Bericht von der Gemeinderatssitzung
am 21.02.2001

Kurz berichtet
Doppelhaus umstritten
Wasserpreis trotz Investitionen stabil
Gemeindemobil: Noch kein Beschluss gefasst
Gemeinde soll sich nach Norden entwickeln

Kurz berichtet
Satteldach: Trotz unterschiedlicher städtebaulicher Bewertung im Gremium erteilte der Gemeinderat dem Bau eines Satteldaches auf eine Flachdachgarage im Rechbergweg 3 einstimmig das Einvernehmen.
Behindertengerecht: Der Behindertenparkplatz in der Ortsmitte wurde erneut versetzt, bestätigte Hauptamtsleiter Norbert Baar auf Anfrage, diesmal allerdings endgültig. Der neue Standort wurde auf Vorschlag von behinderten Autofahrern festgelegt.
Telefonzelle: Nur noch eine öffentliche Telefonzelle wird es künftig in Hattenhofen geben. Über diese Absicht der Deutschen Telekom informierte Bürgermeister Jochen Reutter das Gremium. Das Häuschen gegenüber dem Sauerbrunnen wird abgebaut, da es laut Telekom nicht mehr kostendeckend betrieben werden kann. Die anstehende Umrüstung auf EURO lohne sich dort nicht mehr. Derzeit sind bundesweit laut Gutachten 48 Millionen Mobiltelefone in Gebrauch. Die einzige öffentliche Telefonzelle in Hattenhofen wird künftig die vor der Sillerhalle sein.
Strahler: Obwohl er mehrfach versetzt wurde, kann der Strahler vor dem "Lamm", der das Ensemble Rathaus und Kirche beleuchten soll, immer noch Autofahrer blenden. Dies bestätigte Bürgermeister Jochen Reutter auf Anfrage. Die Verwaltung will das Problem nun mit dem Elektriker endgültig lösen. Ein Vorschlag aus dem Gremium lautete, für Rathaus und Kirche je einen separaten Strahler anzubringen.
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Doppelhaus umstritten
Mit noch mehr Gegenstimmen als bei seinem Vorgänger gab der Gemeinderat dem Bau eines zweiten Doppelhauses im Ländle hinter der Katholischen Kirche grünes Licht. Vier Räte stimmten gegen den Antrag, ein Gemeinderat enthielt sich der Stimme. Trotz der engen Situation auf dem Grundstück mit künftig vier Doppelhaushälften hatte die Verwaltung angesichts der Beratungen in der letzten Gemeinderatssitzung die Erteilung des Einvernehmens vorgeschlagen. Man müsse den eingeschlagenen Weg zu Ende gehen, so Bürgermeister Jochen Reutter, immerhin könne man vier Familien Wohnraum verschaffen. Je öfter das Baugesuch auf der Tagesordnung stehe, desto unwohler werde ihm, bekannte ein Gemeinderat. Die ursprüngliche Planung hatte nämlich vorgesehen, auf dem Areal zwei bis drei Einfamilienhäuser unterzubringen. Die Käufer der Häuser seien rechtzeitig informiert worden, so ein Gemeinderat, nun müßten sie mit der beengten Situation klar kommen. Mit dem Bauträger hart ins Gericht ging ein anderer Gemeinderat, die Firma habe schon an anderen Stellen im Ort Grundstücke "ausgemostet". Als "Mißgeburt" bezeichnete ein Kollege aus dem Gremium die Form der vierten Doppelhaushälfte, die sich der Grundstücksform anpassen muss. Man werde aus dem Vorgang seine Lehren ziehen, so Bürgermeister Reutter. Immerhin gehe der Grundstückserlös zu Gunsten einer guten Sache, nämlich der Finanzierung des neuen Gemeindesaals der Katholischen Kirche.
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Wasserpreis trotz Investitionen stabil
Aus der Sitzung der Verbandsversammlung des Zweckverbands Uhinger Wasserversorgungsgruppe berichtete Hauptamtsleiter Norbert Baar. Der Zweck- Verband verabschiedete den Wirtschaftsplan als Doppelhaushalt für die Jahre 2001 und 2002. Dieses Jahr wird ein Volumen von 3,4 Millionen DM bewegt, der Haushalt für 2002 beträgt 2,8 Millionen DM. An Sanierungen stehen die Pumpstation in Uhingen, die 180.000,--DM kostet, sowie der Austausch der dreißig Jahre alten Elektrotechnik für gut 600.000,--DM an. In der Sitzung erfolgte die Vergabe an eine Denkendorfer Firma, die das Vorhaben in drei Stufen ausführen wird. Wegen einer Kreditaufnahme von 473.000,--DM steigt der Schuldenstand auf 715.000,--DM. Trotz der anstehenden Investitionen wird der Wasserbezugspreis für die Gemeinden nicht teurer.
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Gemeindemobil: Noch kein Beschluss gefasst
Bevor der Gemeinderat über die Anschaffung eines für die Gemeinde kostenlosen Gemeindemobils entscheidet, soll die Verwaltung offene Fragen klären. Unter anderem möchte Bürgermeister Reutter prüfen, ob sich ein solches Projekt mit den örtlichen Firmen realisieren lässt. Immer mehr Gemeinden lassen sich einen von der Werbung finanzierten Neunsitzerbus für fünf Jahre kostenlos anbieten. In Hattenhofen hatten neun Vereine und Organisationen Interesse an einem solchen Fahrzeug geäußert, das vor allem Jugendliche von Sportvereinen zu den Spielen transportieren könnte. Auch Privatleute könnten das Fahrzeug mieten. In der Gemeinde Eschenbach wird dies seit einiger Zeit so praktiziert. Dort wird das Fahrzeug ehrenamtlich betreut. Vereine zahlen die halbe Leihgebühr gegenüber Privaten, die Beförderung Jugendlicher eines Vereins ist kostenlos, abgesehen vom Spritkostenersatz. Die gewerblichen Autoverleiher in Hattenhofen stehen der Anschaffung eines solchen Fahrzeugs skeptisch gegenüber. Die Vereine haben zwar Interesse an der Nutzung, jedoch nicht an der ehrenamtlichen Betreuung des Fahrzeugs gezeigt. Bedenken äußerten einige Gemeinderäte in rechtlicher Hinsicht, was die Haftung bei Unfällen anbelangt. Außerdem wurde eine gewisse Skepsis gegenüber den Werbefirmen geäußert. Einige Räte befürchteten Streitereien darüber, wer das Fahrzeug am Wochenende nutzen dürfe, während es unter der Woche kaum genutzt werde. Man solle die Vereine lieber über Spenden oder Trikotkauf direkt fördern, meinte ein Sprecher. Auf die Zahl der Interessenten hob ein Gemeinderat ab, der allerdings bedauerte, dass von diesen kein einziger in der Gemeinderatssitzung anwesend war. Bürgermeister Reutter will die offenen Fragen klären und die örtlichen Firmen einbeziehen.
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Gemeinde soll sich nach Norden entwickeln
- Gemeinderat billigt Flächennutzungsplan -

In Sachen wohnbauliche Entwicklung herrscht nun Klarheit. Die Fortschreibung des Flächennutzungsplans gemäß dem unten abgedruckten Plan hat der Gemeinderat einstimmig gebilligt. Das Gremium hatte die Grundsätze der Gemeindeentwicklung zuvor in einer Klausurtagung entwickelt. Die Anregungen aus dem Gemeinderat waren in dem Plan enthalten, den die Ingenieure Karl Haag und Timo Schäfer vom Stuttgarter Büro Wick + Partner der Öffentlichkeit vorstellten. Der Plan zeigt die Wohnbauflächen bis 2015 sowie weitere Wohnbauoptionen für die Zeit danach. Neben der Fortschreibung des Flächennutzungsplans, so Bürgermei-ster Jochen Reutter, werde man die wohnbaulichen Entwicklungspotentiale über Schließung von innerörtlichen Baulücken sowie mittels Bebauungsplänen am Ortsrandgebiet steuern. Zur Genehmigung des Flächennutzungsplans muss die Gemeinde den übergeordneten Behörden den Wohnbaubedarf nachweisen, erläuterte Planer Karl Haag. Es gibt hierzu drei verschiedene Berechnungsarten, die bis zum Jahr 2015 in Hattenhofen einen Wohnflächenbedarf zwischen 2,9 und 6,6 Hektar zugrunde legen. Der Planer lobte die Verzahnung von Wohnen und Naturräumen, das das Leben in Hattenhofen wohnwert mache und außerdem in der näheren und weiteren Umgebung ein äußerst seltenes Ortsbild darstelle. Man habe ein hohes Potential an Landschaft und Umgebungsqualität, das die künftige Flächennutzungsplanung berücksichtige. Die städtebauliche Untersuchung und Bewertung durch das Büro Wick + Partner habe das gleiche Ergebnis gebracht, wie frühere Gemeinderäte in den letzten 20 Jahren, zuletzt 1992, fixiert hätten. Die wohnbauliche Entwicklung sehen Gemeinderat und Planer im Norden, dort werden die Bereiche Langer Morgen und Dobelwiesen-Ahorn bzw. Dobelwiesen abgerundet. Die Wegbeziehungen zu öffentlichen Einrichtungen in der Ortsmitte sind dort günstig, man kann zudem wirtschaftlich erschließen. Ökologische Belange sind in dem Bereich am wenigsten beeinträchtigt. Die Entwicklung bis 2015 orientiert sich an einer mittleren Flächenmarge von ca. 4,5 Hektar. Für die Entwicklung nach 2015 sind weitere sieben Hektar vorgesehen, deren Realisierung aber von der Bevölkerungsentwicklung abhängt. Die nördlichste Bebauung ist 700 Meter von der Ortsmitte entfernt und damit nicht weiter weg als die Ränder des Wohngebiets Bruckwiesen, das Wohngebiet Reustadt sowie der Wohnbereich in der Friedhofstraße. Trotz des Bevölkerungsrückgangs in Deutschland gebe es im Südwesten steigenden Flächenbedarf, so ein Gemeinderat, da die dortige Industrie Zuwanderer anziehe. Nun liege ein schlüssiges Entwicklungskonzept vor, das sich sehen lasse, lobte der Sprecher die Planung. Es werde weiterhin Wert auf Landschaft gelegt und die erforderlichen Abstände zu Aussiedlerhöfen seien eingehalten. Die neue Planung sehe auch vor, dass Oberflächenwasser nicht über die Kanäle, sondern über Gewässergräben abgeführt wird, unterstrich der Gemeinderat die wasserwirtschaftliche Kom-ponente. Es sei nun an der Zeit, der Bevölkerung zu zeigen, wo die weitere Wohnbauentwicklung liege, meinte ein anderer Ge-meinderat, der den Entwurf befürwortete. Das Wohngebiet Langer Morgen II, das das bestehende Wohngebiet in südlicher Rich-tung ergänzen soll, wurde von verschiedenen Gemeinderäten allerdings als unharmonische Entwicklung angesehen. Es wurden zudem Probleme mit der Landwirtschaft in der Ledergasse befürchtet. Diese Fragen würden mit den Trägern öffentlicher Belange abgeklärt, so Bürgermeister Jochen Reutter, auf deren mögliche Bedenken könne man dann immer noch planerisch reagieren. Sich bei der Reihenfolge der einzelnen Wohngebiete nicht zu sehr festzulegen, riet ein Gemeinderat, um zum Einen wirtschaftlich erschließen zu können und zum Anderen auch flexibel zu bleiben. Die Bereiche Langer Morgen in Richtung "Bäumle" können über einen vorhandenen Kanal entwässert werden, wandte ein Kollege ein, und seien deswegen schon länger im Flächennutzungsplan ausgewiesen. Aus wirtschaftlichen Gründen müsse man dort mit der Ausweisung weiterer Wohngebiete beginnen. Das Entwick-lungskonzept wird nun im Flächennutzungsplan-Änderungsverfahren des Raums Bad Boll den Trägern öffentlicher Belange sowie den Bürgern zur Beurteilung vorgelegt.
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