: Die Verwaltung soll kostenmäßig und konzeptionell die Möglichkeiten eines Bebauungsplans prüfen. Man müsse hier langfristig planen und ein Gesamtkonzept entwickeln. Ein Vorschlag lautete, die Bebauungsvorgaben sowie den Niedrigenergiestandard des benachbarten Baugebiets Sommerweide zu übernehmen. Probleme befürchten die Räte wegen der Nachbarschaft zur Landwirtschaft. Wie die Verwaltung warnte auch ein Gemeinderat vor einer zu hohen Erwartungshaltung, man dürfe noch keine Hoffnungen wecken. Der Sprecher verwies auf frühere Fälle, in denen die Gemeinde Bürger bei Vorhaben im Außenbereich gestützt, die Genehmigungsbehörde aber abgelehnt hatte. Die Entscheidung über die Bauvoranfrage wurde vertagt.

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Grünes Licht für Anbau
Der Bauvoranfrage über einen Wohnhausanbau in der Schützenstraße 24 hat der Gemeinderat einstimmig das Einvernehmen erteilt. Die Erweiterung eines bestehenden Hauses im Außenbereich ist unter bestimmten Voraussetzungen möglich, die der Antragsteller voraussichtlich einhalten wird. Entscheidend für Verwaltung und Gemeinderat ist der Eigenbedarf der Bauherren.

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DRK: Gemeinde hilft bei Standortsuche
- Kritik an Vorgehen der Sanitäter-
Die Gemeinde sucht einen neuen Standort für die Bereitschaft des Deutschen Roten Kreuzes in Hattenhofen. Gleichzeitig soll das DRK aktiv und intensiv auch in Nachbargemeinden im Bereitschaftsraum auf Standortsuche gehen. Dies ist das Ergebnis einer längeren und teilweise hitzigen Diskussion zwischen Gemeinderat und Kreisvorstand des Deutschen Roten Kreuzes.. Wegen Neuplanungen auf dem Areal Scheurer, auf denen das DRK bislang untergebracht ist, und der Kündigung durch den Grundstückseigentümer suchen die Sanitäter einen neuen Standort. Dabei wollen sie in Hattenhofen bleiben.
Deren Kreisvorsitzender Professor Uwe Bähr brachte dem Gremium den Antrag vor. Das Rote Kreuz erbringe soziale Leistungen durch den Sanitätsdienst in Bereitschaft. Vom Bund habe man die öffentliche Aufgabe des Katastrophenschutzes übernommen. Das DRK sei in das örtliche Vereinsleben integriert, habe eine junge Führung und betreibe Jugendarbeit. Als neutrale Organisation sei das DRK ohne Lobby und ohne Unterstützung des Staates.
Eine aktive Bereitschaft vor Ort, so der Sprecher, wäre auch ein Vorteil für die Gemeinde. Nach den Vorstellungen des DRK soll die Gemeinde kostenlos eine geeignete Fläche anbieten, das Deutsche Rote Kreuz würde die Finanzierung des Baus übernehmen. Dies sei auch in anderen Gemeinden so üblich. Das soziale Engagement des DRK und dessen aktive Teilnahme am Ortsgeschehen wurde von niemand im Gremium bestritten. Harte Kritik äußerten jedoch die Gemeinderäte an dem Vorgehen des DRK, bei der letzten Blutspenderehrung in Boll Unterschriften zu sammeln und den Eindruck zu erwecken, die Gemeinde lasse das DRK hängen, obwohl zu dem Zeitpunkt das Thema noch gar nicht im Gemeinderat behandelt werden konnte. Zusammen mit einem reißerischen Presseartikel des "Wochenjournals" sei im Vorfeld unnötig öffentlicher Druck erzeugt worden und habe auch der persönlich angegriffene Bürgermeister Schaden genommen. Ein Sprecher verlangte, dass sich Prof. Bähr als Kreisvorsitzender von der Unterschriftenaktion distanziere.
Dieser verteidigte jedoch die Aktion, von der er nachträglich erfahren habe, als legitim. Das DRK habe nur auf seine Not hingewiesen. Mit der Unterschriftenaktion habe man nicht die Gemeinde Hattenhofen angegriffen, sondern nur die Allgemeinheit um Unterstützung gebeten und die Bürgermeinung abgefragt. Für den Presseartikel im Wochenjournal könne man das DRK, vor allem ihn, Uwe Bähr, persönlich nicht haftbar machen. Einfach von der Gemeinde einen Bauplatz zu fordern, so eine Gemeinderätin, damit mache es sich das DRK zu leicht. Andere Vereine im Ort könnten dann dies mit gleichem Recht fordern.
Die Frage nach einem Standort in einer Nachbargemeinde sei zulässig. Das Gefüge der Vereinsförderung dürfe nicht in Schieflage geraten, ergänzte ein Gemeinderat. Die Gemeinde könne einen Platz nicht aus dem Ärmel schütteln. Von jeder Gemeinde würden sie abgeschoben, bedauerte Prof. Bähr, deswegen solle man eine gewachsene Organisation in Hattenhofen halten.
Über öffentlichen Druck erreiche man bei ihm nichts, betonte Bürgermeister Jochen Reutter, so könne man nicht miteinander umgehen. Statt den "Hammer auszupacken", hätte das Deutsche Rote Kreuz konstruktive Gespräche suchen sollen. Nun müsse man nach vorne schauen. Dies wurde im Gremium und bei der Vertretern des DRK ebenso gesehen. Alle Beteiligten wollen sich nun auf die Suche nach einem Standort machen. Allerdings, so Bürgermeister Jochen Reutter, wolle er keine Hoffnungen wecken. Eventuell gebe es geeignetere Standorte in Nachbargemeinden.

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Bebauungsplan auf den Weg gebracht
-Natur, Wohnen und Vielfalt in der Ortsmitte-
Einstimmig hat der Gemeinderat den wegen eines Formfehlers zu wiederholenden Aufstellungsbeschluß bestätigt und sowohl das städtebauliche als auch das landschaftsplanerische Konzept für den Bereich Graubachtal/Ortsmitte gebilligt. Anfang nächsten Jahres will Bürgermeister Jochen Reutter die Bürger in einer Veranstaltung über die Ziele und Zwecke der Planung unterrichten. Anschließend haben diese 14 Tage Gelegenheit, sich zur Planung zu äußern.
Für die neuen Gemeinderäte hatte der Gewinner des Ortsmittewettbewerbs, Land-schaftsarchitekt Jochen Köber, nochmals die Grundzüge des Wettbewerbs und seine Aufgabe erläutert. Nachdem der 1. Bauabschnitt, die Sanierung der Hauptstraße zwischen Ev.Kirche und Sillerhalle fast abgeschlossen ist, will sich die Gemeinde nun dem nächsten Abschnitt, der Gestaltung des Graubachtals zuwenden. Spätere Themen sind die Gestaltung der Sternkreuzung, eine Baumreihe an der unteren Hauptstraße sowie wie mittelfristig die Gestaltung des Platzes beim Sauerbrunnen mit Öffnung des Butzbaches. Das Konzept von Jochen Köber für die Gestaltung des früheren Gallusgeländes hat zahlreich geäußerte Wünsche der Einwohner Hattenhofens einbezogen.
Darunter waren Überlegungen, in diesem Bereich einen See anzulegen und den Übergang ins Graubachtal parkartig zu gestalten. Das Gelände soll allerdings nach Vorstellung des Planers auch wieder bebaut werden, da Hattenhofen über ausgesprochen großzügige und reizvolle Freiräume in der unmittelbaren Nähe der Ortsmitte verfügt und bereits einmal bebaute Bereiche wieder bebaut wer-den sollen, um auch die landschaftlichen Ressourcen an den Ortsrändern zu schonen. Der verdolte Graubach soll wieder bis zur Zeller Straße geöffnet und renaturiert werden. Bachbegleitend soll ein Rad- und Fußweg aus dem Graubachtal bis zur Sternkreuzung geführt werden. Auf diese Planung abgestimmt wurde auch das laufende Bauvorhaben Gehrer. Verwaltung und Planer schlagen auf dem Gallusgelände eine aufgelockerte Bebauung in Form von zweigeschossigen Doppelhäusern vor. Die Erschließung soll über eine zu verbreiternde Zufahrt Dorfwiesen erfolgen, nicht von der Zeller Straße her. Die Nutzung der drei Häuser ist allerdings noch völlig offen.
Das überplante Gelände gehört der Gemeinde und ist im Sanierungsprogramm PES enthalten, erläuterte Bürgermeister Reutter. Die vorge-sehenen Maßnahmen werden bis zu zwei Drittel vom Land finanziert. Als sehr gefällig empfanden die Gemeinderäte das Konzept von Jochen Köber. Großen Wert legten allerdings alle Sprecher darauf, dass nach Öffnung des Graubachs der Hochwasserschutz keineswegs leiden dürfe, sondern eher noch verbessert werden müsse. Das städtebauliche Konzept erläuterte der Berater der Gemeinde, Dr. Ing. Jürgen Koch. Der Bereich entlang der Hauptstraße zwischen Rathaus und Sternkreuzung ist geprägt von traditioneller Nutzungsmischung von Landwirtschaft, Wohnen und Gewerbe. Auf der südlichen Seite, Richtung Graubachtal bietet sich ein für Hat-tenhofen typisches und sehr schönes Motiv.
Derzeit sind in der Landwirtschaft strukturelle Veränderungen im Gange, die zum Abbruch oder zur Umnutzung von Gebäuden führen. Höfe werden aufgegeben und an Bauträger verkauft. In vielen Gemeinden sind dabei Fehlentwicklungen zu beobachten. Durch die Schaffung von Mehrfamilienhäusern entstehen völlig fremde Baukörper und die Ortsentwicklung entgleist, so der Sprecher.
Dem müsse man in Hattenhofen vorbeugen. Jeder Grundstückseigentümer soll sein Grundstück zukünftig baulich nutzen können, wenn landwirtschaftliche Betriebsteile aufgegeben werden. Es müsse sich lohnen, in die alten Höfe zu investieren. Die Leitlinien sind: Jeder Grundstückseigentümer soll auf seinem Grundstück ohne vorherige Bodenordnung und ohne gegenseitige Abhän-gigkeit dann bauliche Veränderungen durchführen können, wenn er es für richtig hält. Der Wandel soll sich nach und nach vollziehen.
Die künftige Bebauungsstruktur soll das heutige Erscheinungsbild erhalten. Durch Schaffung von Innenhöfen soll die Nutzungsqualität der bestehend bleibenden Wohngebäude an der Hauptstraße verbessert werden. Als überzeugend und weit in die Zukunft blickend bewerteten die Gemeinderäte das städtebauliche Konzept. Ein Gemeinderat regte an, auf dem alten Gallusgelände nicht nur Wohnen zu ermöglichen, sondern das Dorfleben zu integrieren. Vor allem das Thema "altengerechtes Wohnen" liegt dem Gremium am Herzen.
Daneben müsse man weitere Nutzungen verfolgen, meinte ein Gemeinderat, man brauche auch mehr Fläche für einen Platz. Bürgermeister Reutter will die Anregungen aus dem Gremium aufnehmen und vor allem abwarten, was die Beteiligung der Bürger an weiteren Vorschlägen erbringt.

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Preisträger beauftragt
Landschaftsarchitekt Jochen Köber soll zusammen mit dem Ingenieurbüro Bischoff, das schon die Sanierung der Hauptstraße geplant hat, eine Entwurfsplanung zur Renaturierung des Graubaches ausarbeiten. Dies hat der Gemeinderat einstimmig beschlossen. Betont wurde im Gremium nochmals der Aspekt des Hochwasserschutzes. Technische Details konnte Jochen Köber allerdings noch nicht beantworten, diese muß das Ingenieurbüro prüfen und dem Gemeinderat darlegen.

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Gallus-Areal:
Entwurf für Wettbewerb Städteplaner Dr. Jürgen Koch erhält von der Gemeinde den Auftrag, einen Entwurf zu einem Architekten-/Bauträgerwettbewerb für die Bebauung des Gallusareals aufzustellen. Bürgermeister Jochen Reutter verspricht sich davon ein gutes und ansprechendes städtebauliches Konzept.
Danach wird der Gemeinderat entscheiden, ob und in welcher Form ein Wettbewerb oder eine Mehrfachbeauftragung von Archi-tekten durchgeführt wird. Dies beschloss der Gemeinderat bei einer Gegenstimme. Die Vorteile und auch Risiken des vorgeschlagenen Architekten-/Bauträgerwettbewerbs erläuterte Dr. Jürgen Koch.
Die Gemeinde gibt den Rahmen der Planung vor. Die Architekten müssen einen Bauträger mitbringen, der die Finanzierung und Realisierungsmöglichkeit ihrer Vorschläge sicherstellt und sich auch zum Bau verpflichtet. Das Marktrisiko tragen die Bauträger. Das Beurteilungsverfah-ren durch ein Preisgericht und den Gemeinderat ist allerdings sehr komplex. Vorteilhaft sei, dass ein solches Wettbewerbsergebnis zügig umgesetzt und vermarktet werden könne. Allerdings habe man auch große Risiken bei dem Verfahren. Die Kosten für einen Wettbewerb schätzte Koch auf Anfrage auf insgesamt 60.000,--DM.
Dieser Betrag war manchen Gemeinderäten angesichts der Planung von drei Häusern zu viel. Als Alternative stellte der Städteplaner die Mehrfachbeauftragung von zwei bis drei Architekten vor, die Kosten liegen dann bei 25.000,--DM. Die Gemeinde habe dann allerdings weniger Einfluß. Für einen Wettbewerb sprach sich ein Ge-meinderat aus. Man dürfe aber auch beim Gallusgelände nicht die bisherigen Grundsätze der Eigenentwicklung und ökologischer Standards (z.B. Niedrigenergie-häuser) außer Acht lassen. Für Bürgermeister Jochen Reutter ist klar, dass auf dem Gallusgelände die Vorgaben des Neubaugebiets Sommerweide als Mindeststandard gelten sollen. Gegen den Vorschlag der Verwaltung und des Städteplaners sprach sich ein Gemeinderat aus. Bei einer Kombination Architekt, Bauträger und Generalunternehmer hätten diese untereinander Interessenkollisionen.
Angesichts der Leitlinien der Gemeinde wie Dorfentwicklung, Nachhaltigkeit und Naturschutz sei dieses Konzept untauglich. Wichtiger sei es, die Ziele der Gemeinde zu vermitteln und vor allem die Bürger zu beteiligen. Bei einem Wettbewerb, so die Sorge des Sprechers, seien oft Billiglösungen mit " Papptüren" dabei. Die Bürgerbeteiligung komme in Hattenhofen auf keinen Fall, auch hier nicht, zu kurz, so Bürgermeister Reutter. Die Bedenken des Gemeinderats konnte Planer Dr. Koch zum Teil nachvollziehen, diese Probleme kämen aber in der Regel sonst erst nach einer Planung auf den Tisch.
Beim vorgeschlagenen Verfahren werde gleich darüber geredet. Jeder Teilnehmer müsse zunächst durch das "Nadelöhr Preisgericht" und die Vorgaben der Gemeinde erfüllen. Allerdings müsse klar sein, dass der Markt bzw. Angebot und Nachfrage über die Qualität der Bauten entscheiden. Der Gemeinderat will nun zunächst den Entwurf des Fachmanns zu einem möglichen Wettbewerb abwarten.

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Verkehrsplanung diskutiert
Nicht nur zur Kenntnis nehmen, wie vom Bürgermeister vorgeschlagen, wollten einige Gemeinderäte den Entwurf zum Regionalverkehrsplan. Dieser habe keine rechtliche Wirkung und treffe keine Aussagen zu den Problemen in Hattenhofen, so der Schultes. Schon wieder sei ein umfangreiches Papier produziert worden, ohne dass sich etwas bewege, kritisierte ein Gemeinderat. Obwohl der Ausbau der B10 lebensnotwendig für den Kreis sei, werde wohl auf Jahrzehnte hinaus kein Geld dafür vorhanden sein. Dabei brauche das Filstal mit seinen vielen Industriebrachen eine intakte Infrastruktur. Der Landkreis solle mit "Hirnschmalz" an diese Aufgabe herangehen, Modelle und Ideen seien gefragt. Einen Ausbau der Kreisstraße Schlierbach-Ohmden als Entlastung im Westen Hattenhofens durch die Landkreise Esslingen und Göppingen untersuchen zu lassen, beantragte ein weiterer Gemeinderat. Man müsse die LKW's aus dem Ort wegbringen. Für sehr wichtig hielt ein dritter Sprecher eine Umgehungsstrecke der L1214 Jebenhausen-Bezgenriet, dann habe man im Verbandsbereich weit weniger Autobahnverkehr aus dem Remstal. Bürgermeister Reutter will die Anregungen weitergeben.

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Was der Regionalverkehrsplan will
Die Verkehrsplaner der Region gehen davon aus, dass bis zum Jahr 2010 das Aufkommen an Wegen im Personenverkehr um rund 9% ansteigen wird. Dabei wird der nichtmotorisierte Verkehr abnehmen und der öffentliche Verkehr sowie der motorisierte Individualverkehr zunehmen. Beim überregionalen Schienenverkehr befürwortet der Plan das Projekt Stuttgart 21 sowie die DB-Neubaustrecke Stuttgart-Ulm. Dadurch erhalte man eine durchgehende Hochgeschwindigkeitsstrecke Mannheim bis München, die auch im europäischen Bereich für die Korridore Amsterdam-Ruhrgebiet-München-Paris-Straßburg-Budapest verankert sei.
Die Anbindung des Flughafens erschließe dem Schienenverkehr neue Potentiale. Der neue Bahnhof Stuttgart 21 soll etwa 5 Mrd.DM kosten, die neue Bahnstrecke im Abschnitt Wendlingen-Ulm ca. 3 Mrd.DM. Beim regionalen Schienenverkehr sehen die Planer keine Notwendigkeit für weitergehende Verbesserungen. Man könne im Halbstundentakt aus dem Filstal nach Stuttgart und zurück fahren. Für den Landkreis Göppingen befürworten die Planer Verbesserungen Richtung Schwäbisch Gmünd und durch das Albvorland Richtung Kirchheim/Teck. Vor allem die Voraussetzungen für eine Verbindung Göppingen-Boll-Kirchheim auf dem "Boller Bähnle" seien günstig. Man habe hier ein Fahrgastpotential von mehr als 5000 Fahrgästen am Tag.
Die Investitionskosten schätzt der Regionalplan auf etwa 75 Mio.DM. Im Bereich der Bundesautobahnen sieht der Planentwurf höchste Dringlichkeit für den Ausbau der A 8, ebenso komme bei den Bundesstraßen der Neubau der B 10 von Göppingen nach Gingen höchste Dringlichkeit zu. Die Finanzierung der erforderlichen 230 Mio.DM ist da jedoch nicht gewährleistet. Die Neubaustrecke von Gingen über Geislingen bis Amstetten würde rund 350 Mio.DM kosten. Eine Umfahrung von Jebenhausen und Bezgenriet mit einer Länge von 5 km würde ca. 30 Mio.DM kosten.

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Neuer Gehweg gewidmet
Der neue Gehweg Flurstück 21/5 zwischen Zeller Straße und Bruckwiesenstraße wird öffentlich gewidmet. Der Weg wurde privat erschlossen und ist nun im Eigentum der Gemeinde. Diese hat die Unterhaltslast bzw. Verkehrssicherungspflicht. Auch die anliegenden Grundstücke werden dem Straßenrecht unterstellt. (siehe öffentliche Bekanntmachung in dieser Ausgabe)

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Verbandsversammlung vorberaten
Die Tagesordnung der Verbandsversammlung am 15.12.1999 erläuterte Bürgermeister Jochen Reutter. Einstimmig ermächtigte der Gemeinderat die drei Vertreter der Gemeinde Jochen Reutter, Günther Berroth und Georg Gallus, abweichend vom imperativen Mandat nach eigenem Ermessen abzustimmen.

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Jahresschlußworte und gegenseitiger Dank
Auch 1999 habe man im Gemeinderat viel gearbeitet und bewegt, reflektierte Bürgermeister Jochen Reutter das zurückliegende Jahr. Eine große Veränderung habe es durch die Kommunalwahlen gegeben. Für die gute Zusammenarbeit auch bei schwierigen Entscheidungen entbot der Schultes den Dank der Verwaltung. Er wünschte den Gemeinderätinnen und Gemeinderäten und deren Familien ein frohes Weihnachtsfest und alles Gute für das neue Jahr. Vor allem den neuen Gemeinderäten wünschte er Freude bei der Arbeit, nicht nur Verdruß.
Als neu gewählter Vizeschultes lobte Gemeinderat Günther Berroth den Bürgermeister. Die Zusammenarbeit sei sehr gut und respektvoll. Reutter werde für seine verläßliche und freundliche Art im Gremium sehr geschätzt. Der Sprecher dankte auch Hauptamtsleiter Norbert Baar sowie dem Rest der Verwaltung.für die geleistete Arbeit. An den Gemeinderat gewandt, hoffte Günther Berroth auf auch künftig gute Zu-sammenarbeit und auf Teamwork, so dass optimale Entscheidungen für Hattenhofen zustande kämen. Freude an der Arbeit und Harmonie seien wichtig. Bei aller nötigen Kontroversen solle man sachlich und respektvoll bleiben.

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