Bericht von der Gemeinderatssitzung
24.10.2001

Kurz berichtet Windkraftanlagen in Hattenhofen?
Sommergarten: Probleme mit Gebäudehöhe Bebauungsplan Sonnerweide II: Vor Erweiterung Eigentümer und Behörden anhören
Judomatten: TSGV erhält Zuschuss Nicht immer einfach: Beschäftigung von Hilfeempfängern
-Gemeinde will Beitrag leisten-
Gemeinde will mehr behindertengerechte Gebäude Diskussion um Friedhofsgebühren
Gemeinde setzt Solarförderung fort. Umfassende Gemeindesanierung: Hattenhofen will Landesmittel
- Wenig Chancen auf sofortige Zuschüsse -

Kurz berichtet
Bauanträge: Einem Flachdach-Carport in der Schützenstraße 42 und einer Doppelgarage im Sommergarten 31/1 erteilte der Gemeinderat das Einvernehmen. Mehrere Räte regten an, die Doppelgarage zu drehen um weniger Fläche auf dem Grundstück zu versiegeln. Die Verwaltung will dies mit den Bauherren besprechen.
Gutachtergebühren: Die Gutachterausschuss-Gebührensatzung wird ab Januar 2002 an den Euro angepasst. Die Umstellung erfolgt im Verhältnis 2:1, so dass die Gebühren minimal sinken. Die Gebühren fallen an, wenn der gemeindliche Gutachterausschuss Grundstückseigentümer berät und ein Einzelgutachten zur Wertermittlung des Grundstücks bzw. Gebäudes erstellt.
Planung vergeben: Die Bürogemeinschaft Stübler, Esslingen und Metzger, Kirchheim/Teck werden mit den Vermessungs- und Planungsarbeiten für den Bebauungsplan Schützenstraße beauftragt. Mit einem Pauschalpreis von knapp 23.000,--DM lagen die Büros etwa 5.000,--DM günstiger als der Mitbewerber.
Gute Resonanz: Vor allem aufgrund der Werbeanzeigen konnte die Gemeinde auch das diesjährige Schülerferienprogramm kostendeckend abschließen. Bürgermeister Jochen Reutter freute sich insbesondere über die gute Resonanz bei den Schülerinnen und Schülern.
Straßenbeleuchtung: Die Elektrofirma Hausch, Nachfolger Zwick, hat den Auftrag, die komplette Straßenbeleuchtung in Hattenhofen zu überprüfen, da es in letzter Zeit immer wieder zu Ausfällen kam. Wie es derzeit aussieht, liegen die Probleme bei den Stationen der Neckarwerke Stuttgart. Jedenfalls, betonte Hauptamtsleiter Norbert Baar, liege es nicht an der Umstellung auf Natriumdampfleuchten.
Asylantenwohnung: Die Gemeinde muss in Kürze damit rechnen, wieder einen Asylbewerber aufnehmen zu müssen. Vor allem Flüchtlinge aus Afghanistan und dem Irak füllen derzeit die staatlichen Sammellager und werden nach Abschluss ihres Verfahrens auf die Gemeinden verteilt. Derzeit verfügt die Gemeinde über keine freie Wohnung und muss sich Gedanken machen, wo sie die zugewiesene Person unterbringen könnte.
Kläranlage: Die Uhinger Kläranlage läuft reibungslos, berichtete Bürgermeister Reutter aus der letzten Ausschuss-Sitzung. Größere Investitionen stünden nicht an. Ein Gemeinderat bestätigte, dass die Anlage gut gewartet werde.
Zum Seitenanfang

Sommergarten: Probleme mit Gebäudehöhe
Noch ist nicht klar, wie hoch die geplanten Häuser an der Bauzeile entlang des Lärmschutzwalls Albershauser Straße im Baugebiet Sommergarten gebaut werden dürfen. Der Bauantrag für ein Doppelhaus im Sommergarten 5 und 5/1 wurde von dem Bauherrn bis zur Klärung zurückgestellt. In der nächsten Gemeinderatssitzung am 14.November wollen die Räte endgültig entscheiden. Das Problem besteht darin, dass anders als bei der Planung vorausgesetzt keine Nachfrage nach Reihenhäusern besteht. Die jetzt vorgesehenen Doppelhäuser werden höher als ein Reihenhaus. Gesteht man den Bauherren zu, dass sie ihre Keller ohne Hebeanlage entwässern können, werden die Häuser so hoch, dass sie städtebaulich und auch was den Lärmschutz anbelangt eine Höhe erreichen, die für die Gemeinde nicht mehr akzeptabel ist. Werden die Häuser tiefer gebaut, müssten die Bauherren das Abwasser im Keller pumpen und eventuell sogar zusätzliche Rückstausicherungen im Erdgeschoss anbringen. Der Grund für diese Situation liegt darin, dass zwischen dem Sommergarten und der Albershauser Straße ein Höhenunterschied von zwei Metern besteht. Obwohl der Kanal im Sommergarten wesentlich tiefer als üblich eingelegt wurde, reicht die Anschlussebene in diesem Fall nicht aus. Die Räte wollen in der nächsten Sitzung entscheiden, ob möglicherweise ein neuer Kanal entlang des Lärmschutzwalls gebaut wird, der die geplanten Häuser entwässern würde und es ermöglicht, die Gebäude gegenüber der jetzt beantragten Höhe um 1,20 Meter zu drücken. Die Kosten lägen bei rund 70.000,--DM. Es ist noch offen, ob und wie diese Kosten auf die Grundstückspreise umgelegt werden könnten. Bürgermeister Jochen Reutter will eine Lösung, die sowohl in städtebaulicher Hinsicht für Gemeinde und Bauherren zufriedenstellend ist als auch die Abwasserentsorgung berücksichtigt. Der Gemeinderat nahm ohne weitere Aussprache von dem Sachstand Kenntnis.
Zum Seitenanfang

Judomatten: TSGV erhält Zuschuss
Unter der Voraussetzung, dass der Württembergische Landessportbund 30% der Kosten übernimmt, wird auch die Gemeinde 30 % für die Beschaffung von Judomatten beisteuern. Die restlichen Kosten von 40% trägt der TSGV. Dies hat der Gemeinderat mit acht Ja und sechs Nein-Stimmen beschlossen. Der Antrag, dass die Gemeinde 70% der Kosten übernimmt und der TSGV keinen Eigenanteil leisten muss, war bei vier Ja-Stimmen und zehn Nein-Stimmen abgelehnt worden. Ebenso scheiterte ein Antrag mit zwei Ja und zwölf Nein-Stimmen, dass die Gemeinde 50% und der Verein 20% der Kosten übernimmt. Die Gesamtkosten für die Matten und Mattenwägen betragen rund 13.000 DM. Nachdem eine Entscheidung über den Zuschuss der Gemeinde in einer früheren Sitzung vertagt worden war, hatte Siegfried Rau, der 1.Vorsitzende des TSGV Hattenhofen, dem Gemeinderat dargelegt, dass die Judomatten nicht nur vom TSGV, sondern auch für andere Zwecke verwendet werden könnten. Der Sprecher führte dabei den Kindergarten, die Schule, die VHS, die Seniorengymnastik des DRK, die Turngruppen des TSGV und Selbstverteidigungskurse für Frauen an. Die laufenden Judokurse selbst hätten mittlerweile großen Zulauf. Mit dem neuen Angebot wolle sich der Verein dem Wettbewerb durch private Fitneß-Studios stellen. Sechs Vergleichsangebote haben ergeben, dass die vom TSGV gewünschten Matten die günstigsten sind. Dass der TSGV sein Angebot erweitern will, wurde von den Sprechern im Gemeinderat begrüßt und nachvollzogen. Unterschiedlicher Ansicht waren die Räte, wie hoch der gemeindliche Zuschuss ausfallen soll. Die vom Verein genannten zusätzlichen Nutzungen seien eher theoretischer Natur, erklärten manche Sprecher. Vereinsvorsitzender Siegfried Rau musste dann auch einräumen, dass er die aufgezählten Verwendungen mit den jeweiligen Organisationen noch nicht abschließend abgeklärt hat. Nachdem die Nutzung also überwiegend durch die Judoabteilung des TSGV stattfinde, müsse sich dieser auch mit dem größten Anteil an den Kosten beteiligen, war schließlich die Mehrheitsmeinung im Gremium.
Zum Seitenanfang

Gemeinde will mehr behindertengerechte Gebäude
Im Eingangsbereich von Rathaus und Kindergarten sowie auf den Toiletten auf dem Friedhof will die Gemeinde demnächst behindertengerechte Zugangsmöglichkeiten schaffen. Eine Begehung mit dem Kreisbehindertenring, an der unter anderem dessen Vorsitzender MdB Klaus Riegert und Kreisrat Walter Hertle als Rollstuhlfahrer teilgenommen hatten, ergab einen Mängelkatalog, der den Räten vorlag. Wie in den meisten deutschen Gemeinden sind auch in Hattenhofen die Mehrheit der öffentlichen Gebäude, Plätze, Wege und Verkehrsmittel noch nicht behindertengerecht. Auch bei Arztpraxen und ähnlichen Einrichtungen ist oft keine Behindertengerechtigkeit gegeben. Dabei, so Bürgermeister Jochen Reutter, dürfe nach dem Grundgesetz niemand wegen seiner Behinderung benachteiligt werden. Im Alltag sehe dies aber anders aus. Jeder könne durch einen Unfall oder im Alter behindert werden, so Hauptamtsleiter Norbert Baar, deswegen wolle sich Hattenhofen daran machen, die Mängel in öffentlichen Gebäuden wo möglich nach und nach abzubauen. Teilweise würden schon kleine Maßnahmen weiterhelfen, in anderen Fällen (z.B. Bürgerhaus Farrenstall) könne man nichts tun. Ein Gemeinderat regte an, zusätzlich sämtliche Geschäfte und Gaststätten im Ort zu überprüfen.
Zum Seitenanfang

Gemeinde setzt Solarförderung fort.
Die Gemeinde setzt ihr Förderprogramm für thermische Solaranlagen fort bis zum 31.12.2004. Gleichzeitig wird die Förderung um Fotovoltaikanlagen ergänzt. Das gesamte Programm steht unter Finanzierungsvorbehalt. Dies hat der Gemeinderat einstimmig beschlossen. In vier Jahren hat die Gemeinde mittlerweile 16 Solaranlagen gefördert. Dafür gibt sie etwa 4.000,--DM im Jahr aus. Mittlerweile wurde auch eine Fotovoltaikanlage erstellt und bezuschusst. Keine Diskussion gab es im Gremium über die Wichtigkeit der Solartechnik als regenerativer Energie und deren Förderung. Die aktualisierten Richtlinien werden demnächst im Mitteilungs-blatt veröffentlicht.
Zum Seitenanfang

Windkraftanlagen in Hattenhofen?
Von einer Form der regenerativen Energieerzeugung zur nächsten: Aus der Beratung zur Solarförderung, die schnell abgeschlossen war, entwickelte sich eine Diskussion um das Thema Windkraft. Ein Gemeinderat hatte empfohlen, dass sich die Gemeinde rechtzeitig mit dem Thema befassen solle. Derzeit lese man in der Presse von vielen Gemeinden, die als mögliche Standorte für Windkraftanlagen ausgewiesen seien. Die aktuellen Anlagen seien moderne Technik und nutzten erneuerbare Energie auf schonende Weise. Andererseits sei immer das Problem des Landschaftschutzes gegeben, so der Sprecher. Andere Sprecher äußerten sich skeptisch zu dem Thema: Hattenhofen habe eine zu kleine Markung, um Standorte für solche Anlagen anbieten zu können. Er rede nicht einer Ausweisung von Windkraftanlagen das Wort, so der Sprecher, der das Thema angeregt hatte. Man müsse sich aber rechtzeitig über die Entwicklung informieren, da durchaus viele private Grundstückseigentümer an dem für sie lukrativen Geschäft, hierfür Fläche zur Verfügung zu stellen, interessiert seien. Dies sieht auch Bürgermeister Jochen Reutter so. Derzeit laufe eine Anhörung in der Region zur Standortfrage, wobei Standorte in Nachbargemeinden im Gespräch seien, jedoch nicht in Hattenhofen. Der Vorsitzende will den Gemeinderat über den Sachstand demnächst genauer informieren.
Zum Seitenanfang

Bebauungsplan Sonnerweide II: Vor Erweiterung Eigentümer und Behörden anhören
Die Gemeinde wird prüfen, ob das Areal Lindenhof und das Schützenhaus in den Geltungsbereich des erweiterten Bebauungsplans Sommerweide einbezogen werden. Außerdem sollen mit dem örtlichen Naturschutzbund vor Ort die möglichen Ausgleichsmaßnahmen für den Eingriff in die Landschaft besprochen werden. Dies ist neben einigen redaktionellen Änderungen das Ergebnis der Behördenanhörung zum laufenden Bebauungsplanverfahren. Die Gemeinde hatte die Erweiterung des Bebauungsplans "Sommerweide II" beschlossen, um den Bau der DRK-Bereitschaft in der Schützenstraße zu ermöglichen. Dieses Gebäude ist mittlerweile genehmigt worden. Der Regionalverband Stuttgart ist mit der Planung einverstanden, sofern damit die bauliche Entwicklung in dem Bereich endet, wovon die Verwaltung ausgeht. Festsetzungen zur Verpflichtung des Anschlusses der Gebäude an die Nahwärmeversorgung und zu deren Bau im Niedrigenergiestandard wird die Gemeinde beibehalten, jedoch nicht im Bebauungsplan sondern privatrechtlich regeln, wie bei allen anderen Grundstücken im Sommergarten auch. Ein Lärmgutachten, wie vom Gewerbeaufsichtsamt gefordert, wird die Gemeinde erst in Auftrag geben, sollte sich in dem Bereich eine Wohnentwicklung ergeben. Bei der möglichen Einbeziehung von Lindenhof und Schützenhaus in den Bebauungsplan wird die Gemeinde die Aussagen der betroffenen Eigentümer und der Fachbehörden abwarten. Nachdem das DRK-Gebäude nun genehmigt sei, so Hauptamtsleiter Norbert Baar, könne man ohne Zeitdruck weiterplanen.
Zum Seitenanfang

Nicht immer einfach: Beschäftigung von Hilfeempfängern
-Gemeinde will Beitrag leisten-

Seit 1998 versucht die Gemeinde immer wieder, Sozialhilfeempfänger und Asylbewerber zu gemeinnützigen Arbeiten heranzuziehen. Hierzu sind die Hilfeempfänger grundsätzlich verpflichtet, informierte Bürgermeister Reutter den Gemeinderat. Ziel ist es, eine regelmäßige Beschäftigung anzubieten und eine Grundlage für ein späteres sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis im privatgewerblichen Bereich zu schaffen. Die beschäftigten Personen müssen 100 Stunden pro Monat arbeiten und erhalten zusätzlich zu den Sozialhilfeleistungen eine Aufwandsentschädigung von 3,50 DM pro Stunde. Wird die Tätigkeit unbegründet abgelehnt oder aufgegeben, werden die Sozialhilfeleistungen durch das Landratsamt gekürzt. Sechs Personen, aus der Türkei, aus Bosnien und aus Rußland wurden mittlerweile beschäftigt. Durch Wegzug, Abschiebung oder wegen Drogenprobleme mussten diese ihre Arbeit früher oder später wieder aufgeben. Vier Personen aus Hattenhofen und Umgebung wurden zu Vorstellungsgesprächen eingeladen, erschienen aber nicht. Zur Zeit arbeitet die Gemeinde mit der Staufen Arbeits- und Beschäftigungsförderungs GmbH aus Göppingen zusammen. Diese gemeinnützige Einrichtung hat es sich zur Aufgabe gemacht, Sozialhilfeempfänger wieder auf dem Arbeitsmarkt zu integrieren. Über diese Schiene wurde im Juli ein Bauhofhelfer beschäftigt. Er könne es sich gut vorstellen, so Bürgermeister Reutter, dass man bei Personalengpässen im Bauhof und bei Reinigungsarbeiten auch künftig mit Zeitarbeitern der Staufen GmbH arbeiten werde. Ein Gemeinderat zeigte sich zufrieden, dass Gemeinde und Staat hier Möglichkeiten hätten, Sozialhilfeempfänger zu beschäftigen und Arbeitsverweigerung durch Mittelkürzung zu sanktionieren. Wenn es der Gemeinde gelinge, so Bürgermeister Reutter, auch nur einen Hilfeempfänger ins normale Arbeitsleben einzugliedern, habe sie schon viel erreicht.
Zum Seitenanfang

Diskussion um Friedhofsgebühren
Vor einer Entscheidung über eine mögliche Erhöhung der Friedhofsgebühren muss die Verwaltung eine noch detailliertere Aufschlüsselung der Kosten und Vergleiche mit Nachbargemeinden vorlegen. Auch das Thema einer Privatisierung der Bestattungsarbeiten soll geprüft werden.
Damit hat der Gemeinderat die Verwaltung nach einer ausgiebigen und kontroversen Diskussion beauftragt. Bürgermeister Jochen Reutter geht nach der Beratung davon aus, dass zum Jahreswechsel die Friedhofsgebühren zunächst im Verhältnis 2:1 auf den Euro umgestellt werden, ohne Gebührenerhöhung. Vor drei Jahren waren die Friedhofsgebühren letztmals angehoben worden. Bei der letzten Haushaltsberatung wurde der durchschnittliche Kostendeckungsgrad im Friedhofswesen von unter 50% diskutiert, was die Verwaltung zum Anlass nahm, einen Vorschlag zur Gebührenerhöhung für nächstes Jahr zu unterbreiten. Es handle sich um ein sensibles Thema, war sich Bürgermeister Jochen Reutter der Bedeutung bewusst, dennoch wolle man für die nächsten drei Jahre maßvoll erhöhen. Im Jahr legt die Gemeinde durchschnittlich 92.000,--DM drauf, um das Friedhofswesen zu subventionieren. Mit einem Kostendeckungsgrad von knapp 48% liegt die Gemeinde unter den Forderungen der Aufsichtsbehörden, die einen Kostendeckungsgrad zwischen 60 % und 80% für angemessen halten. Durch die von der Verwaltung beantragte Gebührenerhöhung würde sich das Defizit um jährlich knapp 20.000,--DM reduzieren und einen Kostendeckungsgrad von knapp 60% erreichen. Der Zuschussbedarf wird vor allem durch die Aussegnungshalle verursacht, deren Abschreibungen stark ins Gewicht fallen und dort einen Kostendeckungsgrad von gerade 18,3% zulassen. Auch nach der Gebührenerhöhung würde der jährliche Abmangel dort knapp 60.000,--DM betragen. Nach der Kalkulation der Verbandskämmerei soll ab nächstes Jahr ein Reihengrab statt 1.850,--DM künftig künftig 2.540,--DM kosten. Ein Urnenreihengrab würde 780,--DM statt 500,--DM kosten. Die Kosten bei den Wahlgräbern stiegen beim Doppelgrab von 5.300,--DM auf 6.850,--DM und beim Urnenwahlgrab von 700,--DM auf 1.370,--DM. Die Gebühren für die Grabarbeiten dagegen würden teilweise leicht sinken bzw. nur minimal angehoben werden. Mit den neuen Gebühren würde Hattenhofen im Verbandsgebiet Raum Bad Boll bei Reihen- und Urnengräbern kostenmäßig auf dem zweiten Platz hinter der Gemeinde Boll liegen, bei den Doppelgräbern wäre Hattenhofen die teuerste Gemeinde. Die Gebühren in den anderen Verbandsgemeinden liegen niedriger, wobei diese Gemeinden in der Regel dann auch einen deutlich niedrigeren Kostendeckungsgrad aufweisen. Überhaupt nicht einverstanden zeigten sich die Räte mit dem Verwaltungsvorschlag. Bei den eh schon hohen Friedhofsgebühren und dem im Vergleich zu Nachbargemeinden relativ hohen Kostendeckungsgrad könne man den Bürgern nicht noch weitere Kosten zumuten, da der jährliche Gewinn von "nur" 20.000,--DM dies nicht rechtfertige. Mehrere Räte zweifelten die Kalkulationsgrundlagen an und wollen genau berechnete Arbeitszeiten und Maschineneinsatzzeiten der Bauhofmitarbeiter im Vergleich zu anderen Bauhöfen und auch privaten Bestattungsunternehmen. Die mit 28 Seiten sehr umfangreiche Vorlage von Kämmereimitarbeiter Michael Deiß war ebenfalls mehreren Sprechern ein Dorn im Auge, es müsse möglich sein, eine wesentlich kürzere Vorlage zu erstellen. Die der Kalkulation zugrunde liegenden Bemessungseinheiten nach Fläche, Jahren und Sterbefälle seien unmoralisch, so ein Gemeinderat. Die Verbandskämmerei orientiere sich bei ihrer Kalkulation, auch was den Umfang anbelange, streng am Gesetz, betonte Bürgermeister Reutter. Aus formalen Gründen könne man weder die Vorlage verkürzen, noch von den gesetzlich vorgegebenen Berechnungsgrundlagen abweichen. Der Vorsitzende will aber den offenen Fragen nachgehen, wobei er keinen Hehl daraus machte, dass ihm der hohe Zuschussbedarf am Friedhof Sorge bereite. Für Heiterkeit sorgte die Frage eines Gemeinderats, ob die Gemeinde auch ein pflegeleichtes Wiesengrab "im Programm" habe. Reutter verwies hier auf ein ausgewiesenes anonymes Grabfeld.
Zum Seitenanfang

Umfassende Gemeindesanierung: Hattenhofen will Landesmittel
- Wenig Chancen auf sofortige Zuschüsse -

Hattenhofen beantragt die Aufnahme in das Landessanierungsprogramm 2002. Dies hat der Gemeinderat einstimmig beschlossen und dabei die Grobanalyse im Bereich Ortsmitte gebilligt. Diese hatte die STEG - Stadtentwicklung - Südwest GmbH aus Stuttgart erstellt. Deren Sprecherin Christine Neuberger stellte das Ergebnis der Untersuchung vor. Auch wenn man voraussichtlich nächstes Jahr noch nicht in das siebenfach überzeichnete Landesprogramm komme, hatte Bürgermeister Jochen Reutter eingangs betont, solle man sich von dem Gutachten dennoch städtebauliche Impulse geben lassen.

Das "Programm Einfache Stadterneuerung" (PES), mit dem die Gemeinde in den letzten 14 Jahren zahlreiche Umgestaltungsmaßnahmen in der Ortsmitte finanziert hatte, läuft zum Jahresende aus. Das Landessanierungsprogramm, dessen Fördertöpfe die Gemeinde jetzt anstrebt, geht über den Umfang von PES weit hinaus. Neben der Revitalisierung der Innenstädte und Schaffung einer kommunalen Identität fördert es die Umnutzung von Brachflächen und die Sicherung des Wohnungsbestands, wobei auch private Maßnahmen bezuschusst werden können. Nicht zuletzt soll durch die Sanierung das Stadt- bzw. Gemeindeklima (Stich-wort Belüftung) verbessert werden. Bereits seit Anfang der 70er Jahre hat die Gemeinde Maßnahmen in der Ortsmitte mit dem Ziel der Schaffung eines Dorfmittelpunktes durchgeführt. Der neue Antrag soll die bisherigen Bemühungen im Ortskern um einen öffentlichen Dienstleistungsstandort, eine Erweiterung bzw. einen Neubau des Rathauses sowie um einen Dorfplatz arrondieren. Die landwirtschaftlichen Anwesen entlang der Hauptstraße sollen aufgrund des Strukturwandels in der Landwirtschaft neu geordnet werden. Hier liegen laut STEG teilweise erhebliche städtebauliche Missstände vor. Das Untersuchungsgebiet umfasst die historische Ortsmitte, den Bereich entlang der Hauptstraße vom Kreisverkehr bis zum westlichen Ortseingang (Gabelung Schlierbacher und Albershauser Straße). Die Größe des Gebiets beträgt ca. 17,7 ha. Die vorliegende Grobanalyse, so Frau Neuberger, nenne die wesentlichen städtebaulichen Missstände und versuche erste Ansätze zur Lösung und für geeignete Maßnahmen zu finden. Sie sei zunächst eine Diskussionsgrundlage und leiste die Planungsgrundlagen für weitere Untersuchungen, die nach Aufnahme in das Landesprogramm durchgeführt werden sollen. Die städtebauliche Analyse ergibt eine dichte Bebauung mit teilweise geringen Grenzabständen entlang der Hauptstraße. In zweiter Reihe schließen großzügige Gärten und die durch Obstbaumwiesen charakterisierten Grünzungen an. Der Ortsrand ist charakterisiert durch landwirtschaftliche Nutzung. Der eigentliche historische Ortskern um Kirche und Rathaus ist durch dichte Bebauung und schmale Straßen geprägt. Abgesehen von den Gebäuden aus den 70 er Jahren, die in Dimension und Charakter eher störend wirken, sei das Ortsbild weitestgehend noch intakt, so die STEG. Anders dagegen die Gebäudequalität. Von gut 180 Hauptgebäuden im Untersuchungsgebiet weisen mehr als die Hälfte Mängel in der Bausubstanz auf. Vor allem bei landwirtschaftlich genutzten Gebäuden liegen erhebliche Mängel vor, so dass die Gutachterin sogar deren Erhalt in Frage stellt. Im Bereich der Erschließung bemängelt der Sanierungsträger vor allem Gestaltungsmängel im Bereich der Abweigung Schlierbacher Straße - Albershauser Straße, Mängel in westlichen Nebenstraßen sowie im Bereich des Schulparkplatzes. Außerdem falle der hohe Versiegelungsgrad der Grundstückserschließungen auf. Im Untersuchungsbereich werde der Wandel von einer landwirtschaftlich geprägten Ortsmitte hin zu einer Ortsmitte mit vielfältigen Funktionen wie Wohnen, Gemeinbedarf und Dienstleistung/Handwerk deutlich. Die STEG schlägt mehrere Sanierungsziele vor. Es soll die Ortsmitte durch einen öffentlichen Dienstleistungsstandort mit integriertem Dorfplatz und Schulparkplatz gestärkt werden. Mängel im Fassadenbereich sollen korrigiert und die Verbesserung der Fußverbindungen, vor allem beim Storrenwegle, angestrebt werden. Zahlreiche Baulücken und bislang landwirtschaftlich oder gewerblich genutzte Flächen entlang der Hauptstraße sollen mit dem Schwerpunkt Wohnen entwickelt werden um qualitativ hochwertigen Wohnraum in der Ortsmitte anbieten zu können. Dabei soll die historische Bausubstanz und Ortsstruktur möglichst weitgehend erhalten bleiben. Das Maßnahmenkonzept sieht unter anderem Grunderwerb durch die Gemeinde von gut 5000 m² vor. Neben öffentlichen Baumaßnahmen wie einer Rathauserweiterung und der Gestaltung eines Dorfplatzes sollen an rund 40 Gebäuden Instandsetzungs- und Modernisierungsmaßnahmen durchgeführt werden. Die Gesamtkosten würden bei gut 6,7 Millionen DM liegen. Die Sanierungsmaßnahmen können deswegen nur mit Landesförderung alle finanziert werden. Das Landessanierungsprogramm fördert bis zu 60 % der Kosten. Die meisten von der STEG vorgestellten Maßnahmen seien von der Gemeinde in den letzten Jahren schon von sich aus eingeleitet worden, betonte ein Gemeinderat. Er nannte hierbei die Bereiche beim Kreisverkehr an der unteren Hauptstraße, im Graubachtal und den Ortsmittewettbewerb. All diese Anstrengungen müsse man nun in einen Plan münden lassen, was die STEG gut erledigt habe. Der Sprecher warnte davor, mit der Fortsetzung der angedachten Sanierungsmaßnahmen auf die Landeszuschüsse zu warten. Obwohl damit zu rechnen sei, dass man nächstes Jahr noch kein Geld bekomme, dürfe es jetzt nicht zu einem Planungsstillstand kommen. Auf Nachfrage mehrerer Räte bestätigte Christine Neuberger, dass der Geltungsbereich im Detail noch geändert werden könne. Allerdings rate sie davon ab, den Bereich zu vergrößern. Bürgermeister Reutter rechnet im nächsten Frühjahr mit einer Entscheidung des Landes über den Förderantrag der Gemeinde.
Zum Seitenanfang