Bericht von der Gemeinderatssitzung
vom 11.10.2000

Kurz berichtet Gemeinde plant Backhaus Brückensanierung am Graubach
Christine Scheurer im Gemeinderat Gutachten für Fassadensanierung am Farrenstall Bebauungsplanänderung "Dobelwiesen" vor Abschluss
Gremien neu besetzt Anstelle Butzbach: Furt statt Brücke? Ahnenforschung im Internet

Kurz berichtet
Drainagearbeiten: Auf dem Feldweg nach Pliensbach verrichtet der Bauhof derzeit nötige Drainagearbeiten, beantwortete Bürgermeister Jochen Reutter eine Frage aus dem Publikum. Diese werden demnächst abgeschlossen.
Rücknahme: Von der Tagesordnung abgesetzt wurde der Antrag auf geänderte Zufahrt zur Zeller Straße 17/2. Der Bauherr hatte seinen Antrag zurückgenommen, da er zunächst noch gutachtliche Stellungnahmen einholen will.
Bauanträge: Während der sitzungsfreien Zeit hat die Verwaltung dem Anbau eines Wohnhauses mit neuem Carport in der Frühlingstraße 10 das Einvernehmen erteilt. Vom Bau einer Garage in Reustadt 43 wurde Kenntnis genommen.
Flächennutzungsplan: Kenntnis nahm der Gemeinderat vom Flächennutzungsplan Göppingen-Schlat-Wäschenbeuren-Wangen. Die Planungen berühren die Interessen Hattenhofens nicht.
Reiten auf Feldwegen: Nach mehreren Besprechungen und Ortsbesichtigungen mit Reitern, Landwirten, Naturschützern und Jägern konnte ein Konsens über das Reiten auf Feldwegen (bzw. wann und wo nicht geritten werden soll) erzielt werden. Die Reiterhöfe erhielten einen Ortsplan mit den zulässigen Wegen.
Hallenboden Sillerhalle: Die Unbedenklichkeitsbescheinigung des Herstellers für den neuen Sillerhallenboden erhielt der Gemeinderat zur Kenntnis. Kurz nach Verlegung des Bodens hatten Lösemittelgerüche zunächst für Befürchtungen gesorgt, die nun entkräftet werden konnten.
Ortstafeln: Bei der Ortseinfahrt von Zell herkommend eine Ortstafel für Ortsfremde aufzustellen, bat ein Gemeinderat. Vor allem LKW-Fahrer hätten Probleme, sich zurechtzufinden. Die Verwaltung sei an dem Thema dran, bestätigte Bürgermeister Jochen Reutter. Nach Fertigstellung des neuen Ortsplans sollen an den vier Ortseingängen entsprechende Tafeln aufgestellt werden
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Christine Scheurer im Gemeinderat
Christine Scheurer rückt für Georg Gallus in den Gemeinderat nach. Dies hat der Gemeinderat einstimmig beschlossen. Der nach der Stimmenzahl nächste Ersatzbewerber Bodo Korn hatte das Ehrenamt aus beruflichen Gründen abgelehnt. Bürgermei-ster Jochen Reutter wünschte der neuen Rätin Freude, Spaß und Engagement bei ihrem Ehrenamt. Frau Scheurer war bereits Mitglied des letzten Gemeinderats.
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Gremien neu besetzt Anstelle
des ausgeschiedenen Georg Gallus rückt Gemeinderat Wolfgang Liebrich für die Bürgergemeinschaft in die Verbandsversammlung Raum Bad Boll nach. Christine Scheurer ist stellvertretendes Mitglied im Stiftungsrat der Katharine Weeger - Siller - Stiftung und im Umlegungsausschuss Bruckwiesen/Steigle.
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Gemeinde plant Backhaus
- Vorarbeiten durch Arbeitskreis der Lokalen Agenda -

Zusammen mit der "Backhausgruppe" des Arbeitskreises "Lebensqualität und Kommunikation" der Lokalen Agenda wird die Verwaltung ein gemeindliches Backhaus planen. Dabei sind der Standort, die Backofenart, die Baukosten, die Kostenbeteiligung und der Realisierungszeitpunkt zu klären. Dies hat der Gemeinderat einstimmig beschlossen.
Nachdem der Bau eines Backhauses seit Jahren immer wieder ein Thema war, hatte die Verwaltung im Sommer 1999 im Gemeinderat darüber diskutieren lassen, erinnerte Bürgermeister Jochen Reutter an die Vorgeschichte. Der damalige Gemein-derat wollte zunächst die Meinung der Bevölkerung und den Bedarf abfragen. Parallel entstand aus der Lokalen Agenda- Bewegung der Arbeitskreis, der sich engagiert und konstruktiv mit dem Thema in allen Facetten befasste. In Absprache mit der Verwaltung wurde nun ein entsprechender Antrag an den Gemeinderat formuliert. Diese Verzahnung eines Bürgerprojekts mit der anschließenden Weichenstellung durch den Gemeinderat sei genau das, was die Idee der Lokale Agenda wolle, so der Bürgermeister. Es sei nicht selbstverständlich, dass eine Gruppe aus der Bürgerschaft ein Thema so detailliert bearbeite und Vorarbeiten für eine mögliche Stätte der Begegnung schaffe. Entscheidend für sein persönliches positives Votum, so der Schultes, sei die Schaffung nicht "nur" eines Backhauses, sondern einer Kommunikationsstätte, die das Wir-Gefühl im Dorf stärken könne. Entgegen der Tendenz zum Rückzug in die Privatsphäre könne man dort einen Gemeinschaftsraum für viele Zwecke mit Backmöglichkeit schaffen. Dies sei eine hervorragende Ergänzung zum Bürgerhaus Farrenstall, da man das künfti-ge Backhaus ebenerdig erreichen könne. Von dem Bürgerprojekt könnten alle profitieren, so der Vorsitzende und eine Kultur des Miteinander entwickeln. Voll des Lobes waren die Sprecher des Gemeinderates über das ehrenamtliche Projekt der Lokalen Agenda. Einhellig begrüßten die Räte das Engagement und die Vorarbeiten der Gruppe. Es wäre eine schallende Ohrfeige für die Bürger, so ein Sprecher, wenn man nun diesen Weg nicht fortsetze. Für alle offenen Punkte könne man eine Lösung finden. Favorisiert wird ein Standort in der Ortsmitte. Außerdem sollen die entsprechenden Mittel im Haushaltsplan eingestellt werden. Auch die Gemeinderäte, die zu Beginn des Projekts wegen der befürchteten Emissionen eines Backhauses Skepsis zeigten, ließen sich von der detaillierten Vorarbeit der Arbeitsgruppe überzeugen. Zu Beginn, schlägt die Arbeitsgruppe vor, soll ein elektrischer Backofen verwendet werden, damit keine Rauchbelästigung entsteht. Unter dem begeisterten Beifall der anwe-senden Vertreter der Lokalen Agenda gab das Gremium der weiteren Planung grünes Licht.
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Gutachten für Fassadensanierung am Farrenstall
Die Gemeinde lässt ein Gutachten über den Sanierungsumfang der Westfassade beim Farrenstall erstellen. Das Gutachten wird ca. 14.000,--DM kosten. Der Gutachter, der als exzellenter Experte im süddeutschen Raum gilt, soll die Substanz untersuchen, die Schäden kartieren und dokumentieren sowie eine Kostenaufstellung und Sanierungsvorschläge unterbreiten.
Nach Regenfällen hatten sich im Bürgerhaus Farrenstall in letzter Zeit im Bereich des Westgiebels immer wieder innen Wasserlachen gebildet. Eine Voruntersuchung ergab, dass es dringend notwendig ist, die Fassade gründlich zu untersuchen und die Schäden festzuhalten. Zwischen Gefach und Fachwerkholz sind Fugen entstanden, die das an der Fassade ablaufende Wasser in die Wandkonstruktion leiten. Fugendichtstoff ist zum Teil abgerissen. Durch die Feuchte im Holz wurde der Farbanstrich abgedrückt. Weitere Schädigungen sind vorprogrammiert. Fenstersimse haben sich schon abgesenkt. Als sichtbares Zeichen der Wasserschäden deutete Bürgermeister Jochen Reutter auf einen Eimer, der direkt über ihm auf einem Fenstersims steht, um eindringendes Wasser aufzufangen. Die Gemeinde sei zum Handeln gezwungen. Man könne nicht mehr länger warten. Die aufgetretenen Schäden seien das übliche Problem einer Westfassade, die in der Regel dem schlechten Wetter trotzen muss, erläuterte ein Gemeinderat mit Fachkenntnissen, der beim Ortstermin dabei war. Das eindringende Wasser im Holzgefach könne nicht verdunsten und bringe die Holzbalken zum Faulen. Es sei erstrebenswert, aus Gründen des Ortsbilds die Fassade als Fachwerk zu erhalten. Alternativ könne man nur eine Verkleidung anbringen. Die damaligen Arbeiten hätten auf dem Stand der Technik stattgefunden, verteidigte der Fachmann die Bau-Ausführung. Heute sei man in Fragen der Dämmung und Abdichtung eben wesentlich weiter. Mehrere Räte befürchten, dass eine Sanierung ein Fass ohne Boden werden könnte. Bei einer reinen Sanierung, so ihre Sorge, müsse man alle 10 oder 15 Jahre wieder eine sechsstellige Summe investieren. Außerdem würden sich die Kritiker an der Sanierung des Farrenstalls im Jahr 1984 wieder melden, befürchtete ein Sprecher. Die Sanierung des Farrenstalls hatte seinerzeit gut eine Million DM gekostet. In den letzten 15 Jahren habe man kaum Reparaturen an dem Gebäude gehabt, so Bürgermeister Jochen Reutter. Man werde freilich vom Gutachter eine Zukunftsprognose über die Haltbarkeit der Sanierungsvorschläge anfordern. Die bittere Pille der Sanierung zu schlucken und nach Möglichkeit die Fachwerk-Fassade zu erhalten, forderten mehrere Gemeinderäte. Einer äußerte allerdings Zweifel an der Kompetenz des Gutachters. Im süddeutschen Raum gebe es keinen Besseren, erwiderte Bürgermeister Reutter. Der Vorsitzende will noch vor Vorlage des Gutachtens einen sechsstelligen Betrag im Haushaltsplan 2001 für die Sanierung einstellen.
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Butzbach: Furt statt Brücke?
Einen Beschluss zur Sanierung der Butzbach-Feldwegbrücke an der Markungsgrenze nach Sparwiesen hat der Gemeinderat zurückgestellt. Vorher soll Bürgermeister Reutter mit der Stadt Uhingen einen Alternativ-Vorschlag aus der Mitte des Gremiums besprechen. Die ca. 80 Jahre alte Brücke ist abrissreif, eine Sanierung nicht sinnvoll. Dies belegt ein Gutachten, das der Ver-treter des prüfenden Ing.Büros dem Gemeinderat vorstellte. Die neue Brücke, die die Gutachter vorschlagen, kostet 170.000,--DM, nachdem für frühere Varianten bis zu 300.000,--DM veranschlagt waren. Hattenhofen und Uhingen würden sich die Kosten hälftig teilen. Mehrere Räte hatten ihre Probleme mit der Planung, allerdings aus völlig unterschiedlichen Gründen. Zwei Sprecher wiesen darauf hin, dass der geplante Querschnitt der Brücke ein 100-jähriges Hochwasser nicht abführen könne. Die ankommenden Wassermengen bei Hochwasser müsse man vor dem Hintergrund einer möglichen Sanierung der Butzbachverdohlung beim Hattenhofer Sauerbrunnen berücksichtigen und entsprechend größer planen. Dem setzte Bürgermeister Jochen Reutter entgegen, dass im Bereich der Sparwieser Brücke genügend Fläche für eine Überflutung sei. Die prognostizierte Lebensdauer von 60 Jahren sowie die Höhe der Sanierungskosten gefielen einem anderen Gemeinderat überhaupt nicht. Da der Butzbach dort meist nur wenig Wasser führe, reiche eine Verdohlung mit Fahrbahnabsenkung, um eine Furt herzustellen. Diese könne der Bauhof kostensparend selbst bauen. Bei Hochwasser, so der Sprecher, könne man an diesem Tag eben nicht über die Furt fahren. Da die Brücke sowohl von Hattenhofer als auch von Sparwieser Landwirten so gut wie nicht genutzt werde, ergänzte ein Kollege, reiche eine Furt oder eine Fußgängerbrücke vollkommen aus. Man könne im Hochwasserfall andere Wege nutzen. Bürgermeister Reutter soll nun mit Uhingen abklären, ob die Stadt sich mit dieser technisch einfacheren und kostengünstigen Lösung anfreunden könnte.
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Brückensanierung am Graubach
Eine weitere Brücke in Hattenhofen ist zu sanieren. Die Wegbrücke im Dorfwiesen soll der Bauhof richten. Wo nötig, wird eine Fremdfirma eingesetzt. Dipl.Ing. Jürgen Müller hatte auch hier die Schäden erläutert. Aufgrund mangelhafter Abdichtung splittert der Beton ab. Teilweise gibt es schon offene kleine Ausbrüche. Das Holzholmgeländer entspricht nicht den heutigen Sicherheitsstandards. Nur bei einer kompletten Abdichtung kann die Brücke langfristig erhalten werden. Die Sanierungskosten schätzt der Experte auf 45.000,--DM. An der Notwendigkeit der Sanierung gab es im Gremium keine Zweifel. Man habe keine Gefahr im Verzug und könne bis zu einem Jahr noch warten, erläuterte Gutachter Müller auf Anfrage, der Schaden werde aber dann größer und die Sanierung nicht billiger. Um Kosten zu sparen, soll nun der Bauhof die Brücke abräumen, trockenlegen und abdichten. Zur Sandstrahlung muss eventuell eine Spezialfirma herangezogen werden. Der Standort der Brücke ändert sich nicht, wie aus dem Gremium angeregt wurde, ebenfalls bleibt es bei der bisherigen Nutzung und Klassifizierung.
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Bebauungsplanänderung "Dobelwiesen" vor Abschluss
Im Bebauungsplanverfahren Dobelwiesen erhält das Grundstück Sparwieser Straße 13 anstelle der aufzuhebenden alten Baulinie ein Baufenster. Die neue Erschließungsstraße am östlichen Bebauungsrand hält einen Abstand von drei Metern zum Wassergraben ein. Die Anregung des Landratsamts, die Stellplatzverpflichtung von 1,5 Plätzen je Wohnung auf 1 Platz zu reduzieren, wird nicht berücksichtigt. Der Entwurf des Bebauungsplans wird mit den Änderungen erneut gebilligt. Dies hat der Gemeinderat einstimmig beschlossen. Die betroffenen Grundstückseigentümer sowie die betroffenen Träger öffentlicher Belan-ge erhalten erneut Gelegenheit zur Stellungnahme. Hauptamtsleiter Norbert Baar hatte den Planungsstand erläutert. Im Wohn-gebiet Dobelwiesen werden durch die Planänderung unter anderem die Baufenster strukturiert und die Zahl der Wohnungen festgelegt. Damit sollen Bauten verhindert werden, die nicht mehr den heutigen Maßstäben Hattenhofens entsprechen.
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Ahnenforschung im Internet
Susan Cunningham aus Petaloma in Nordkalifornien (San Franzisco Bay) hat über das Internet die Heimatgemeinde ihrer Vorfahren kennengelernt: Hattenhofen. Darüber informierte Amtsrat Norbert Baar Gremium und Zuhörer. Oma, Uroma und die Ururgroßeltern (Familie Jauss) waren 1901 nach Amerika ausgewandert. Lebende Nachfahren in Hattenhofen gibt es keine mehr. Das Rathaus ist seit einem halben Jahr per E-Mail im Kontakt mit Frau Cunningham, die sehr glücklich über die erfolgreiche Ahnenforschung ist.
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