Bericht von der Gemeinderatssitzung
09.07.2003

Kurz berichtet Gasleitung: Gemeinde befürchtet Schäden
Post baut Briefkasten wieder auf Gemeinderat bringt Kindergartensanierung auf den Weg
-Einsparungen durch Eigenarbeiten von Bauhof und Eltern-
Wahlausschuss besetzt
Zuschuss für Kirchensanierung gewährt Kinder sollen zu Fuß in den Kindergarten gebracht werden

Kurz berichtet
Bauanträge: Das gemeindliche Einvernehmen erhielten der Bau einer Doppelgarage, Albstraße 5 sowie eine Bauvoranfrage zum Bau eines Doppelhauses und von zwei Einfamilienhäusern in der Bruckwiesenstraße 57.
Abschluss: Der Gemeinderat hat den Bebauungsplan "Sommerweide II - 1. und 2. Änderung" mit den örtlichen Bauvorschriften einstimmig als Satzung beschlossen. Die Bebauungsplanänderung muss noch vom Landratsamt genehmigt werden.
Gewerbeentwicklung: Im Rahmen des Flächennutzungsplanverfahrens stimmten vier Verbandsgemeinden der Ausweisung eines neuen Gewerbegebiets auf Hattenhofer Markung zu. Ebenfalls vier Verbandsgemeinden stimmten der Ausweisung eines gemeinsamen Gewerbegebietes von Zell u.A. und Aichelberg zu. Hattenhofen hatte gegen diese Zweier-Kooperation votiert. Nun müssen das Landratsamt und die Region zu den Planungen Stellung nehmen.
Enttäuschung: Bei der Planung einer Realschule gehe man bitteren Zeiten entgegen, so BM Reutter. Voraussichtlich wird das Kultusministerium wegen rückläufiger Schülerzahlen und wegen des Vetos der Stadt Göppingen diesem Wunschprojekt von acht Voralb-Gemeinden nicht zustimmen.
Baustelle: Die Sanierungsarbeiten an der neuen Butzbachbrücke baldmöglichst zu beenden und die Baustellen-Ampel bis zum Beginn der Sommerferien aufzuheben, wünschen sich mehrere Gemeinderäte. Wegen momentaner kurzzeitiger Versorgungsprobleme beim Baumaterial könne er dies nicht versprechen, so BM Reutter. Er werde aber bei der Baufirma mit Nachdruck auf eine zügige Fertigstellung drängen.
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Post baut Briefkasten wieder auf
Der frühere Briefkasten in der Ortsmitte wird von der Deutschen Post AG wieder aufgestellt, stattdessen wird der Briefkasten in der Uhlandstraße abgebaut. Diesem Angebot der Post hat der Gemeinderat einstimmig zugestimmt. Die Hartnäckigkeit der Gemeinde in dieser Frage führte somit zum Ziel. Ein Abbau der Briefkästen in der Bruckwiesenstraße und im Oberdorf ist nicht möglich, da sonst die Post ihre eigenen Verordnungen nicht mehr einhalten würde. Ein Gemeinderat äußerte sein generelles Unbehagen gegenüber dem Dienstleitungsstandard der Briefpost.
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Wahlausschuss besetzt
Der Gemeindewahlausschuss für die Bürgermeisterwahl am 5. Oktober besteht aus GR Günther Berroth als Vorsitzendem, GR Wolfgang Liebrich als stellvertretendem Vorsitzenden und den Gemeinderäten Gisela Bleher und Ernst Frech als Beisitzer. Schriftführer ist Amtsrat Norbert Baar. Der Gemeindewahlausschuss entscheidet über die Zulas-sung der Wahlbewerber, leitet die Bürgermeisterwahl und stellt das Wahlergebnis fest. Daneben werden der gesamte Gemeinderat und das Verwaltungsper-sonal am 5. Oktober als Wahlvorstände und Wahlhelfer im Dienst sein.
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Zuschuss für Kirchensanierung gewährt
Die Katholische Kirchengemeinde erhält von der bürgerlichen Gemeinde für Sanierungsarbeiten einen Zuschuss von 15 000,- Euro. Sollte später eine Dachsanierung erforderlich werden, besteht die Option auf einen weiteren Zuschuss. Dies hat der Gemeinderat einstimmig beschlossen. Nach dem Neubau des Gemeindehauses müssen die gröbsten Mängel am Kirchengebäude gerichtet werden. Im Wesentlichen handelt es sich laut Pfarrer Johannes Amann um Isolier- und Malerarbeiten. Teilweise müssen auch alte elektrische Kabel ausgetauscht werden. Nicht zuletzt soll der Außenbereich mit Anbindung zur Zeller Straße ansprechend gestaltet werden. Eine Generalsanierung des Kirchengebäudes sei derzeit finanziell nicht drin, so Pfarrer Amann. Der Kirchengemeinde fehlen zur Gesamtfinanzierung von Neubau und Sanierung noch gut 75 000,- Euro. Zur Sanierung des Evangelischen Kirchengebäudes hatte die bürgerliche Gemeinde mit 20% der Gesamtkosten beigetragen und 63 000,- Euro gespendet. Die der Katholischen Kirche bereitgestellten Mittel von 15 000,- Euro entsprechen ebenfalls 20% des dortigen Fehlbetrages. Einhellig war der Gemeinderat der Ansicht, dass man der Katholischen Kirche finanziell unter die Arme greifen müsse. Zwei Sprecher regten allerdings an, denselben Betrag, also ebenfalls 63000,- Euro, wie bei der Evangelischen Kirche zur Verfügung zu stellen. Dies sah die Mehrheit im Gremium nicht so. Die Kirchen würden sich schon in ihrer Gebäudegröße unterscheiden. Außerdem stehe es der Katholischen Kirchengemeinde frei, bei späteren Sanierungsarbeiten erneut einen Förderantrag zu stellen. Die Katholische Kirche werde nicht ständig mit Förderanträgen kommen, stellte Johannes Amann klar. Die katholische Gemeinde werde auch weiterhin versuchen, über ehrenamtliche Arbeit möglichst viel Eigenmittel zur Finanzierung beizutragen. Der gemeindliche Zuschuss motiviere dabei sehr.
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Gasleitung: Gemeinde befürchtet Schäden
Bereits im Raumordnungsverfahren wird die Gemeinde detaillierte Anregungen zum Schutz ihrer Markung und vorhandener Anlagen abgeben. Dies hat der Gemeinderat einstimmig beschlossen. Eine 500 km lange Erdgasleitung aus Bayern über Stuttgart bis Unterfranken soll auf einem Abschnitt von etwa einem Kilometer Länge auch über Markung Hattenhofen führen. Die Trasse verläuft nördlich parallel zur Bahnstromleitung durch die Ramstädter Wiesen. Vorhabensträger sind die Firmen Ruhrgas aus Essen und Wingas aus Kassel. Derzeit läuft das Raumordnungsverfahren beim Regierungspräsidium Stuttgart. Dieses Verfahren überprüft das Vorhaben auf seine raumordnerische Umweltverträglichkeit und entfaltet für den Einzelnen noch keine unmittelbare Rechtswirkung, zumal die Trasse noch nicht parzellenscharf feststeht. Technische Detailfragen sind ebenfalls noch nicht Gegenstand des Verfahrens. Die neue Überlandleitung soll Baden-Württemberg besser mit Erdgas aus Russland und Zentralasien versorgen. Nach Ansicht der Region Stuttgart und des Wirtschaftsministeriums stellt diese Gasleitung aus heutiger Sicht eine wichtige Infrastrukturmaßnahme für die Region Stuttgart dar. Gleichzeitig sind mit dem Bau und Betrieb dieser Leitung Eingriffe verbunden, die eine Abstimmung mit den Belangen der regionalen Bauleitplanung erfordern. Allein der Arbeitsstreifen während der Bauzeit wird 34 Meter breit. Nach Bauende wird ein zehn Meter breiter Schutzstreifen ausgewiesen, auf dem keine Bauten errichtet werden dürfen. Die Trasse führt in der Regel an Feldwegen und Straßen entlang. Die beiden Firmen wollen im Jahr 2005 mit dem Bau beginnen.
Aus raumordnerischer Sicht ist für die Gemeinde vor allem die Inanspruchnahme wichtiger landwirtschaftlicher Flächen sowie die Querung des Landschaftsschutzgebietes Butzbachtal von Bedeutung. Das Wegenetz wird durchschnitten und vorhandene Drainagensysteme der Flurbereinigung gekreuzt. Auch der Abwasserkanal von Hattenhofen nach Albershausen wird geschnitten. Die Gemeinde will vor Baubeginn eine Beweissicherung an den gequerten Feldwegen. Nach Wiederherstellung des Drainagensystems muss dessen Funktion von einer Fachbehörde geprüft werden. Für Folgeschäden soll eine finanzielle Rücklage gebildet werden. Die landschaftliche Erholungsfunktion im Bereich des Lindele sowie die Betriebsgrundlagen der Aussiedlerhöfe (Greinerhof, Berghof) darf nicht beeinträchtigt werden. Um die Inanspruchnahme privater Flächen, die entsprechende Entschädigungsleistungen nach sich ziehen, zu vermindern, regt die Gemeinde an, die Leitung soweit möglich im öffentlichen Grasweg an der Markungsgrenze zu Albershausen zu verlegen.
Neben den landschaftlichen Auswirkungen der Baumaßnahme liegen BM Reutter und den Gemeinderäten vor allem die Funktionssicherung der Drainagen und der Erhalt der Feldwege am Herzen. Auch die Querung des Landschaftsschutzgebietes stößt nicht gerade auf Begeisterung. Ein Gemeinderat bemängelte, dass man diese Baumaßnahme nicht parallel zur B 10 oder zur Neubautrasse der Deutschen Bundesbahn durchführe. Stattdessen würde man jetzt Auen und Wälder durchschneiden. BM Reutter will beim Regierungspräsidium Stuttgart die Bedenken und Anregungen der Gemeinde detailliert vorbringen.
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Gemeinderat bringt Kindergartensanierung auf den Weg
-Einsparungen durch Eigenarbeiten von Bauhof und Eltern-

Die Verwaltung wird beauftragt, zusammen mit dem Architekturbüro Liebrich die Baumaßnahmen zu Renovierung, Umbau und Modernisierung des Kindergartenalt-baus mit einem geschätzten Kostenvolumen von 300 000,- Euro auszuschreiben. Dies hat der Gemeinderat nach einem Ortstermin und erneuter detaillierter Diskussion einstimmig beschlossen.
Die Arbeiten sollen im Oktober beginnen und bis Juni 2004 abgeschlossen sein. Vor dem Gemeinderat, dem versammelten Kindergartenteam und zahlreichen anwesenden Eltern hatte Kindergartenleiterin Birgitte Mock eingangs das pädagogische Konzept des Kindergartens erläutert. Der Kindergarten sei für Drei- bis Sechsjährige ein Lebensraum, so die Erzieherin, in dem sie bis zu 4 000 Stunden zubrächten. Die Räumlichkeiten seien dabei eine Art "dritter Erzieher", in denen sich die Kinder wohlfühlen müssten. Wegen künftig zunehmender Aufgaben wie Bildung und weitergehender Betreuung müssten die Räume multifunktional eingerichtet werden. Dabei sei freilich nicht allein der Geschmack der Erzieherinnen ausschlaggebend, betonte Birgitte Mock, aber zunehmend werde der Kindergarten Erziehungsaufgaben übernehmen müssen, die eigentlich Sache der Eltern seien. Die in der letzten Sitzung teilweise kritisierten Anschaffungen wie Telefone für jede Gruppe, eine neue Büroeinrichtung oder neue Wasserspülen in den Gruppenräumen seien kein Luxus. Bei einer Sanierung sollte man, so Mock, gewisse Qualitätsstandards einhalten, die auch dazu beitrügen, den Kindergarten zu professionalisieren. Anstelle des Einbaus von Galerien bzw. Zwischenwänden, wie ein Gemeinderat angefragt hatte, seien individuell veränderbare Einrichtungen wichtiger. Vor allem abschließbare Räume, in denen die Kinder auch einmal schlafen oder essen könnten, müssten angeboten werden.
Vor Ort konnten sich die Gemeinderäte und vor allem die Fachleute im Gremium von der Notwendigkeit der geplanten Generalsanierung überzeugen. Alles andere, so ein Sprecher, sei sonst nur Stückwerk und werde nachträglich noch teurer. Da sich die Sanierungskosten gegenüber einem früheren Ansatz fast verdoppelt hatten, erläuterte BM Jochen Reutter nochmals die mittlerweile dazugekommenen Maßnahmen. Außenarbeiten kosten gut 43 000,- Euro, das Foyer und die Garderoben werden für 11000,- Euro saniert, die Instandsetzung des Büros kostet 4 700,- Euro. Der Bau von Behinderten-WC und Putzraum beläuft sich auf 13 000,- Euro, die Außensanierung der Kindergartenwohnungen kommt auf knapp 7 000,- Euro. Rund 15 000,- Euro können eingespart werden, weil der Bauhof sämtliche Arbeiten im Außenbereich und den Bautenschutz übernimmt. Zusätzlich sollten sich Eltern aufgerufen werden, vorbereitende Tätigkeiten durchzuführen und damit ebenfalls zum Kosten sparen beizutragen. BM Jochen Reutter will nach der Ausschreibung die Eltern vor Ort über den geplanten Ablauf der Baumaßnahmen und deren organisatorischen Folgen informieren.

Kinder sollen zu Fuß in den Kindergarten gebracht werden
Im Rahmen der pädagogischen Diskussion sprach ein Gemeinderat im Kindergarten ein Thema an, dass die Verwaltung und Teile des Gremiums schon länger beschäftigt. Der Sprecher bedauerte, dass die meisten Kinder Bewegungsmangel hätten, den der Kindergarten dann durch Wald- und Naturtage wieder ausgleichen müsse. Die Erzieherinnen sollten verstärkt darauf einwirken, dass die Kinder nicht mit dem Auto in den Kindergarten gebracht und wieder abgeholt würden. Nur Kinder, die zu Fuß ihre Umwelt erkunden, hätten auch anschließend was zu erzählen, ergänzte eine Sprecherin. Vom Rücksitz des Pkw aus könne man keinen Bezug zu seiner Umgebung aufbauen. Verwaltung und Kindergartenleitung würden bei dem Thema viel Öffentlichkeitsarbeit betreiben, so Bürgermeister Reutter und Kindergartenchefin Mock, man könne die Eltern jedoch nicht zwingen, auf das Auto zu verzichten. Um die läuferischen Defizite der Kinder auszugleichen, waren Kindergartengruppen kürzlich zu Fuß zu den jeweiligen Elternhäusern der Kinder gegangen.
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