Bericht von der Gemeinderatssitzung
23.07.2003

Kurz berichtet Gemeinde sucht Mitstreiter für Umweltprojekte
Butzbach: Abschluss der Arbeiten Diskussion über Gebäudehöhe bei Firmenneubau
Sauerwasser: Keine zwei Brunnen Rosen für den Gemeinderat

Kurz berichtet
Passivhaus: Dem Umbau des Wohnhauses Reustadt 30 zu einem Passiv-Energiehaus mit begrünten Flachdachgauben und neuem Balkon hat der Gemeinderat einstimmig das Einvernehmen erteilt.
Grenzwerte: Die Firma Plattenhardt darf in ihren bestehenden Gebäuden Schmelz- und Gießereianlagen betreiben, solange die Lärm- und Abluftgrenzwerte eines Gewerbegebiets eingehalten werden. Diesem Antrag der Firma hat der Gemeinderat im Rahmen der laufenden Bebauungsplanänderung einstimmig zugestimmt. Ein aktuelles TÜV-Gutachten belegt, dass selbst bei einer Kapazitätserweiterung von bis zu 50% diese Grenzwerte eingehalten würden. Der Bebauungsplanentwurf wird nochmals öffentlich ausgelegt, siehe öffentliche Bekanntmachungen dieser Ausgabe.
Begehrte Plätze: Die Verwaltung denke darüber nach, so BM Jochen Reutter auf Anfrage, künftig die Plätze für das Schülerferienprogramm auszulosen. Eltern hatten sich teilweise beschwert, dass das bisherige System, sich am Rathaus in eine Warteschlange einzureihen, zu Ungerechtigkeiten führe. Ältere Kinder würden kleinere zurückdrängen. Reutter will sich mit seinen Mitarbeiterinnen Gedanken über eine gerechtere Lösung machen.
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Butzbach: Abschluss der Arbeiten
Bis Mitte September will die Firma Moll mit den Bauarbeiten, unterbrochen durch einen dreiwöchigen Betriebsurlaub, am Butzbach fertig sein. Die Ampelanlage wird voraussichtlich am 15. August abgebaut. Dies sagt der Bauzeitenplan für die restlichen Bauarbeiten aus. Die Flussbauarbeiten sollen um den 8. August abgeschlossen werden. Das Geländer an der neuen Brücke wird Ende August montiert, das Brunnenhäuschen wird die örtliche Zimmerei Höfer zum Ende der Sommerferien aufstellen
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Sauerwasser: Keine zwei Brunnen
Nach Inbetriebnahme des Sauerbrunnens an seinem neuen Standort wird die provisorische Zapfstelle in der Sparwieser Straße abgebaut. Dies betonte Bürgermeister Jochen Reutter erneut auf Anfrage aus dem Gremium. Mehrere Bürger hatten angeregt, die Zapfstelle am Wertstoffhof weiterhin zu betreiben. Um zwei Brunnen zu versorgen, reiche der Wasserdruck nicht aus, so Reutter. Außerdem sei der Sauerbrunnen einer der Attraktionen im Ort und gehöre an einen zentralen repräsentativen Standort.
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Gemeinde sucht Mitstreiter für Umweltprojekte
Gemeinderat und Verwaltung wollen das bürgerschaftliche Engagement für konkrete Einzelprojekte stärken. Die Gemeinde möchte mit ihren Bürgerinnen und Bürgern Projekte umsetzen, die zur Zukunftsfähigkeit und Lebensqualität im Ort beitragen. Die Verwaltung soll hierfür konkrete Rahmenbedingungen entwickeln. Dies hat der Gemeinderat einstimmig beschlossen. Zur Debatte stehen zunächst eine Solaroffensive, die das Gremium einstimmig befürwortet sowie der Versuch, das Gesundheitsbewusstsein im Dorf in Sachen körperlicher Bewegung und Ernährung zu verbessern. Dieser Vorschlag der Verwaltung erhielt drei Gegenstimmen.
Wenn auch der Prozess der Lokalen Agenda in Hattenhofen zum Erliegen gekommen sei, rechne er im Ort immer noch mit interessierten Bürgern und Betrieben, die sich zusammen mit der Gemeinde für bürgerschaftliche Projekte engagieren können und wollen, so Bürgermeister Jochen Reutter. Eine zukunftsfähige Kommune sei darauf angewiesen, den Sachverstand und die Kreativität ihrer Einwohner zu nutzen. Wo es sinnvoll sei, sollten auch die Vereine eingebunden werden. Der Vorschlag Reutters, hier einen neuen Anlauf zu nehmen, wurde vom Gremium einhellig unterstützt. Bereits in seiner zurückliegenden Klausurtagung hatte der Gemeinderat sein Interesse an diesem Thema signalisiert. Es gehe ums Mitmachen und Anpacken, so Reutter, wenn man keine Resonanz erziele, sei das Thema eben erledigt.
Gemeinderat will Solartechnik ausbauen
Auf ungeteilte Zustimmung im Gremium stieß der Vorschlag der Verwaltung zu einer Solaroffensive. Als Klima-Bündnis-Gemeinde will Hattenhofen seine Kohlendioxyd-Emissionen bis zum Jahr 2010 halbieren. Bundesweit beträgt der Anteil an regenerativen (erneuerbaren) Energieträgern lediglich 0,2%. Nicht zuletzt wegen sinkender Strompreise aber wollen immer mehr Kommunen, Unternehmen und Bürger mit Hilfe der Sonne Strom erzeugen und damit Vorreiter einer umwelt- und menschengerechten Energiewirtschaft sein. Österreich gibt hier das Vorbild. Dort gibt es Gemeinden, die bis zu 100% ihre eigene Energieversorgung aus regenerativen Energien erzeugen. Der Verwaltung, so Hauptamtsleiter Norbert Baar, schwebe ein Contracting-Modell mit einem Energieversorger oder Ingenieurbüro vor. Die Gemeinde und/oder Gewerbebetriebe sollten Flachdächer an ihren Gebäuden zur Verfügung stellen, wo eine Fotovoltaikanlage errichtet werden kann. Bürger und Firmen hätten dann die Möglichkeit, sich anteilig an der Finanzierung der Anlage zu beteiligen und den erzeugten Strom abzunehmen. Nachdem der Gemeinderat diese Stoßrichtung grundsätzlich abgesegnet hat, will die Verwaltung nun die finanziellen und rechtlichen Rahmenbedingungen prüfen und die richtigen Partner suchen. Durch entsprechende Öffentlichkeitsarbeit will die Gemeinde Mitstreiter unter den Bürgern und Betrieben finden.
Bewegung soll Spaß machen
Mehrheitlich, bei drei Gegenstimmen, gab der Gemeinderat der Verwaltung auch für ihr zweites Thema grünes Licht : Die Hattenhofer Einwohner sollen motiviert werden, ihre Alltagsgeschäfte wieder mehr zu Fuß und mit dem Fahrrad zu erledigen. Angeregt hatte die Aktion Bürger Andreas Sauner, der bei der Verwaltung offene Türen einrannte. Ein Großteil der Bevölkerung ernährt sich falsch und bewegt sich zu wenig, Zivilisationskrankheiten sind schon im Kindergartenalter erkennbar. Die Bundesregierung will deswegen gegen diese Fehlentwicklungen gezielt angehen. Auch in Hattenhofen, so Amtsrat Norbert Baar, könne man sich eine Art "kleine Pfundskur" vorstellen. Dabei solle nicht der erhobene Zeigefinger, sondern Spaß an der Bewegung und Informationen über eine gesunde Ernährung im Vordergrund stehen. Durch Vernetzung bestehender Angebote, vor allem auf Vereinsseite, und mit neuen Ideen und Aktionen wollen Sauner und die Verwaltung Eltern und Kinder von den Vorteilen nicht-motorisierter Fortbewegung überzeugen. Erst in der jüngsten Gemeinderatssitzung war beklagt worden, dass die Kindergarten- und Schulkinder überwiegend mit dem Auto gebracht werden. Ein Gemeinderat appellierte jedoch auch an die Vorbildfunktion seiner Kollegen: Man dürfe die Autolastigkeit der Mitbürger nicht beklagen, wenn die Räte selbst kurze Strecken nur mit dem Auto zurücklegten. Es sei kein Fehler, so die Mehrheit im Gremium, beim Thema "Gesundheit und Bewegung" einen Vorstoß zu unternehmen. Die Gemeinde solle sich da heraushalten, so dagegen die Meinung dreier Gemeinderäte. Es sei jedem selbst überlassen, wie er sich in dieser Angelegenheit verhalte. Die Gemeinde dürfe ihren Einwohnern nichts überstülpen. Alles sei freiwillig und man mache lediglich Angebote, so BM Jochen Reutter. Erhalte man keine Resonanz, werde die Verwaltung auch dies akzeptieren.
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Diskussion über Gebäudehöhe bei Firmenneubau
Die Gemeindeverwaltung und die Firma Plattenhardt sollen mit Behörden und Naturschutzstellen die künftige maximale Höhe des geplanten Neubaus auf dem Areal der Gärtnerei Burr abklären. Zur Diskussion stehen Höhen zwischen zehn Metern und 12,70 Meter. Durch Fotomontage oder Computersimulation sollen dem Gemeinderat detallierte Entscheidungshilfen vor einer endgültigen Entschließung vorgelegt werden. Dies hat der Gemeinderat nach einer 90-minütigen, teilweise emotional geführten Diskussion einstimmig beschlossen. Die Firma Plattenhardt hatte beantragt, die bislang einvernehmlich festgelegte Gebäudehöhe von zehn Metern auf 12,70 Meter zu erhöhen. Als Grund gab Firmensprecher Roland Mang Grundwasserprobleme, den Betrieb eines Hochregallagers und den firmeninternen Standortwettbewerb an. Die neue Eigentümerfamilie agiere weltweit und vergleiche die Konditionen in Hattenhofen mit denen in Osteuropa oder Asien. Da gelte es, den Kostendruck soweit wie möglich zu minimieren. Verständnis für den Antrag der Firma zeigten mehrere Gemeinderäte. So seien eben die Bedingungen in der freien Wirtschaft, bestätigte ein Sprecher, in Ostdeutschland könnten Firmen wesentlich günstiger und unbürokratischer investieren. Mang habe die Situation offen und ehrlich dargelegt. Andere Sprecher dagegen kritisierten den Antrag scharf. Die Firma Plattenhardt, deren Betriebs-Erweiterungen vom Gemeinderat immer unterstützt worden seien, betreibe Salamitaktik. Der Hinweis auf eine mögliche Verlegung in andere Standorte sei ein unangemessener Wink mit dem Zaunpfahl und solle den Gemeinderat unter Druck setzen. Die Räte hätten aber nicht nur die Interessen der Firma, sondern auch die der Bevölkerung und des Naturschutzes zu vertreten. Die jetzt geforderte Gebäudehöhe hätte man schon früher wissen müssen. Die ideale Höhe für ein Hochregallager seien 16 m, so Firmensprecher Mang, da seien die beantragten 12,70 m nur ein Kompromiss. Die Gebäude tief in die Erde zu drücken, werde wegen der Grundwasserverhältnisse sehr kostenintensiv und ein Standortnachteil. BM Jochen Reutter will nun die Alternativen mit Ämtern und Naturschützern besprechen und dann erneut im Gemeinderat beraten. Man stehe bei dieser Frage nicht unter großem Zeitdruck, hatte Roland Mang eingeräumt.
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Rosen für den Gemeinderat
Mit einer roten Rose für jedes Mitglied des Gemeinderats bedankten sich Vertreter der Katholischen Kirche vor der Sitzung. Der Gemeinderat hatte in seiner letzten Sit-zung der Kirchengemeinde einen Zuschuss von 15.000 Euro für die Sanierungsar-beiten gewährt. Auch der Erlös des Straßenfestes soll den beiden großen Kirchen im Ort zukommen.

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