Bericht von der Gemeinderatssitzung
21.04.2004

Kurz berichtet Infos für Autofahrer
Haushaltskonsolidierung: TSGV pflegt Sportplatz der Gemeinde Kritik wegen Schließung der Postagentur
Widerstand gegen Genfood Sitzbank: Dank an Spender
Sparvorschläge Gesundheit: HATTENHOFEN wird VITAL
Lob an Ehrenamtliche und Verwaltung Was ist geplant?

Kurz berichtet
Bauanträge: Dem Bau einer Garage im Erlenweg 7 sowie der nachträglichen Genehmigung für ein Lagerzelt, Reustadt 45 erteilte der Gemeinderat einstimmig das Einvernehmen. Bei letzterem wird die Gemeinde ein Bußgeldverfahren wegen ungenehmigten Bauens einleiten.
Gasleitung: Zur Kenntnis nahm der Gemeinderat das derzeit öffentlich ausliegende Ergebnis des Raumordnungsverfahrens für die Gasleitungstrasse der Unternehmen Wingas und Ruhrgas. Im Regierungsbezirk Stuttgart verlaufen 179 km der geplanten Erdgasfernleitung. Das Regierungspräsidium musste sich mit 260 Stellungnahmen von Behörden und 2 500 Privateinwendungen befassen. Beim folgenden Planfeststellungsverfahren wird die Gemeinde erneut beteiligt.
Hochwasserschutz: Die Universität Karlsruhe und die Gewässerdirektion Kirchheim Teck arbeiten an einem Niederschlagabflussmodell Fils. Bis Ende April sollen die ersten Ergebnisse vorliegen. Nachdem die aktuell abgeschlossene Hochwasserschutzmaßnahme am Butzbach ihre erste Bewährungsprobe überstanden hat, ist für BM Reutter vor allem das Ergebnis der Studie zum Graubach von Interesse.
Jubiläum: Im Juli 2005 will der Schützenverein sein 50-jähriges Vereinsjubiläum in der Sillerhalle und den dazugehörenden Außenanlagen veranstalten. Dieses Fest in der Ortsmitte zu veranstalten stieß im Gemeinderat auf Zustimmung.
Sanierung: Derzeit ist die Westfassade des Bürgerhauses Farrenstall wieder eingerüstet. Im Rahmen der Gewährleistung müssen die Handwerker nachbessern.
Großvereine: Der Krankenpflegeverein Raum Bad Boll hat derzeit 1 576 Mitglieder, davon 282 aus Hattenhofen. BM Reutter empfahl den Gemeinderäten, für einen Jahresbeitrag von 20 Euro dem Verein beizutreten.
Thema Parken: Nach der Fertigstellung des Neubaus bei der Firma Plattenhardt habe sich die Parksituation in der Friedhofstraße entspannt, so ein Gemeinderat. Dennoch gebe es Beschilderungsbedarf vor den Stichstraßen der Firmen. BM Reutter will demnächst alle Firmen zu diesem Thema an einen Tisch holen.
Zum Seitenanfang

Infos für Autofahrer
Der Gemeinderat ist grundsätzlich damit einverstanden, dass an den Hattenhofer Ortseingängen Informationstafeln für Auswärtige aufgestellt werden. Nachdem diese Tafeln seitens der Bevölkerung immer öfter gewünscht werden, hatte die Verwaltung vier Standorte vorgeschlagen. Noch offen ist, ob an allen vier Ortseingängen beschildert wird. Die geschätzten Kosten beziffert BM Reutter auf rund 4 000 Euro, will aber nochmals aktuelle Angebote einholen. Vorbild sind die Informationstafeln in der Nachbarstadt Weilheim. Zur Finanzierung wurde aus dem Gemeinderat vorgeschlagen, den Erlös des nächsten Straßenfestes zu verwenden. Außerdem könne man die örtliche Gewerbeinitiative um eine Spende bitten.
Zum Seitenanfang

Haushaltskonsolidierung: TSGV pflegt Sportplatz der Gemeinde
Ab sofort übernimmt die Fußballabteilung des TSGV Hattenhofen die Sportplatzpflege. Diesen in der letzten nichtöffentlichen Sitzung mit einer Gegenstimme gefassten Gemeinderatsbeschluss gab Hauptamtsleiter Norbert Baar bekannt. Die Arbeiten beinhalten insbesondere das Mähen des Sportplatzes. Besandungs-, Lochungs- und Düngungsarbeiten übernimmt weiterhin der Bauhof. Dieser unterhält auch den Sportplatzmäher, der am Sportplatz abgestellt werden soll. Die jetzt getroffene Vereinbarung mit dem TSGV ist einer von knapp 40 Punkten aus dem jüngst beschlossenen Haushaltskonsolidierungspaket.
Zum Seitenanfang

Kritik wegen Schließung der Postagentur
Mit Unverständnis reagierten die Gemeinderäte auf den Bericht von BM Jochen Reutter, dass die Postagentur in der Hauptstraße kurzfristig geschlossen worden sei. Zwar sei die Post bis ins Jahr 2007 verpflichtet, in Hattenhofen weiterhin eine Postagentur zu betreiben, was aber nach 2007 komme, sei offen, so Reutter. Mehrere Sprecher bemängelten, dass bis zur Öffnung einer neuen Agentur in Hattenhofen die Pakete nach Zell oder Boll gefahren werden müssten. Besser wäre es gewesen, so die Kritiker, die Post hätte so lange in Hattenhofen einen Container aufge-stellt. Ein Gemeinderat warnte vor Spekulationen. Die Hintergründe der Schließung seien nicht bekannt. Die Post habe sicher konkreten Handlungsbedarf gehabt. Bis zur Öffnung einer neuen Agentur in Hattenhofen müsse man ein Stück weit Geduld haben.
Zum Seitenanfang

Widerstand gegen Genfood
Die Gemeinde Hattenhofen bzw. die ansässigen Landwirte sollten eine "Gen-Food-freie Zone" einrichten, beantragte eine Gemeinderätin. Sie verwies auf das Beispiel der Gemeinde Überlingen, wo sich 70 Landwirte dazu verpflichtet hatten. Bürgermeister Reutter hält den Vorschlag für richtig, die Initiative müsse aber aus der örtlichen Landwirtschaft kommen. Ein Gespräch mit dem Landwirtschaftlichen Ortsverein soll in Bälde stattfinden. Die deutsche Regierung habe bei dem Thema auf EU-Ebene versagt, so ein Gemeinderat.
Zum Seitenanfang

Sitzbank: Dank an Spender
Seinen besonderen Dank an die Spender des neuen "Rentnerbänkles" im Graubachtal teilte ein Gemeinderat mit. Er hoffe, so der Sprecher, dass die Hattenhofer Bank, anders als ihre Vorgängerin in Sparwiesen, von Vandalismus verschont bleibe.
Zum Seitenanfang

Sparvorschläge
Ein im wörtlichen Sinne "Sparpaket" mit 22 Vorschlägen zur Haushaltskonsolidierung überreichte ein Gemeinderat an Bürgermeister Jochen Reutter. Ersterer hatte dies angekündigt, weil er in den entscheidenden Sitzungen nicht anwesend war. BM Reutter wird diese Vorschläge nun eingehend prüfen.
Zum Seitenanfang

Gesundheit: HATTENHOFEN wird VITAL
Das bürgerschaftliche Engagement in konkreten Einzelprojekten zu stärken und damit zur Zukunftsfähigkeit und Lebensqualität im Ort beizutragen, hatte der Gemeinderat im letzten Sommer einstimmig beschlossen. Auf große Zustimmung stieß daher das Projekt "HATTENHOFEN VITAL", das Hauptamtsleiter Norbert Baar in der letzten Gemeinderatssitzung vorstellte. Zusammen mit Andreas Sauner hat die Verwaltung die örtliche Aktion konzipiert. Ziel von "HATTENHOFEN VITAL" ist es, die Einwohner schon ab dem Kindesalter dazu zu motivieren, im Alltag vermehrt das Auto stehen zu lassen und zu Fuß zu gehen bzw. mit dem Fahrrad zu fahren.
Kinder sollen ein Gefühl für Umgebung und Entfernungen bekommen. Begegnungen und Kommunikation sind nur zu Fuß oder mit dem Rad möglich, nicht aus dem Auto heraus. Auch den Krankenkassen ist Vorbeugen lieber. Daneben hat sich eine übergemeindliche Zusammenarbeit zwischen Zell und Hattenhofen entwickelt, die in einer Gesundheitswoche vom 14. bis 20. Juni 2004 ihre erste Veranstaltung präsentiert. Hintergrund aller Überlegungen ist die Tatsache, dass jedes dritte Kind, jeder fünfte Jugendliche massives Übergewicht hat. Neben falscher Ernährung ist Bewegungsmangel die Hauptursache. Schon bei kleinen Kindern steigt das Risiko für Zivilisationskrankheiten. Mit den unten beschriebenen Aktionen sollen allgemein Kenntnis und Umgang mit der Gesundheit verbessert und die örtlichen Ressourcen in den Vordergrund gestellt werden. In Hattenhofen soll konkret das Übel an der Wurzel gepackt werden, nämlich die oft falsche Ernährung und der Bewegungsmangel. Die Verwaltung sehe die Projekte als Beitrag zur Gesundheitsreform, so Norbert Baar.
Zum Seitenanfang

Lob an Ehrenamtliche und Verwaltung
Die Gesundheit sei ein sehr wichtiges Kapital, betonte Bürgermeister Jochen Reutter. Auch wenn man von manchem für das Projekt vielleicht milde belächelt werde, sei es einen Versuch wert. Während Viele Geld für Fitnessstudios ausgäben, wolle die Gemeinde mit einfachen Mitteln versuchen, der Bewegungsarmut entgegenzusteuern. Sehr zufrieden zeigte sich der Schultes über die Zusammenarbeit mit der Verwaltung und Ehrenamtlichen aus der Nachbargemeinde Zell u.A. Mit dem jetzigen Planungsstand habe man schon mehr erreicht als man hoffen konnte, so ein Gemeinderat. Gerade in Zeiten leerer Kassen sei eine Bewegung durch bürgerliches Engagement sehr zu begrüßen. Eine solche Aktion könne man in modifizierter Form öfters wiederholen. Mehrere Sprecher sahen in der Zusammenarbeit zwischen Zell und Hattenhofen ein Signal für Gemeinsamkeit. Beide Gemeindeverwaltungen zeigten, dass sie unbürokratisch und innovativ die Ehrenamtlichen unterstützen können. Mehrere Sprecher erkundigten sich nach dem Versicherungsschutz von Kindern auf den geplanten Spielstationen und Schulwegen. Die Angelegenheit habe man im Griff, so Bürgermeister Reutter. Man dürfe das Projekt nicht an Haftungsfragen scheitern lassen, mahnte ein Sprecher.
Zum Seitenanfang

Was ist geplant?
Auf zunächst vier Säulen stützt sich die Aktion "HATTENHOFEN VITAL". Hauptprojekt ist ein Wettbewerb in Kindergarten und Schule, der von Anfang Mai bis zu den Sommerferien laufen wird. Die Kinder sollen in der Zeit möglichst viel zu Fuß gehen oder mit dem Fahrrad fahren, auch am Wochenende und in der Freizeit. Die zurückgelegten Strecken werden dokumentiert. Als zusätzlicher Anreiz sollen auf den Schulwegen Spielstationen angelegt werden, vom auf den Gehweg gemalten Hüpfspiel bis zum Baumstamm zum Balancieren. Lehrer und Schüler wollen hier noch mit eigenen Ideen beitragen. Für die Eltern bietet die Gemeinde zwei Fachvorträge an: Am Montag, 10. Mai hält Doris Neumann um 20 Uhr im Farrenstall einen Vortrag zum Thema "Gesunde Ernährung", nach den Pfingstferien wird Susanne Rummel zu "Bewegung und Motorik von Kindern" referieren. Die Veranstaltungen werden von der AOK gesponsert und sind kostenlos. Nachdrücklich sei auf die Sport- und Fitnessangebote der örtlichen Vereine verwiesen. Wer aber unter der Woche keine Zeit oder keine Lust zum Laufen hat, kann künftig den sonntäglichen Lauftreff unter Andreas Sauner wahrnehmen. Hierbei wird der Langsamste das Tempo bestimmen. Die Termine werden noch bekannt gegeben. Die örtliche Gaststätte "Lamm" hat von sich aus angeregt, während der Aktion geeignete, wöchentlich wechselnde Gerichte anzubieten. Am 20. Juni, dem autofreien bzw. AOK-Rad-Sonntag soll im Butzbachtal auf Zeller Markung ein gemeinsamer Gesundheitsmarkt stattfinden. Hierüber wird im Vorfeld noch ausführlich berichtet werden. In der Woche davor sind drei Vorträge zu einschlägigen Themen vorgesehen.
Zum Seitenanfang