Bericht von der Gemeinderatssitzung
03.12.2003

Kurz berichtet Zum Thema Rathaus-Dekoration
Landwirtschaft: Diskussion um Wagenschuppen Wohnhaus: Erneut Ablehnung wegen Gebäudehöhe
Wohnhäuser anstelle Gewerbebrache Verdiente Standesbeamtin auf dem Rathaus

Kurz berichtet
Landwirtschaft: Dem Bau eines Jungviehstalls anstelle eines Wagenschuppens im Bestand des landwirtschaftlichen Anwesens Hauptstraße 3 hat der Gemeinderat zugestimmt. Das Einvernehmen für die Versetzung des Wagenschuppens in den Außenbereich und damit in den Randbereich einer Überschwemmungsfläche erteilte das Gremium unter dem Vorbehalt, dass die Wasserbehörde im Göppinger Landratsamt zustimmt .
Ausgleich: Die Firma Plattenhardt darf ein weiteres Vordach nur errichten, wenn sie dafür einen Flächenausgleich durch Entsiegelung oder Dachbegrünung herstellt. Dies hat der Gemeinderat einstimmig beschlossen. Mehr als 90 Prozent des Areals sind mittlerweile befestigt.
Kompromiss: Das gemeindliche Einvernehmen erhielt die Platzierung zweier Garagen bei einem Doppelhaus-Neubau, Hanfländer 2, nachdem Gemeinde und Nachbarn die erste Planung abgelehnt hatten. Bauträger und Angrenzer haben sich nun auf eine Alternative geeinigt.
Überschreitung: Einstimmig abgelehnt hat der Gemeinderat ein Bauvorhaben in der Bruckwiesenstraße 59 (ehemaliges Areal Walter). Das Haus überschreitet die zulässige Traufhöhe und weicht von der festgelegten Firstrichtung ab .
Mobilfunk: Der Mobilfunk-Anbieter e-Plus darf nach einer Rechtsänderung in der Landesbauordnung seine geplante Antennen-Anlage im Gewerbegebiet Friedhofstraße nun ohne Baugenehmigung errichten. Die Beratung über den Bauantrag hatte im Gemeinderat jüngst für erneute Diskussion über den Mobilfunk gesorgt.
Städtebau: Planer Uwe Straub stellte den städtebaulichen Vorentwurf für das Areal "Darlehenskasse" in der oberen Hauptstraße vor. Die Gemeinde will dort sieben Wohnhäuser ermöglichen.
Technik: Bei der Präsentation durch Uwe Straub, der mit Laptop und Beamer arbeitet, wurde der Klassen-Unterschied zur veralteten Medientechnik der Gemeinde im Farrenstall deutlich. Der Gemeinderat wünscht schon lange eine Optimierung, deren Finanzierung aber noch offen ist.
Gewerbegebiet: In Sachen "Interkommunales Gewerbegebiet" wollen die Verbandsgemeinden zunächst die Haltung der avisierten Standortgemeinde Zell u.A. abwarten, informierte BM Jochen Reutter auf Anfrage. Dem Gremium lag eine Pressemitteilung des Landratsamts vor, nachdem der Einstieg in ein gemeinsames Gewerbegebiet wieder näher gerückt sei.
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Zum Thema Rathaus-Dekoration
Seit Jahren schmückt sie der Jahreszeit entsprechend das Rathaus-Foyer (derzeit als "Krippenausstellung") und kümmert sich zudem um die Begrünung des Rathausplatzes: Heidi Arold vom Rathaus-Team. Beides kommt bei den Kunden -auch von auswärts- sehr gut an und verdient einmal ein öffentliches Lob.
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Landwirtschaft: Diskussion um Wagenschuppen
Dem Bau eines Jungviehstalls auf dem Areal Hauptstraße 3 erteilte der Gemeinderat einstimmig das Einvernehmen. Das Einvernehmen zur daraus folgenden Versetzung des vorhandenen Wagenschuppens in den Außenbereich wurde unter dem Vorbehalt erteilt, dass die untere Wasserbehörde im Landratsamt dem Vorhaben zustimmt. Dies beschloss der Gemeinderat nach einer längeren Diskussion um ein landwirtschaftliches Vorhaben. Der Bauherr und Landwirt will den bisherigen Wagenschuppen zu einem Jungviehstall nach neuesten artgerechten Kriterien aus- und umbauen. Deswegen soll der Wagenschuppen von seinem bisherigen Standort in den Außenbereich verlagert werden und dort in der bisherigen Form wieder aufgebaut werden. Weil dort der Rand eines Überschwemmungsgebietes verläuft, hatten sich im Frühjahr die Vertreter von Gemeinde, Baurechtsbehörde, Naturschutzbehörde, Landwirtschaftsamt und Wasserwirtschaftsamt mit dem Bauherrn und seinen Planern vor Ort getroffen. Dabei wurde ein Kompromiss erarbeitet, der den Gemeinderäten nun in Form eines Bauantrages vorlag. Der neue Schuppen hält einen Abstand von zehn Metern zu einem dort verlaufenden Gewässergraben mit angrenzender geschützter Hecke ein. Zur Retention wird vor dem Schuppen eine Überschwemmungsfläche von 40 m³ abgetragen. Die Verwaltung hatte den Bauantrag im Einvernehmen mit dem Bauherrn möglichst lange zurückgehalten, um die Stellungnahme der Fachbehörden abzuwarten. Vor Ablauf der Zwei-Monats-Frist, in der die Gemeinde entscheiden muss, lag jedoch nur die zustimmende Stellungnahme der Naturschutzbehörde vor. Ausgehend von den vor Ort geäußerten Zustimmungen der anderen Behörden schlug Bürgermeister Jochen Reutter deshalb vor, dem Vorhaben das Einvernehmen zu erteilen. Mehrere Gemeinderäte kritisierten jedoch, dass ihnen für die Entscheidungsfindung keine Stellungnahme der Fachbehörden vorlägen. Außerdem wurde teilweise wegen schlechter Erfahrungen in anderen Fällen daran gezweifelt, dass der Bauherr anschließend seinen Schuppen ausreichend eingrünen werde. Bürgermeister Reutter und andere Sprecher im Gremium wiesen darauf hin, dass -unabhängig vom Votum der Gemeinde- das Vorhaben sowieso nicht realisiert werden könnte, wenn die untere Wasserbehörde ablehne. Davon sei aber nach dem einvernehmlichen Ortstermin nicht auszugehen. Der Gemeinderat koppelte seine Zustimmung an den Außenbereichsbau daher an die Erteilung grünen Lichts durch die Wasserwirtschaftsbehörde.
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Wohnhaus: Erneut Ablehnung wegen Gebäudehöhe
Auch dem zweiten Bauantrag auf dem früheren Areal Walter in der Brückwiesenstraße versagte der Gemeinderat wegen Überschreitung der Traufhöhe und wegen der falschen Fristrichtung des Gebäudes das Einvernehmen. Obwohl die Verwaltung die Bauherren im Vorfeld darauf hingewiesen hatte, dass die Gemeinde bei städtebaulich bedeutsamen Abweichungen vom Bebauungsplan kein Einvernehmen erteilen werde, wollten diese ihr Haus mit einer geringeren Grundfläche, aber höher als zulässig bauen. Allerdings wollten die Bauherren somit auch den dort stehenden Nussbaum erhalten. Offensichtlich, wie sich vor und durch Bemerkungen der anwesenden Bauherren auch während der Sitzung herausstellte, wurde die Traufhöhe durch Architekt und Verwaltung unterschiedlich gemessen. Eine Rätin schlug vor, dass die Verwaltung Bauherren und Planer beraten solle. In jeder Gemeinderatssitzung habe man bei Bauanträgen nur noch über Befreiungsanträge zu befinden, monierte ein anderer Sprecher. Da könne man bald alle Bebauungspläne aufgeben. Die Planer sollten sich an die Festsetzungen halten, vor allem bei neuesten Plänen wie auf dem Areal Walter.
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Wohnhäuser anstelle Gewerbebrache
Nach bald zehnjähriger, immer wieder unterbrochener Planung sowie zahlreichen Gesprächen mit Grundstückseigentümern und Anliegern soll nun auf dem Areal der früheren Darlehenskasse in der oberen Hauptstraße ein kleines Wohngebiet entstehen. Planer Uwe Straub stellte dem Gemeinderat in der letzten Sitzung den städtebaulichen Vorentwurf vor. Neben der früheren Raiffeisenbank wird das ehemalige Firmengelände Hagmann überplant. Die gewerblichen Nutzungen in diesen Bereichen sind schon seit geraumer Zeit aufgegeben, deswegen soll die Fläche wohnbaulich genutzt werden. Straub erläuterte dem Gemeinderat den bisherigen Planungsstand in allen Details und ging vor allem auf die dortigen Gelände- und Entwässerungsverhältnisse ein. Die Erschließung soll U-förmig und im Einbahnverkehr durch das Wohngebiet erfolgen. Im oberen Teil unterhalb des Storrenwegs sind sieben Wohnhäuser und eine öffentliche Parkierungsfläche geplant, im unteren Bereich entlang der Hauptstraße ist ein Mischgebiet vorgesehen. Es sei an der Zeit, so Bürgermeister Jochen Reutter, die Baulandentwicklung zu realisieren, die Planung werde nicht einfacher und nicht günstiger. Im Rahmen der Planung den Storrenweg für Radverkehr zu verbreitern, lag einzelnen Gemeinderäten am Herzen. Dafür gebe es keine Fläche, so Uwe Straub, außerdem verenge sich der Storrenweg links und rechts des Plangebietes und sei dort überwiegend in privater Hand. Breiten Raum nahm die Diskussion über die Entwässerung ein. Gegen das vom nördlichen Storren ankommende Oberflächenwasser, dass nach wie vor über ein unbebautes gemeindliches Flurstück geleitet werden soll und dort versickert, sollen die Bauherren eine 50 cm hohe Prellwand an den Storrenweg bauen. Bei der Gebäudehöhe legen die Gemeinderäte Wert darauf, dass die bestehenden Gebäude nicht verschattet werden. Dies könne man ausschließen, so Planer Straub, die Gebäudeabstände seien entsprechend groß genug. Der Planer will, um Probleme mit Gebäudehöhen wie bei derzeit laufenden Bauverfahren auszuschließen, die Gebäudehöhen über NN (Höhe über normal Null) absolut definieren. Ein Gemeinderat störte sich am derzeitigen Arbeitstitel für den Bebauungsplan "Darlehenskasse". Es sei besser, einen Gewann- oder Flurnamen zu verwenden.
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Verdiente Standesbeamtin auf dem Rathaus
Seit bald 30 Jahren arbeitet Doris Gülch als Standesbeamtin auf dem Hattenhofer Rathaus. Der baden-württembergische Fachverband der Standesbeamten wollte Frau Gülch für ihr Engagement und ihre Verdienste öffentlich würdigen. Auf die Ehrung hat die Kollegin verzichtet, wie es ihre bescheidene Art ist. Wir erlauben uns dennoch, ihre einwandfreien Leistungen für die Hattenhofer Einwohner über drei Jahrzehnte hinweg lobend zu erwähnen.

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