Bericht von der Gemeinderatssitzung
am 12.4.2000

Aus dem Gemeinderat

Kurz berichtet Baumreihe Hauptstraße auf Privatgrundstücken Rathausbrunnen: Debatte um Kosten
Bauanträge Rathausplatz erhält Ammoniten-Brunnen Graubachtal erhält gestalterische Aufwertung
Auch Maschinenschuppen abgelehnt Gestaltungskonzept für Graubachtal festgestellt Abwasserbeseitiung im ländlichen Raum
Hattenhofen erhält Kreisverkehr Entsorgungsatzung für geschlossene Gruben: Erst Gebührenhöhe regeln

Kurz berichtet
Zweifel an Kreisverkehr:
Mehrere Fragen an den Gemeinderat stellte ein Bürger im Rahmen der Bürgerfragestunde. Er bezweifelte, dass ein Kreisverkehr aufgrund des Verkehrsaufkommens an der bisherigen Sternkreuzung nötig sei. Dies habe er per Video dokumentiert. Bürgermeister Reutter verwies den Bürger auf die Behandlung des Themas im Laufe der Sitzung.
Schöffen gesucht:
Für die Neuwahl der Schöffen wird der Gemeinderat bis zur nächsten Sitzung geeignete Personen vorschlagen. Daneben hat die Verwaltung die Evangelische und die Katholische Kirche um Vorschläge gebeten. Zusätzlich werden interessierte Bürgerinnen und Bürger per Mitteilungsblatt gebeten, sich für die Aufnahme in die Vorschlagsliste zu bewerben.
Unfall- und Kriminalstatistik:
Nach der aktuellen Verkehrsunfallstatistik der Polizeidirektion Göppingen passierten auf Markung Hattenhofen letztes Jahr 30 Verkehrsunfälle, davon 28 im Ort. Fünf Personen wurden leicht verletzt, eine schwer verletzt. Tote gab es keine zu beklagen. Die Kriminalstatistik zeigt, dass letztes Jahr 33 Straftaten begannen wurden, wovon 61% aufgeklärt werden konnten. 18 mal war ein Diebstahl aufzuklären. Der Anteil der Tatverdächtigen unter 21 Jahren beträgt 42%.
Gemeinde erhält Geld:
Für die Kanalsanierung in der Ortsmitte erhält die Gemeinde vom Land knapp 50.000,--DM. Mit der Sanierung muss bis Mitte Juli begonnen werden.
Kommt Realschule ?:
In Sachen Realschule im Voralbgebiet sei man einen Schritt weiter gekommen, erläüterte Bürgermeister Jochen Reutter. Die Gemeinderäte der betroffenen Gemeinden sollen demnächst über den Sachstand und das weitere Vorgehen informiert werden.
Bürgermeister Bührle kommt:
Der Boller Bürgermeister und Verbandsvorsitzende Hans-Rudi Bührle wird in einer der nächsten Sitzungen in den Gemeinderat kommen.
Parkplatzprobleme bei Firma Plattenhardt:
Wegen der Parkprobleme im Bereich der Firma Plattenhardt hat die Verwaltung weitere Halteverbotsschilder aufgestellt, um vor allem den Landwirten die ungehinderte Zufahrt in die Flur zu ermöglichen. Zahlreiche Anzeigen des Feldschützen zeigten Wirkung. Viele der Bediensteten beschweren sich über die kostenpflichtigen Strafzettel. Die Parksituation hat sich mittlerweile deutlich gebessert.
Vermessungsarbeiten vergeben:
Um Zeit im Bebauungsplanverfahren für den Neubau des Wertstoffhofs zu sparen, hat Bürgermeister Reutter die umfangreichen Vermessungsarbeiten für den Bebauungsplan Sparwieser Straße in einer Eilentscheidung vergeben. Die Vermessung kostet brutto 16.000,--DM.
Halteverbot Ledergasse:
Das wieder ausgeschilderte Halteverbot beim Kosmetikstudio in der Ledergasse auszuweiten, beantragte ein Gemeinderat. Die Verwaltung wird den Geltungsbereich des Halteverbots Richtung Schulhaus-Parkplatz erweitern.
Nasse Füße:
Im Bereich der Urnengräber seien die Wege feucht, so ein Gemeinderat, der Bauhof solle dort Platten legen. Bürgermeister Reutter will sich die Sache vor Ort ansehen.
Hütte zulässig ?:
Dem Bau einer Geschirrhütte mit Betonfundament im Gewann Grubäcker solle die Verwaltung nachgehen, bat ein Gemeinderat. Die Verwaltung wird den Bau vor Ort prüfen.
Randsteine:
Ob die Granitrandsteine in der neuen Ortsdurchfahrt tatsächlich aus China kämen, wollte ein Gemeinderat wissen. Ein Kollege war der Meinung, dass diese aus dem Ortenau-Kreis angeliefert wurden. Bürgermeister Reutter will der Frage nachgehen.
Straßenfesthelfer in Brauerei:
Zweimal war das Rathaus jeweils mittwochs außerhalb der Sprechzeit für mehrere Stunden geschlossen, beantwortete Bürgermeister Jochen Reutter eine Anfrage aus dem Gremium. An einem Nachmittag war die Verwaltung mit den Helfern des letztjährigen Straßenfestes auf Einladung einer Geislinger Brauerei zur Besichtigung. An einem Vormittag fand eine 2-stündige interne Weiterbildung statt.
Betriebsausflug auf dem Prüfstand:
Den Betriebsausflug der Gemeindebediensteten und Pensionäre will ein Gemeinderat auf den Prüfstand stellen. Bürgermeister Reutter will demnächst eine Liste über die letztjährigen Ziele und Kosten der Betriebsausflüge vorlegen.
Lehrer auch samstags:
Derselbe Sprecher forderte, dass die Lehrerinnen und Lehrer der Grund- und Hauptschule ihren "pädagogischen Tag" von Freitag auf Samstag verlegen sollten, so wie es Bildungsministerin Annette Schavan vorschlägt. Bürgermeister Reutter verwies auf die Organisationshoheit der Schule, will den Vorschlag jedoch weiterleiten.
Hundesteuer:
Über die Erhöhung der Hundesteuer zu beraten, wiederholte ein G-meinderat seinen bereits gestellten Antrag. Die Vorbereitungen laufen, so Bürgermeister Reutter, beraten werden soll im Rahmen der Haushaltsplan-Aufstellung im Herbst.
Hunde auf dem Spielplatz:
Das Hinweisschild für Hundehalter auf dem Spielplatz Schützenhaus direkt in den Eingangsbereich zu verlegen, beantragte eine Gemeinderätin. Die Verwaltung hatte in der Mitte des Platzes ein Schild installiert, das auf das Hundeverbot auf Spielplätzen hinweist.
Papierkorb:
Einen Papierkorb bei der Zufahrt zum Tennisclub aufzustellen, beantragte ein Gemeinderat. Dort häufe sich der Abfall, den vor allem junge Leute hinterließen.
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Bauanträge
Zur Kenntnis nahm die Gemeinde den Bau eines Treppenhauses bei der Firma Plattenhardt. Der Beschluss über eine Bauvoranfrage wegen neuer Stellplätze beim Grundstück Hauptstraße 111 wurde zurückgestellt. Bevor der Gemeinderat über die beantragte Zufahrt über einen Feldweg entscheidet, hat die Verwaltung mit dem Bauherrn noch mehrere Fragen zu klären. Der Bauvoranfrage zum Bau eines Doppelhauses und eines Einfamilienhauses auf dem Grundstück Albershauser Straße 14 erteilte der Gemeinderat bei zwei Gegenstimmen und einer Enthaltung das Einvernehmen. Die Zustimmung wurde mit der Bitte verbunden, die beiden Doppelhaushälften an der Albershauser Straße zueinander versetzt zu bauen, um die lange durchgehende Glasfassade aufzulockern. Als sehr lobenswert empfanden Verwaltung und die Mehrheit des Gemeinderats, dass die mit einem geneigten Flachdach ausgestatteten Häuser hohe ökologische Standards erfüllen, nicht von einem Bauträger gebaut werden und die Grundstücke maßvoll überbauen. Der Beschluss über eine Bauvoranfrage zum Bau eines Doppelhauses und eines Wohnhauses in der Zeller Straße 14 wurde zurückgestellt. Vom Grundsatz her können sich die Gemeinderäte dort mehrheitlich den Bau der geplanten Häuser vorstellen. Die Verwaltung soll jedoch offene Fragen in Sachen Erschließung und Eigentumsverhältnisse klären. Das Einvernehmen erhielt der Bau eines Wohnhauses mit Carport in der Schützenstraße 43. Zum Seitenanfang

Auch Maschinenschuppen abgelehnt
Den Bau eines landwirtschaftlich priviligierten Maschinenschuppens auf dem Areal Hauptstraße 60 hat der Gemeinderat ohne weitere Aussprache einstimmig abgelehnt. Da der Bauherr den Bau des Maschinenschuppens und eines in der letzten Sitzung abgelehnten Wohnhauses im Außenbereich als ein Baugesuch ansieht, hatte die Verwaltung vorgeschlagen, das "Gesamtpaket" abzulehnen. Solange kein in städtebaulicher und landschaftspflegerischer Sicht akzeptabler Standort für das Wohnhaus gefunden sei, könne man auch dem Bau von betrieblichen Anlagen nicht zustimmen.
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Hattenhofen erhält Kreisverkehr
Der Ausbau der Sternkreuzung mit einem Kreisverkehr ist beschlossene Sache. Einstimmig hat der Gemeinderat das Ingenieurbüro Bischoff aus Weilheim beauftragt, die Ausschreibung der Bauarbeiten vorzunehmen. Mit dem Straßenbauamt soll allerdings nochmal die Lage der Fußgängerüberwege im Bereich Grundstück Gehrer und Bäckerei Hoyler besprochen werden.
Der mit den Fachbehörden abgestimmte Entwurf sieht einen Kreisverkehr mit einem Außendurchmesser von 27,5 Meter und einer Fahrbahnbreite von sieben Metern vor. Die Bruckwiesenstraße, die in die Zeller Straße einmündet, muß auf eine Länge von etwa 45 Metern umgelegt und in den Kreisverkehr eingebunden werden. Die Straßenfläche im Kreisverkehr muß neu hergestellt werden. Alle Inseln werden mit Flachbordsteinen eingefaßt. Die Mindestfahrbahnbreite der einzelnen Spuren beträgt vier Meter, um den Schneeräumfahrzeugen ausreichend Platz zu geben. Einschließlich Herstellung einer Fußwegverbindung durch die angrenzende Grünfläche betragen die Kosten ca. 360.000,--DM brutto.. An der Notwendigkeit und den Vorteilen eines Kreisverkehrs ließen die Räte keinen Zweifel. Ausgiebig diskutiert wurden jedoch die Standorte der Zebrastreifen, die nicht bei allen Räten auf Zustimmung trafen sowie die Fahrbahnbreite. Die Lage der Zebrastreifen soll nochmals überdacht werden, bei der Fahrbahnbreite verwies Ing. Thomas Hermann darauf, dass man gegenüber dem ursprünglichen Entwurf diese schon um 50 Zentimeter verbreitert habe. Der Kreisel soll in den Sommerferien gebaut werden. Vorgesehen sind zwei Bauabschnitte. Während die eine Hälfte des Kreisels gebaut wird, kann die andere vom Verkehr genutzt werden. Eine überörtliche Umleitung um Hattenhofen ist nicht durchsetzbar. Durch Ampelregelung wird der Verkehr während der Bauphase gesteuert. Dass die Gemeinde die Kosten alleine tragen müsse und sich das Straßenbauamt, das den Bau den Kreisverkehrs im Rahmen des Ortsmittewettbewerbs selbst vorgeschlagen hatte, nicht beteiligt, bemängelten mehrere Gemeinderäte. Der Landkreis finanziert den Bau von Kreisverkehren nur an Unfallschwerpunkten, informierte Bürgermeister Jochen Reutter. Allerdings gebe es Landesmittel für die Umlegung der Bruckwiesenstraße und den Erwerb der Grünfläche des Landkreises.
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Baumreihe Hauptstraße auf Privatgrundstücken
Die Baumreihe entlang der unteren Hauptstraße zwischen Sternkreuzung und Sauerbrunnen soll nun auf privaten Grundstücken verwirklicht werden. Dar-über informierte Bürgermeister Reutter das Gremium. Die Planung, durch eine Verengung der Hauptstraße von sieben Meter auf sechs Meter Breite öffentliche Standorte für die Baumreihe zu finden, lässt sich nicht mehr umsetzen. Vor allem der örtliche Busunternehmer hatte deutlich gemacht, dass er mit dieser Veren-gung nicht einverstanden sei. Das Straßenbauamt, das als Teilnehmer des Preisge-richts zunächst eine Reduzierung auf sechs Meter in Aussicht gestellt hatte, will nun nur eine Minimalbreite von 6,50 Meter zugestehen. Dann aber, so Bürgermeister Reutter, habe man zu wenig Fläche für die Bäume. Mit den Eigentümern der gewerblichen Grundstücke habe man deshalb vereinbart, so der Schultes, vor Ort Standorte teils auf dem Gehweg, teils auf deren Privatgrundstücken festzulegen. Pflanzarbeiten und Pflege der Bäume übernimmt die Gemeinde. Mit der Baumreihe, die vom Preisgericht empfohlen wurde, soll die Grünzunge des Graubachtals über die Sternkreuzung bis zum Sauerbrunnen fortgesetzt werden. Ein Gemeinderat griff Bürgermeister Jochen Reutter heftig an: Er habe versäumt, sich vor der Planung mit den Behörden abzustimmen. Nun müsse man einen Rückzieher machen. Diesen Vorwurf wollte der Bürgermeister so nicht stehen lassen. Nachdem man in der Zeller Straße und in der Hauptstraße im Bereich Rathaus eine Verengung der Straße auf sechs Meter genehmigt bekommen habe und das Straßenbauamt dies auch im Wettbewerbsverfahren zunächst für die untere Hauptstraße in Aussicht gestellt hatte, hätte man von einer Realisierung der Planung ausgehen können. Dass nun aufgrund des Vetos des Busunternehmers und den Teilrückzug des Straßenbauamts die Planung nicht mehr umgesetzt werden könne, habe nicht er (BM Reutter) zu verantworten. Außerdem seien zunächst Gemeinderatsbeschlüsse nötig, bevor man mit den Behörden sprechen könne. Mehrere Gemeinderäte bestätigten den Vorsitzenden. Die Planung, die Bäume in die Straße zu setzen, sei aufgrund der Empfehlung des Preisgerichts, an dem der Vorsitzende des Straßenbauamts teilgenommen hatte, entstanden. Der Gemeinderat will nun die Vor-Ort-Gespräche mit den Eigentümern abwarten.
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Rathausplatz erhält Ammoniten-Brunnen
Auf dem Rathausplatz wird der von den Bürgern mehrheitlich gewünschte Ammonitenbrunnen von Thomas Grabert aufgestellt. Dies hat der Gemeinderat bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung beschlossen. Die Entscheidung fiel nach einem Ortstermin, bei dem auch viele Anlieger ihre Meinung zum provisorisch aufgestellten Modell des Brunnens sagen konnten. Der Künstler wird an der Rückseite des Brunnens noch gestalterische Änderungen vornehmen und geht dabei auf Wünsche des Gemeinderats ein. Unterschiedliche Ansichten gab es im Gemeinderat zur Kostenfrage. (Ausführlicher Bericht unten)
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Gestaltungskonzept für Graubachtal festgestellt
-Vor Ausschreibung der Baumaßnahmen noch Detailänderungen-

Mit einer Gegenstimme hat der Gemeinderat das Gestaltungskonzept für das Graubachtal genehmigt und den Planer mit der Vorbereitung der Ausschreibung beauftragt. Verschiedene Ansichten gab es bei der Frage, ob der neue Fuß- und Radweg auch für die Landwirtschaft geöffnet werden soll. Hier soll der Planer nochmals Alternativen aufzeigen. Nach der Abstimmung griff der Gemeinderat, der gegen das Vorhaben gestimmt hatte und als Grundstückseigentümer vom geplanten Verlauf des neuen Wegs betroffen ist, Bürgermeister Reutter an. Der Schultes habe beim Verfahren taktische Fehler begangen und seine (des Kritikers) Interessen als Grundstückseigentümer nicht ausreichend berücksichtigt. Ein Gemeinderat forderte eine Alternativplanung für den Wegverlauf, um in der Grundstücksfrage nicht von dem genannten Eigentümer abhängig zu sein. (Ausführlicher Bericht siehe unten)
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Entsorgungsatzung für geschlossene Gruben: Erst Gebührenhöhe regeln
Bevor der Gemeinderat die vom Umweltministerium geforderte Entsorgungssatzung für die Abwasserbeseitigung geschlossener Gruben erläßt, soll die Verwaltung noch offene Fragen mit der Stadt Uhingen klären. Nach der geplanten Satzung müssten künftig die Anwesen im Riedenhof, die Vereinsheime von Tennisclub und TSGV sowie zwei Grundstücke im Ort den Schlamm aus ihren Abwassergruben zur Uhinger Kläranlage bringen, anstatt ihn wie bisher landwirtschaftlich auszubringen. Die Gebühr, die Uhingen dafür fordert, läge mit 22,50 DM je cbm weit über dem normalen Abwasserpreis von 6,45 DM.
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Rathausbrunnen: Debatte um Kosten
Wie bereits oben berichtet, wird der Ammonitenbrunnen von Thomas Grabert auf dem Rathausplatz aufgestellt. Dieses Modell hatte bei der Bürgerbefragung die meisten Stimmen erhalten. Da die Räte zwar dem Votum der Bürger folgen wollten, jedoch noch Änderungsvorschläge hatten, hatte der Künstler zusammen mit dem Bauhof ein maßstabgerechtes Modell aus Styropor gebaut und auf dem Rathausplatz aufgestellt. Zahlreiche Hattenhofer nahmen die Gelegenheit wahr, zusammen mit dem Gemeinderat dieses Modell an seinem kün-tigen Standort zu betrachten und zu diskutieren.

Er wolle unterhalb des Rathauses ein "gemütliches Plätzle" schaffen, so Thomas Grabert. Der Brunnen solle als Treff dienen und zur Straße hin abschirmen. Die Gestaltung als Ammonit diene dem Blickfang und stelle einen Bezug zu den benachbarten Schieferbrüchen im Schwarze Jura her. Anstelle einer Betonrückseite werde er nun Granitplatten verwenden, um den Brunnen auch von der zur Straße gewandten Seite her ansprechend zu gestalten. Die Holzbank wird in unterschiedlicher Höhe für die verschiedenen Altersgruppen ausgebildet. Einen weitgehenden Änderung-vorschlag aus der Mitte des Gremiums, der den Brunnen halbiert hätte, um mehr Freifläche zu erhalten, lehnte der Künstler ab, dies widerspräche total seiner Idee. Eine Anliegerin, die selbst kleine Kinder hat, hatte Bedenken, dass der Brunnen zu wenig Abstand zur Straße einhalte. Dadurch würden die Kinder durch die Lage des Brunnens förmlich gedrängt, auf die Hauptstraße auszuweichen. Der Vorschlag einer anderen Anliegerin, den Brunnen weiter in den Platz herein zu drehen, wurde sofort verwirklicht und fand dann einhellige Zustimmung. Einwohner aus dem Höfle erhoffen sich von dem Brunnen, dass er neben seiner gestalterischen Wirkung auch dazu dienen wird, Falschparker vom Rathausplatz fernzuhalten.
Im Bürgerhaus Farrenstall setzten der Gemeinderat und der Künstler vor Publikum ihre Diskussion fort. Diese drehte sich vor allem um die gestalterischen Möglichkeiten, die Rückansicht des Brunnens gegenüber der bisherigen Planung zu verbessern. Thomas Grabert will bei einem Arbeitsmodell verschiedene Möglichkeiten aufzeigen und dabei auf die Wünsche des Gemeinderats eingehen. Die Frage eines Gemeinderats, wer den Brunnen bauen wird, löste eine heftige Diskussion über den Wert der künstlerischen Arbeit aus. Die Vorgabe des Gemeinderats an die teilnehmenden Künstler hatte gelautet, dass der Brunnen nicht mehr als 60.000,--DM kosten darf. Da der Bauhof beim Aufstellen des Brunnens helfen wird, forderte ein Gemeinderat, dass dessen Arbeitszeit in dem Betrag enthalten sein müsse. Mit der Zustimmung zur Realisierung des Brunnens hatte der Sprecher keine Probleme, forderte aber einen Beschluss, dass diese Obergrenze fix sein müsse. Der Künstler müsse sich den gleichen Bedingungen stellen wie jeder Unternehmer in der freien Wirtschaft. Nachdem Grabert auf Drängen des Sprechers zugesagt hatte, die 60.000,--DM nicht zu überschreiten, stehe einem entsprechenden Beschluss des Gemeinderats nichts entgegen. Bürgermeister Reutter und mehrere Gemeinderäte wandten sich jedoch gegen die Forderung dieses Gemeinderats. Man dürfe wegen geringer Beträge den Künstler nicht knebeln und den Brunnen somit möglicherweise in Frage stellen, so der Vorsitzende. Künstler könnten nicht nach DIN-Normen arbeiten, meinte ein Gemeinderat. Die Kalkulation vor allem bei der Materialwahl sei hier nicht so einfach. Ansonsten, ergänzte ein Kollege, habe man ein Novum im Landkreis: In Hattenhofen werde Kunst im Pauschalpreis vergeben. Eventuelle Mehrkosten müsse der Künstler allerdings begründen.
Bei einer Enthaltung und einer Gegenstimme zur Beauftragung von Thomas Grabert einigte sich das Gremium darauf, dass die Kostenobergrenze von 60.000,--DM möglichst eingehalten werden sollte, der Künstler jedoch bei einer Überschreitung diese begründen müsse. An einem Arbeitsmodell soll die Gestaltung im Detail besprochen werden. Nach der Abstimmung bedankte sich Thomas Grabert beim Gremium. Gemeinsam wolle man einen schönen Brunnen bauen. Er habe seinerseits knapp kalkuliert und werde sich bei der Arbeit gewiss keine goldene Nase verdienen.
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Graubachtal erhält gestalterische Aufwertung
-Noch Unklarheiten bei der Führung des Fuß- und Radwegs-
Wie berichtet wird der Graubach von seiner Verdolung über das ehemalige Gallusgelände bis zur Zeller Straße offen gelegt. Parallel wird ein Rad- und Fußweg zwischen Graubachbrücke und Zeller Straße angelegt. Nach dem Grundsatzbeschluss in der vorletzten Sitzung wollte die Verwaltung nun das planende Büro mit der Vorbereitung der Ausschreibung beauftragen. Verwirk-licht wird die sogenannte Variante 3. Bei dieser wird die bisher bestehende Verdolung des Graubaches einschließlich Regenwasserentlastung weiterhin erhalten.

Parallel wird eine offene Bachstrecke von etwa 70 m Länge angelegt, deren Abflussmenge der des Graubachs bei normalen Abflussverhältnissen entspricht. Bei Hochwasser fließt die darüber hinausgehende Wassermenge wie bisher in die bestehende Verdolung. Der parallel laufende Weg soll eine Breite von drei Meter zuzüglich je 0,5 m Bankett haben, so dass er auch von landwirtschaftlichen Fahrzeugen genutzt werden kann. Dies ist ein Wunsch der örtlichen Landwirte. Die Bruttokosten für die Offenlegung des Graubachs, den Gewässerausbau, die Einlaufbauwerke sowie für den neuen Weg belaufen sich auf knapp 170.000,-- DM. Davon trägt das Land 2/3 der Kosten. Bürgermeister Jochen Reutter will die Maßnahme einschließlich Bepflanzung bis zum Jahresende realisieren.
Nicht einverstanden waren mehrere Gemeinderäte mit der Verbreiterung des Fußweges für landwirtschaftlichen Verkehr. Man solle den neuen Weg nur für Fußgänger und Radfahrer vorhalten und stattdessen lieber die von den Landwirten beanstandete Ausfahrt Dorfwiesen / Zeller Straße verbessern. Der Begegnungsverkehr von Fußgängern und Traktoren sowie deren Ausfahrt in die Zeller Straße beim geplanten Zebrastreifen in der Nähe des Kreisverkehrs wurde kritisiert. Eine weitere Variante lautete, den Weg in der geplanten Breite anzulegen, aber nur für Bauhoffahrzeuge oder Rettungsfahrzeuge zuzulassen. Landwirte bzw. die Lieferfahrzeuge für die Firma Beuttenmüller sollten nach wie vor über die Straße im Dorfwiesen fahren. Ein Gemeinderat schlug vor, die Hälfte des Rad- und Fußweges für die Landwirte auszubauen, so dass diese ihre Grundstücke erreichen können, während die zweite Hälfte Richtung Zeller Straße wieder verengt und nur Fußgängern und Radfahrern gewidmet werden sollten. Verwaltung und Planer wurden beauftragt, entsprechende Alternativen vorzulegen. Ein Gemeinderat, der selbst Landwirt ist, wunderte sich über diese Diskussion. Man müsse die Rechte der Grundstückseigentümer im Flurbereinigungsbereich hoch halten, diese bräuchten kurze Wege in die Ortsmitte. Es sei eine Frage des Anstands, den Landwirten die Nutzung des neuen Weges zu gestatten. Sollte man alternativ die Verbesserung der Einmündung in die Zeller Straße beim Wohngebiet Dorfwiesen verbessern, müsse man das Gesamtkonzept überarbeiten. Letzteres hielt der Rest des Gremiums nicht für erforderlich. Sie seien es leid, immer wieder über Details zu feilschen und das Konzept in Frage stellen zu lassen, so mehrere Rätinnen und Räte. Der Plan sei nun ausgereift, mit Ausnahme der Frage, wie breit der Weg ausgebaut werden soll. Deswegen wurde auch der Antrag eines Gemeinderats , den Bachverlauf noch gerader zu ziehen und näher an die Wohnbebauung Gehrer zu rücken, abgelehnt. Der Sprecher hatte dies damit begründet, dass man damit noch mehr mögliche Baufläche auf dem Gallusareal erhalte. Da es sich bei dem erhofften Platzgewinn nur um wenige Quadratmeter handelt, hielten die Räte mehrheitlich am Konzept des Planers und am Verlauf des Graubaches fest.
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Abwasserbeseitiung im ländlichen Raum: Entsorgung geschlossener Gruben noch nicht geregelt
Nach dem Baden-Württembergischen Wassergesetz und einer darauf basierenden Verwaltungsvorschrift des Umweltministeriums müssen die Gemeinden eine Satzung erlassen, die die Entsorgung geschlossener Gruben im ländlichen Raum regelt. Künftig sollen nur noch Einzelgehöfte im Außenbereich den Grubeninhalt landwirtschaftlich ausbringen dürfen. In Hattenhofen wären dies Uhlandhof, Greinerhof, Berghof und Roßwanghof. Zwei Anwesen im Ort sowie alle Grundstücke im Riedenhof und die Vereinsheime vom Tennis-Club und TSGV müssten künftig den Grubeninhalt zur Kläranlage nach Uhingen fahren. Mittelfristig, so die Forderung des Landratsamts, soll die Gemeinde diese Anwesen an den Kanal anschließen.

Für Ärger bei den betroffenen Grundstückseigentümern sorgt die Kostenregelung. Zusätzlich zu den Transportgebühren zur Uhinger Kläranlage würde die Abwassergebühr von 22,50 DM je m³ Schlamm anfallen. Diese Gebühr, die die Stadt Uhingen als Betreiberin der Kläranlage fordert, liegt um ein mehrfaches höher als der normale Abwasserpreis von 6,45 DM. Die hohe Gebühr, die rechtlich zulässig wäre, wurde von der Stadt Uhingen auf eigener Markung als eine Art Lenkungsabgabe benutzt, informierte Bürgermeister Jochen Reutter. Dadurch sollten die Grundstückseigentümer in Uhingen nach und nach bewegt werden, an den örtlichen Kanal anzuschließen. Uhingens Bürgermeister Klaus Walter habe jedoch schon Diskussionsbereitschaft zugesagt, über die Höhe der Abwassergebühr zu verhandeln. Die Anregung eines Gemeinderats, die Grubeninhalte unter gemeindlicher Kontrolle in den Kanal bei der früheren Hattenhofer Kläranlage zu pumpen und von dort nach Uhingen zu "schicken", wurden von der Stadt Uhingen sowie vom Wasserwirtschaftsamt aus technischer Sicht abgelehnt. Dass die Forderung der Umweltbehörde nach Kanalanschlüssen früher oder später kommen werde, so ein Gemeinderat, sei klar gewesen. Anstelle einer teuren Druckleitung, die für eine Entwässerung von Riedenhof und den Vereinsheimen erforderlich wäre, solle man jedoch für die Anwesen eine Teichkläranlage anlegen. Zumindest bei den Vereinsheimen stünde diese Idee schon einige Jahre im Raum. Eine entsprechende Abwasser-Leitung vom TSGV Heim zum Tennisclub sei schon vorhanden. Als Klimabündnisgemeinde die Fäkalien im Lastwagen nach Uhingen zu transportieren, sei "Schwachsinn", äußerte sich ein Gemeinderat. Es müsse möglich sein, den Schlamm zu verdünnen und dann in Hattenhofen in den Kanal einleiten zu können. Die gesetzliche Vorgabe sei nun mal da, so abschließend Bürgermeister Reutter, diese müsse man umsetzen. Man werde aber die offenen Fragen, vor allem der Gebührenhöhe mit der Stadt Uhingen besprechen. Mittelfristig werde man auch die Entwässerung des Riedenhofs sowie der Vereinsheime über einen Klärteich planerisch und kostenmäßig prüfen.
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