Bericht von der Gemeinderatssitzung
19.03.2003

Kurz berichtet Die "Hermann und Hilde Walter-Stiftung"
Wetterschutz für Haltestellen Flächennutzungsplan Raum Bad Boll: Räte kritisieren Planung
Aktienerlös für soziale Zwecke Aus ehemaliger Postfiliale wird Wohnraum

Kurz berichtet
Bauanträge: Das baurechtliche Einvernehmen erhielten der Bau eines Carports, Zeller Straße 43 sowie der Bau eines überdachten Hauseingangs, Stuifenweg 3.
Wahlen: Die nächsten Kommunalwahlen werden voraussichtlich zusammen mit der Europawahl am 13. Juni 2004 durchgeführt. Wie schon 1994 werden damit Europawahl, Regionalwahl, Kreistagswahlen, Gemeinderatswahlen und Ortschaftsratswahlen an einem Tag stattfinden. Erstmals sollen jedoch voraussichtlich die Wahllokale nicht bis 21 Uhr, sondern nur bis 18 Uhr geöffnet bleiben.
Motorisierung: In Hattenhofen gibt es knapp 2.500 Kraftfahrzeuge. Damit entfallen auf jeden Haushalt rund drei Fahrzeuge. Im Landkreis gibt es über 200.000 Fahrzeuge, darunter 152.000 PKW.
Ortstermin: Vor Ort will sich der Gemeinderat bei der nächsten Gemeinderatssitzung über die Baufortschritte bei der Butzbachsanierung informieren.
Halteverbot: Das Halteverbot auf der rechten Seite (bergaufwärts) der Zeller Straße Richtung Ortsmitte auszuweiten, beantragte ein Gemeinderat. Wenn dort geparkt werde, entstünden gefährliche Rückstaus bis zum Kreisverkehr. Bürgermeister Reutter verwies auf die Notwendigkeit einer Verkehrsschau des Landkreises.
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Wetterschutz für Haltestellen
Auf einstimmigen Beschluss des Gemeinderats wird Bürgermeister Jochen Reutter für geplante Buswartehäuschen im Bereich Zeller Straße / Graubachtal und beim Bruckwiesenspielplatz Angebote einholen. Die Kosten für zwei solche wettergeschützten Anlagen dürften rund 15.000 EUR betragen. Im Haushalt hat der Gemeinderat 10.000 EUR bereitgestellt. Durch Spenden der örtlichen Gewerbeinitiative, der Firma Plattenhardt und einer Privatperson sind weitere 8.000 EUR eingegangen. Der Ein-gangsbereich am Rathaus reiche den Buskunden aus, so Reutter auf Anfrage aus dem Gremium. Dort müsse man kein Bus-wartehäuschen aufstellen.
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Aktienerlös für soziale Zwecke
Aus dem Erlös der NEV-Aktien erhält die Hermann und Hilde Walter-Stiftung zum 1. Januar 2004 von der Gemeinde 250.000 EUR. Dies hat der Gemeinderat, aus dem die Anregung hierzu kam, einstimmig beschlossen. Der Betrag soll dem Stiftungsvermögen zuwachsen. Aus den Zinsen sollen soziale Aufgaben finanziert werden. Bürgermeister Jochen Reutter möchte die Stiftung im Bewußtsein der Bevölkerung verankern und zu einer Bürgerstiftung werden lassen.
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Die "Hermann und Hilde Walter-Stiftung"
Die Mittel aus den Zinsen der vor zwei Jahren ins Leben gerufenen Hermann und Hilde Walter-Stiftung sollen ab dem Jahr 2005 für Kranken- und Altenpflege, für soziale Dienstleistungen und kulturelle Veranstaltungen sowie für soziale Notfälle in der Gemeinde Hattenhofen verwendet werden. Ebenfalls möglich sind Hilfe bei Katastrophenfällen sowie Maßnahmen im Umweltschutz. Das Vermögen der Stiftung besteht aus einem Bauplatz in Plüderhausen im Wert von rund 190.000 EUR sowie einem Sechs-Familien-Wohnhaus. Weiterhin verfügt die Stiftung über ein bebautes Wochenendgrundstück auf Hattenhofer Markung. Das Barvermögen beläuft sich auf rund 120.000 EUR. Mit dem Zuschuss der Gemeinde wird das Vermögen gut 500.000 EUR betragen. Der Stiftungsvorstand besteht aus sieben Mitgliedern, nämlich dem Hattenhofer Bürgermeister, einem Gemeinderat, je einem Mitglied von evangelischer und katholischer Kirche und drei weiteren Bürgern der Gemeinde. Die Vorstandsmitglieder erhalten kein Honorar. Die Stiftungsgründung erfolgte mit der Auflage, dass das Familiengrab Walter auf dem Hattenhofer Friedhof durch die Gemeinde gepflegt und geschmückt wird.
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Flächennutzungsplan Raum Bad Boll: Räte kritisieren Planung
Kenntnis nahm der Gemeinderat vom aktuellen Stand des Flächennutzungsplanentwurfs im Raum Bad Boll. Zuvor jedoch wurde das Verfahren nochmals detailliert diskutiert, auch Kritik wurde geäußert. Ursprünglich hätte eine Woche später in der Verbandsversammlung der Auslegungsbeschluss gefasst werden sollen, darauf verzichtete der Verband jedoch. Denn immer noch ist nicht endgültig geklärt, welche Gemeinde wieviel Wohn- und Gewerbefläche in der Zukunft ausweisen kann. Ein Gemeinderat vermisst hier eine gemeinsame Linie des Landratsamts. Einerseits dürften von einzelnen Gemeinden die Talauen nicht zugebaut werden, andererseits könnten die Gemeinden Zell und Aichelberg ein gemeinsames Gewerbegebiet in einer regionalplanerisch ausgewiesenen Grünzone angehen. Auch für Bürgermeister Reutter ist diese Tendenz eine seltsame Logik. Ein weiterer Sprecher im Gremium sah eine Diskrepanz im Verhältnis der Wohngebiets- und Gewerbegebietsflächen sowie der jeweiligen Grünflächen zwischen Zell und Hattenhofen. Hattenhofen habe hier einen anderen städtebaulichen und ökologischen Ansatz, so Bürgermeister Jochen Reutter. Nach wie vor umstritten ist die sich abzeichnende gewerbliche Entwicklung im Verbandsgebiet. Das Thema müsse unbedingt nochmals ausdiskutiert werden, forderte ein Sprecher, vorher dürfe es keinen Beschluss auf Verbandsebene geben. Bei einem gemeinsamen Gewerbegebiet Zell / Aichelberg befürchten mehrere Räte vor allem eine starke Zunahme der verkehrlichen Belastung Hattenhofens. Er habe die Sorge, so Bürgermeister Reutter, dass Hattenhofen bei dem Thema durchgereicht werde. Der Gemeinde eine gewerbliche Entwicklung nur im Bereich Reustadt zuzubilligen, sei nicht ausgewogen angesichts der Entwicklungen in den Nachbargemeinden. Reutter will vor der Fortsetzung des Flächennutzungsplanverfahrens das planende Büro in den Hattenhofer Gemeinderat holen
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Aus ehemaliger Postfiliale wird Wohnraum
Die Verwaltung und das Architekturbüro Liebrich werden beauftragt, die sogenannte Variante II zum Umbau der früheren Postfiliale im Wohn- und Geschäftshaus zu Wohnungen voranzutreiben. Dies hat der Gemeinderat nach detaillierter Diskussion einstimmig beschlossen. Nach einer früheren Beratung waren zwei Nutzungsoptionen übrig geblieben. Variante II sieht den Bau von zwei Wohnungen mit 57 m² und 76 m² Wohnfläche vor. Variante III stellt eine kleine behindertengerechte Wohnung von 35 m² und eine große Wohnung von 99 m² dar. Andreas Krapf vom Büro Liebrich hatte dem Gemeinderat Vor- und Nachteile beider Lösungen dargelegt. Die Variante II mit zwei etwa gleich großen Wohnungen ist betriebswirtschaftlich leichter zu vermarkten. Variante III betont die soziale Komponente, dort könnten ein Rollstuhlfahrer und eine kinderreiche Familie untergebracht werden. Der Nachteil dieser Variante besteht in einer schlechteren Beleuchtung der Wohnung und einem separaten Zugang für das kleinere Appartement. Der Mieter dieser Wohnung wäre nicht in die Hausgemeinschaft integriert. Außerdem, so der Tenor im Gremium, sei eine 99 m² große Wohnung in dieser Wohnlage kaum zu vermarkten. Vor der Detailplanung für Variante II, die rund 75.000 EUR an Umbaukosten betragen wird und damit rund 10.000 EUR günstiger ist als Variante III, soll der noch 18 Monate laufende Mietvertrag mit der Post beendet werden. Für diese vorgezogene Kündigung erhält die Gemeinde eine Restwertentschädigung. Die frühere Postrampe wird abgebaut und entweder durch eine Grünfläche oder durch Stellplätze ersetzt. Unter Umständen wird der Umbau über die gemeindeeigene Wohnungsbaugesellschaft abgewickelt.
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