Bürgermeisterwahl: Jochen Reutter für weitere acht Jahre verpflichtet
-Festakt im kleinen Rahmen-

Im Namen des Gemeinderats hat der stellvertretende Bürgermeister Günther Berroth den alten und neuen Bürgermeister Jochen Reutter für seine neue, am 1. Januar 2004 beginnende Amtszeit verpflichtet. Vor knapp 100, überwiegend geladenen Gästen, beging der Gemeinderat in der Schulaula seine Sitzung in einem schlichten, aber dennoch würdigen Rahmen. An Ehrengästen begrüßte Berroth unter anderem den früheren Bürgermeister und Hattenhofer Ehrenbürger Peter Klass, Staatssekretär Georg Gallus a. D., die Bürgermeister Hans-Rudi Bührle, Boll und Martin Eisele, Aichelberg, die Pfarrer Johannes Amann und Gerd Häußler sowie Vereinssprecher Siegfried Rau vom TSGV.

Die angesichts der Bewerberkonstellation sehr gute Wahlbeteiligung und vor allem das Ergebnis mit knapp 97 % der gültigen Stimmen für Jochen Reutter seien ein her-ausragender Vertrauensbeweis für den wieder gewählten Bürgermeister, so Günther Berroth. Der Bürgermeister ist nach der baden-württembergischen Gemeindeordnung in öffentlicher Sitzung namens des Gemeinderats zu vereidigen und zu verpflichten. Jochen Reutter hat den Diensteid nach dem Landesbeamtengesetz bereits bei seiner ersten Wahl geleistet. Der Eid verpflichtet ihn, sein Amt nach bestem Wissen und Können zu führen, das Grundgesetz und die Landesverfassung und das Recht zu achten und zu verteidigen und Gerechtigkeit gegen Jedermann zu üben.

Mit folgenden Worten verpflichtete Günther Berroth den alten und neuen Bürgermeister, die dieser unter Heben der rechten Hand nachsprach: "Ich gelobe, die Rechte der Gemeinde gewissenhaft zu wahren und ihr Wohl und das ihrer Einwohner nach Kräften zu fördern". Mit Übergabe der Wahlurkunde von Landrat Franz Weber bekräftigte der Sprecher des Gemeinderats die Amtsverpflichtung. Dabei wurde auch das laut Jochen Reutter letzte Geheimnis um ihn gelüftet, nämlich sein zweiter Vor-name: Otto. Als Präsent des Gemeinderats erhielt Reutter Wein, seine Frau Martina erhielt einen Blumenstrauß als kleine Entschädigung für die Bürde, die eine Bürgermeister-Gattin zu tragen hat.

Jochen Reutter bedankte sich für die vielen Glückwunschschreiben und persönlichen Gratulationen, er werde den Dank an die Bürger weiterleiten. Die Anerkennung seiner Arbeit durch ein gutes Wahlergebnis und auch die Verlängerung seines Arbeitsvertrags um weitere acht Jahre sei für ihn persönliche Genugtuung. Er könne in einer funktionierenden Gemeinde arbeiten, in der sich die Bürger in die Politik einbringen. Im Gemeinderat könne er ohne kleinkarierten Formalismus arbeiten, mit Können, Wissen und gesundem Menschenverstand werde in diesem Gremium über Parteig-renzen hinweg abgestimmt. Für die Bürger sei er immer gesprächsbereit, so Reutter, er empfinde sich auch als unkompliziert und pflege eine ernstgemeinte Partnerschaft zwischen Rathaus und Bürgerschaft. Im Vordergrund stehe für ihn stets der Mensch. Die Vereine lägen ihm am Herzen, er werde das Zusammenspiel aller Ehrenamtlichen am Ort weiterhin unterstützen. Leider werde auch in Hattenhofen die Kreativität durch die schlechte Finanzsituation überlagert. Selbst bei einem Aufschwung könnten Staat und Gemeinden künftig nicht mehr alle Aufgaben der Vergangenheit erledigen, so der Bürgermeister, mit Sicherheit seien bittere Einschnitte im Sozialstaat hinzunehmen. Die derzeitige Krise könne man nur überwinden, wenn der Gemeinderat zusammen stehe und Teamgeist zeige. Diesen vermisse er in der großen Politik. Er selbst, so Reutter, wolle stets ein ehrlicher Mittler im Widerstreit der verschiedenen Interessen sein. Allen konstruktiven Begleitern auf seinem bisherigen Weg danke er herzlich. Reutter nannte dabei den Gemeinderat, seine bisherigen Stellvertreter, die Bürger-schaft, seine Rathaus-Truppe, den Bauhof (das "Sondereinsatzkommando" der Gemeinde) und das Kindergartenteam.

Die Grüße und Glückwünsche des Verwaltungsverbandes überbrachte der Boller Bürgermeister und Verbandsvorsitzende Hans-Rudi Bührle. Ebenso übermittelte er die Grüße des baden-württembergischen Gemeindetags und der Bürgermeistervereinigung des Landkreises, deren 2. Vorsitzender Jochen Reutter ist. Wichtig in der Kommunalpolitik seien Vertrauen und das Ziehen an einem Strang. Im Zeichen der Finanzkrise vermisse er manchmal die Solidarität unter den Städten und Gemeinden, so der Sprecher. In der Zukunft müsse man die interkommunale Zusammenarbeit noch verstärken. Bührle charakterisierte den typischen Bürgermeister als Einen, der allwissend ist, die nötige Schläue mitbringt, sich von Viehzucht über Straßenbau, Feuerwehr und Rentensicherung bis zum Fußball überall auskennt. Selbstverständlich, dass ein schwäbischer Schultes ein guter Redner, dabei trinkfest, allgegenwärtig, immer auf dem Rathaus, bekannt bei den Landesbehörden und dabei nie krank ist. Als Geschenk des Verbands erhielten die Eheleute Reutter ein gemeinsames Abendessen.
Im Konsens mit seinem katholischen Kollegen Johannes Amann freue er sich auf die weitere Zusammenarbeit, betonte Pfarrer Gerd Häußler. Jochen Reutter habe er als unglaublich offenen und vertrauensvollen Menschen kennen gelernt und mit ihm schon viele gute Gespräche geführt. Pfarrer wie Bürgermeister würden beide zum Wohle der Menschen arbeiten. Der Theologe wünschte dem Bürgermeister weiterhin Freude am Beruf, immer den Rücken gestärkt zu bekommen, den Geist der Weisheit und Gottes Segen.
Namens der Vereine und örtlichen Institutionen dankte Siegfried Rau für die gute Zusammenarbeit. Der Bürgermeister sei immer ein guter Partner mit einem offenen Ohr für die Vereine gewesen und habe oft geholfen, Lösungen zu finden. Fast jeder Hattenhofer sei in einem oder mehreren Vereinen Mitglied, betonte der Sprecher. Was wäre Hattenhofen ohne seine Vereine? Ohne Kameradschaft, ohne Musik und Sport, ohne Feste, einfach ohne Leben, so Rau. Jeder solle in Hattenhofen eine sinnvolle Freizeit-Betätigung finden. Die örtlichen Vereine ließen ihren Bürgermeister nicht im Regen stehen, sagte Siegfried Rau und übergab, um dies zu bekräftigen, einen von den Vereinen gestifteten Regenschirm. Als letzter Redner des Abends wünschte 2. stellvertretender Bürgermeister Ernst Frech dem Schultes Kraft und Stärke für seine Arbeit.

Für die musikalische Umrahmung des Abends hatten Elisabeth Kreis am Klavier und Adolf Braun an der Violine gesorgt. Sie spielten eine festliche Gavotte, ein Lied mit Chopin-Motiven und einen Satz aus dem "Winter" der "Vier Jahreszeiten" von Vivaldi.

Im Anschluss an den offiziellen Teil konnten sich die Gäste an Butterbrezeln und Getränken laben.

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