Bericht von der Gemeinderatssitzung
am 24.5.00, 2.Teil

Hallenboden in der Sillerhalle wird saniert
Einstimmig hat der Gemeinderat in seiner letzten Sitzung beschlossen, das Ausschreibungsverfahren für die Sanierung des Hallenbodens in der Sillerhalle in die Wege zu leiten. Neben Vertretern des TSGV Hattenhofen konnte Bürgermeister Reutter auch Herrn Dr. Binz als Geschäftsführer des Institutes für Sportstättenberatung GmbH in der Sillerhalle zu einem Ortstermin begrüßen. In seinen einleitenden Worten wies der Vorsitzende darauf hin, dass sich der Zustand des Hallenbodens in der Sillerhalle in vergangenen Jahren durch die Bildung von Belags-rissen sowie die Absenkung von Bodenhülsen stetig verschlechtert habe und dadurch die Gemeinde Gefahr liefe, ihrer Verkehrssicherungspflicht in der Halle nicht mehr nachkommen zu können.
Vor diesem Hintergrund hat die Verwaltung Herrn Dr. Binz um ein Gutachten zur Hallenbodensituation in der Sillerhalle gebeten. Nach Aussage von Herrn Dr. Binz wird der Sportboden seit ca. 23 Jahren genutzt. Es handelt sich um einen punktelastischen Boden der zur damaligen Zeit als Stand der Technik in vielen Hallen eingelegt wurde. Zwischenzeitlich zeigt jedoch der Oberbelag über die gesamten Hallenflächen zahlreiche Risse. An den Stößen der oberen Elastikschichtbahnen sind Erhebungen und Aufbrüche des Bodens festzustellen. Ebenso hat sich der Boden an einigen Hülsen erheblich abgesenkt. Hinzu kommt, dass die aufliegende Beschichtung zu großen Teilen verschlissen ist, an einigen Stellen sogar bis auf die Elastikschicht. Darüber hinaus haben sich an einigen Stel-len des Bodens auch kleinere Blasen entwickelt. Von seiner Warte aus ist die Ge-meinde aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht gehalten, hier Sanierungsmaßnahmen in die Wege zu leiten. Ergänzend informiert Herr Dr. Binz das Gremium darüber, dass Hallenböden durchschnittlich ca. 15 Jahre halten. Bei dem in der Sille-halle einliegenden Boden ist dieser Durchschnittswert schon um ca. 30% überschritten. Ebenso ist der einliegende punktelastische Boden für heutige Sportarten nicht mehr geeignet. Auf die Frage aus dem Gremium, ob ein Abschleifen des Bodens Sinn mache, entgegnete Herr Dr. Binz, dass bei der Betrachtung des Bodens nicht nur der Oberboden, sondern auch der Unterbau des Sporthallenbodens begutachtet und bewertet werden muß. Bei der Beurteilung des Unterbaus ist insbesondere auf Grund der Absenkungen an den Bodenhülsen festzustellen, dass auch der Unterbau in den vergangenen über 20 Jahren stark gelitten hat und von daher über kurz oder lang auch dieser erneuert werden müsse. Von daher ist es für den Gutachter nicht sinnvoll, dass nur der Oberboden abgeschliffen wird. Die abschließende Empfehlung von Herrn Dr.Binz lautete, die komplette Sanierung des Hallenbodens in der Sillerhalle vorzunehmen.
Verschiedene Sprecher des Gemeinderats teilten die Auffassung des Gutachters, dass nunmehr nach fast 25 Jahren Einsatz eine komplette Sanierung des Hallenbodens fällig sei. Es wurde von verschiedenen Sprechern darauf hingewiesen, dass auch der darunterliegende Estrich vor Beginn der Baumaßnahme auf seinen Zu-stand überprüft werden müsse, um vor unliebsamen Überraschungen sicher zu sein. Darüber hinaus gab ein Sprecher zu bedenken, dass die ganze Baumaßnahme in enger Abstimmung mit den betroffenen Nutzern der Sillerhalle koordiniert werden müsse. Ein weiterer Sprecher fragte nach, ob die große Anzahl von Hülsen weiter notwendig seien. Der Gutachter informierte darüber, dass eine solche stattliche Zahl von Hülsen nicht mehr notwendig seien. Er schlägt vor, die Hülsen auf das absolut notwendige Minimalmaß zu begrenzen. Als Sanierungsvorschlag spricht sich der Gutachter aufgrund der multifunktionalen Nutzung der Halle und der sportlichen Entwicklung für ein flächenelastisches Bodensystem mit zwei Lagen Multiflexplatten als Lastverteilung aus. Als Oberbelag wird ein Naturkautschuk oder Linoleum empfohlen.
Ein Sprecher des Gemeinderats wollte wissen, über welche Erfahrung Herr Dr. Binz mit diesem Bodenbelag verfügt und wie lange diese Bodenbeläge halten würden. Der Gutachter gibt zur Antwort, dass er mit diesen Bodenbelägen seit ca. 6 bis 7 Jahre arbeite und mit diesen sehr gute Erfahrungen habe. Insgesamt hält ein Bodenbelag nach seiner Einschätzung ca. 15 Jahre. Je nach Pflege und Nutzung könnte jedoch auch noch einige Zeit darüber der Hallenboden genutzt werden. Auf Nachfrage erläuterte der Gutachter die weiteren Maßnahmen im Bereich des "Barraumes" der Sillerhalle. Hier ist von Seiten des Gutachters vorgesehen, einen Noppenboden, ähnlich wie in Fughafengebäuden auszulegen, um den erheblichen Nutzungsintensitäten bzw. Stress-Situationen des Bodens rechtzeitig vorbeugen zu können. Ergänzend wird die Gemeinde Zu- und Abläufe für Wasser und Abwasser in diesen Hallenbereich einlegen.
Im weiteren Verlauf der Diskussion wollten verschiedene Sprecher des Gemeinderats wissen, ab wann mit der Ausführung der Baumaßnahme zu rechnen ist bzw. in welchem Zeitraum sie durchgeführt werden solle. Darüber hinaus müsste insbesondere die Nutzung der Halle dann mit allen Nutzern geklärt werden. Herr Dr. Binz erläuterte, dass im Regelfall solche Sanierungsmaß-nahmen in den Sommerferien durchgeführt werden. Hierbei werden verschiedene Firmen zu einer beschränkten Ausschreibung aufgefordert. Die Dauer der Baumaßnahme schätzt er auf ca. 4 Wochen. Insgesamt ist für die Sanierungsmaßnahme mit Kosten von ca. 120.000,--DM zuzüglich Honorarkosten zu rechnen. Bei der Ausschreibung gibt der Gutachter zu bedenken, dass in den Sommerferien eine Vielzahl von Ausschreibungen laufen und von daher eine gewisse Preissteigerung eintreten könnte. Wenn es die Möglichkeit gebe, außerhalb von Ferienzeiten auszuschreiben und die Maßnahme durchzuführen, könnte durchaus eine Ersparnis von bis zu 5% Prozent möglich sein. Diese Vorgehensweise muß jedoch intern mit allen Nutzern der Sillerhalle und der Gemeinde abgeklärt werden. Auf weitere Nachfrage bestätigt Herr Dr. Binz, dass er in Fragen der Bauüberwachung und Qualitätssicherung die Maßnahme durch ein geeignetes Büro überwachen und prüfen könnte. Abschließend wurde die Verwaltung beauftragt, das weitere Ausschreibungsverfahren in die Wege zu leiten und die noch offenen Verfahrensfragen mit den Nutzern der Sillerhalle bzw. auch dem Gutachterbüro bis zum Vergabebeschluss abzuklären.
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