Bericht von der Gemeinderatssitzung
24.07.2001

Aus dem Gemeinderat

Kurz berichtet
Bauanträge
Bunte Dächer auf dem Kndergarten?

Kurz berichtet
Achte Änderung: Auf fünf Grundstücken im Bereich Steigle wird der Bebauungsplan "Bruckwiesen-Tannenbrunnen" geändert. Die Festsetzungen werden den umliegenden Grundstücken angepasst. (Siehe öffentliche Bekanntmachung in dieser Ausgabe.)
Farrenstall: Für 124.000,--DM wird die Firma Banzhaf aus Kirchheim beauftragt, die Westfassade des Bürgerhauses Farrenstall zu sanieren. Dies hat der Gemeinderat bei einer Gegenstimme beschlossen. Zu diesen Kosten komme noch das Honorar des Planers hinzu, erläuterte Bürgermeister Jochen Reutter auf Anfrage.
Feldwegbrücke: Die Sanierung der Butzbachbrücke vor Sparwiesen vergab der Gemeinderat bei einer Gegenstimme an die Firma Keller Bau Süßen. Die Sanierung kostet 116.000,--DM, 104.000,--DM erhält die Gemeinde als Ablösezahlung von der Stadt Uhingen.
Zisternen: Nicht neun Zisternen, wie es nach der letzten Gemeinderatssitzung teilweise zu lesen war, sondern mindestens dreißig private Regenwasserspeicher gibt es in Hattenhofen. Darauf wies Hauptamtsleiter Norbert Baar hin. Die Gemeinde hat in den letzten zehn Jahren 28 Zisternen mit knapp 17.000,--DM gefördert.
Realschule: Das letzte Gespräch mit Kultusministerium und Oberschulamt in Sachen Realschule sei ernüchternd gewesen, informierte Bürgermeister Reutter. Darüber hatte auch schon die NWZ berichtet. Die acht Voralbgemeinden wollen in Sachen Schulentwicklung aber am Ball bleiben. Nach dem Sommer soll ein Grundsatzpapier verabschiedet werden. Die Gemeinden suchen nun die politische Unterstützung.
Erschließung: Die Erschließung des künftigen DRK-Geländes und der dahinterliegenden Reserveflächen mit Abwasserkanal und Wasserversorgung wird die Gemeinde beschränkt ausschreiben. Die Kosten im öffentlichen Bereich werden sich auf ca. 120.000,--DM belaufen. Sämtliche Leitungen werden zudem so dimensioniert, dass auch die künftigen Reserveflächen versorgt werden können. Die Kapazität der Klärteiche ist für die neuen Flächen ausreichend ausgelegt, erläuterte Verbandsbaumeister Rudolf Thaler auf Anfrage.
Verkehrsschau: Für eine weitere Gefahrenbeschilderung im Bereich der Verschwenkung Ortsausfahrt Richtung Albershausen sieht die Verkehrsschau des Landkreises keine Möglichkeit und keine Notwendigkeit. Anlieger aus dem "Sommergarten" hatten eine verstärkte Warnbeschilderung gefordert. Auf den Vorwegweisern am Kreisverkehr sollen Hinweise zu den beiden Gewerbegebieten im Ort angebracht werden. Die Kosten übernimmt die Gemeinde.
Sparwieser Straße: Durch den neuen Bebauungsplan wird in der Sparwieser Straße planerisch ein Gehweg ausgewiesen. Am Ortsausgang darf ein Grundstückseigentümer ein Einfamilienhaus bauen. Das Baufenster für die geplante Bauhofremise auf einem Regenüberlaufbecken wird vergrößert. Mit diesen Planänderungen war der Gemeinderat einverstanden. Es werden nun nochmals die betroffenen Behörden und Eigentümer beteiligt, bevor im Herbst der Satzungsbeschluss gefasst werden soll.
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Bauanträge
Das Einvernehmen erhielten der Bau einer Garage in der Hauptstraße 4 sowie der Bau einer Dachgaube im Eschenweg 5. Vom Bau einer Zeltlagerhalle, Friedhofstraße 56, der Errichtung eines Wohnhauses mit Doppelgarage im Sommergarten 12 und dem Bau einer Dachgaube in Uhlandstraße 37 nahm der Gemeinderat Kenntnis
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Bunte Dächer auf dem Kndergarten?
- Gemeinderat will Kostenvergleich -

Das örtliche Architekturbüro Liebrich wird beauftragt, den Bau von Steildächern auf dem Kindergartenaltbau in technischer und finanzieller Sicht zu prüfen. Dies hat der Gemeinderat bei fünf Gegenstimmen beschlossen. Ein weitergehender Antrag, jetzt schon einen beschränkten Wettbewerb für den Bau von Satteldächern auf dem Kindergartengebäude auszuschreiben, war zuvor mit fünf Ja- und neun Nein-Stimmen abgelehnt worden.
Seit längerem befasst sich der Gemeinderat mit der nötigen Sanierung des Kindergartendaches. Nachdem letztes Jahr zunächst der Bau eines geneigten Flachdaches beschlossen worden war, hatte das Planungsbüro Liebrich festgestellt, dass diese Variante wegen der komplizierten Konstruktion des Gebäudes technisch nicht durchführbar ist. Der Vorschlag von Verwaltung und Planer, stattdessen das vorhandene Flachdach zu sanieren, war im Gremium nicht mehrheitsfähig. Die Gemeinde hatte daher ihren Berater Dr. Jürgen Koch gebeten, städetbauliche Alternativen zu prüfen. Dieser stellte nun dem Gemeinderat ein Modell vor, auf dem die verschiedenen Gebäudeteile jeweils ein eigenes Satteldach erhalten. Mit dem örtlichen Planer sei der Gemeinderat fachlich sehr gut bedient, hatte der Architekturexperte eingangs zuvor betont. Die nun vorgeschlagene, zunächst recht einfach scheinende Lösung sei das Ergebnis vieler Stunden gemeinsamer Überlegungen von ihm und dem Architekturbüro Liebrich. Wenn man dieses Vorhaben allerdings lieblos und ohne Phantasie umsetze, erhalte man ein "Aldi-Dach", so Koch, deswegen müsse ein qualitativ hochwertiges neues Bauwerk entstehen. Der Planer schlug vor, ein buntes Dach mit farbigen Dachziegeln, Glasbausteinen, einem Wintergarten und anderen phantasievollen Elementen zu bauen. Man müsse dies kreativ inszenieren wie die berühmten Häuser des Künstlers Friedrich Hundertwasser. Diese Variante werde allerdings teurer als die Flachdachsanierung. Letztere sei in technischer Sicht die vernünftigste Lösung, da bei Beachtung der neuesten Normen ein Flachdach 30 Jahre halte. Froh über die vom Städteplaner vorgestellte Alternative zeigten sich die meisten Gemeinderäte. Mehrere Sprecher zeigten sich jedoch besorgt, dass die Steildachvariante eine finanzielle Dimension annehmen werde, die die Gemeinde sich nicht leisten könne. Ohne dass schon eine genaue Kostenrechnung vorliegt, gingen manche Gemeinderäte vom Doppelten der Kosten für eine Flachdachsanierung aus. Diese kostet ca. 400.000,--DM. Mehrere Räte regten daher an, einen beschränkten Wettbewerb auszuschreiben, um für die Schrägdachvariante die beste Lösung zu ermitteln. Dies hielten Bürgermeister Jochen Reutter und Architekt Dr. Jürgen Koch jedoch noch für zu früh. Zunächst sei Fleißarbeit im Detail gefragt, so der Städteplaner, man müsse die Kosten ermitteln und technische Vorgaben machen. Der örtliche Bauingenieur sei problemlos in der Lage, dies zu leisten. Wenn das Schrägdachmodell technisch und finanziell durchgerechnet sei, könne man die beiden Alternativen gegenüberstellen, so Bürgermeister Reutter. Sofern sich dann der Gemeinderat für das Schrägdach entscheide, sei es denkbar, einen beschränkten Wettbewerb durchzuführen. Die Entscheidung sei aber erst möglich, wenn die genaue Kostenschätzung vorliege. Der Antrag aus dem Gremium auf die Ausschreibung eines beschränkten Wettbewerbs wurde mehrheitlich abgelehnt, der Verwaltungsvorschlag erhielt das Votum. Er beneide die Gemeinderäte nicht um ihre Qual der Wahl, hatte Jürgen Koch zu Beginn der Sitzung gesagt, das Thema werde dem Gremium noch Kopfzerbrechen bereiten. Womit er Recht behalten sollte, wie die lange und detaillierte Diskussion zeigte.
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