Alter Gemeinderat verabschiedet,
neuer Gemeinderat eingesetzt
15.09.2004

Festsitzung in der Schulaula Hoher Zeitaufwand, viele Projekte
Bürgermeister würdigt ausscheidende Räte Rückblick nach 20 Jahren
Neue Gemeinderäte auf das Gemeinwohl verpflichtet Grußworte des Verwaltungsverbandes
Stellvertreter gewählt Gremien besetzt
Besetzung der Gremien und Ausschüsse  
   

Festsitzung in der Schulaula
Vor rund 70 Zuhörern hat Bürgermeister Jochen Reutter die acht ausscheidenden Gemeinderätinnen und Gemeinderäte verabschiedet. Sein Stellvertreter während der letzten Gemeinderatsperiode, Gemeinderat Günther Berroth, erhielt die silberne Ehrennadel des Gemeindetags Baden-Württemberg. Anschließend verpflichtete Reutter den neuen Gemeinderat auf die gewissenhafte Erfüllung ihrer Pflichten. Das neue Gremium wählte zwei Stellvertreter des Bürgermeisters aus ihren Reihen und einigte sich über die Besetzung des Gremien und Ausschüsse. Bei Butterbrezeln und Getränken wurde anschließend schwäbisch sparsam gefeiert.
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Hoher Zeitaufwand, viele Projekte
Eingangs würdigte der Bürgermeister die Arbeit der zurückliegenden Gemeinderatsperiode. Man habe kontrovers und konstruktiv gearbeitet, diskutiert und gemeinsam nach Lösungen gesucht. Auch in schwierigen kommunalpolitischen Situationen habe man immer wieder zusammengefunden. Dabei hätten die Gemeinderäte für ihre Entscheidungen in der Öffentlichkeit öfters Kritik, auch ungerechtfertigte Kritik einstecken müssen. Dies gehöre zu dem verantwortungsvollen Amt dazu, so Reutter. Wichtig für ein funktionierendes Gremium seien die persönlichen Kontakte in der Kommunalpolitik, sei es in den Nachsitzungen, bei Info-Fahrten, Begehungen oder Besichtigungen. In 82 Gemeinderatssitzungen habe man ungefähr 750 Tagesordnungspunkte abgehandelt, gab der Schultes Einblick in die Statistik. Bei einer Sitzungsdauer von rund 290 Stunden hätten die Ehrenamtlichen ca. 27 Arbeitstage oder 7,5 Arbeitswochen an persönlicher Freizeit investiert. Für diesen Zeitaufwand bedankte sich Bürgermeister Reutter bei den Gemeinderäten und deren Ehepartnern. Das gezeigte Standvermögen der Räte schloss Reutter in seinen Dank mit ein. Knapp 20 Projekte listete der Sprecher auf, die man in den letzten fünf Jahren zusammen bewegt habe, von der Umgestaltung der Ortsmitte, dem Bau des Kreisverkehrs und der Renaturierung Graubach, über die Hochwasserschutzmaßnahme am Butzbach, Kanalsanierungen, Einführung des verlässlichen Grundschule, Unterbringung des DRK, Generalsanierung des Kindergartens bis zur Erweiterung des Gewerbegebiets Reustadt.
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Bürgermeister würdigt ausscheidende Räte
Von den acht ausscheidenden Räten seien drei nicht wiedergewählt worden, so Reutter, das sei für die Betroffenen eine schmerzhafte Erfahrung. Andererseits könne man ihnen die in den fünf Jahren Ratstätigkeit gewonnene Lebenserfahrung nicht mehr nehmen, so Reutter. Um die gemeinderätliche Arbeit und auch manche unpopulären Entscheidungen zu verstehen, sollte eigentlich jeder Bürger einmal für fünf Jahre Gemeinderat sein. Bürgermeister Reutter würdigte jeden einzelnen der ausscheidenden Räte. Fast fünf Jahre dabei war Gemeinderat Joachim Rau. Rau habe den Kurs der Gemeinde unterstützt und mit seiner eigenen Art nach außen getragen, dabei habe er immer sachlich und konstruktiv gearbeitet, so BM Reutter. Fünf Jahre im Gremium war Gemeinderätin Charlotte Rauscher. In ihrer ruhigen, besonnenen Art habe sie die Arbeit des Gemeinderats nach außen mitgetragen, was vielleicht nicht immer erkennbar gewesen sei. In schwierigen Momenten habe sie die Gemeinde gestützt. Insgesamt neun Jahre dabei war Gemeinderätin Christine Scheurer. Diese habe in schwierigen Zeiten Verantwortung übernommen, so Reutter, und die Gemeinde konstruktiv begleitet. Bei allen drei genannten Gemeinderäten bedauere er deren Ausscheiden, so der Bürgermeister, er habe immer gewusst, wo sie gestanden hätten.
Gemeinderat Bernd Fauser, der nach zehn Jahren freiwillig aus dem Gremium scheidet, sei immer ein Partner der Sache gewesen und habe eine bemerkenswerte Entwicklung als Gemeinderat genommen. In Erinnerung werde Fauser vor allem wegen seines hartnäckigen Engagements für den Bau eines Lebensmittelmarktes in Hattenhofen bleiben. Gemeinderat Jürgen Höfer verlässt ebenfalls freiwillig nach zehn Jahren das Gremium. Ihn habe er vor allem wegen seines handwerklichen Sachverstands geschätzt, so Reutter, dabei sei Höfer immer sehr verlässlich und fair gewesen. Er habe auch in bitteren Momenten menschliche Stärke gezeigt. Mit Gemeinderat Ernst Frech scheide ein weiterer Baufachmann par Excellence nach zehn Jahren aus dem Gremium. Frech habe immer das Ohr an der Bevölkerung gehabt und aufgrund seiner Präsenz vor Ort auch "das Gras wachsen" gehört. Er sei ihm, so Jochen Reutter, stets ein wertvoller Ratgeber gewesen. Nach 15 Jahren Mit-arbeit im Gemeinderat könne man Gemeinderätin Gisela Bleher als "ökologisches Gewissen der Gemeinde" bezeichnen, so Bürgermeister Reutter. Sie sei immer aufgeschlossen für neue Ideen gewesen und habe stets eine klare Linie vertreten. Als leidenschaftliche Demokratin sei sie zudem nie nachtragend gewesen. 20 Jahre dabei war Gemeinderat Günther Berrroth. Stets mit hohen Stimmenzahlen gewählt, habe Berroth die Gemeinde maßgeblich mitgestaltet und in zahllosen Gremien gearbeitet, zuletzt als Stellvertreter des Bürgermeisters. Berroth habe die Gabe, einen Laden zusammen zu halten und sei oft der ruhende Pol in der Brandung gewesen. Neue Projekte sei er mit Herzblut angegangen. Als Projekte, an denen Günther Berroth seit 1984 mitgewirkt hatte, nannte Reutter unter anderem die Neugestaltung der Dobelstraße, den Umbau des Farrenstalls, den Bau der Aussegnungshalle, die Anlegung der Klärteiche, die Erweiterung der Grund- und Hauptschule und die Planung des Baugebiets Sommerweide II. Für seine 20-jährige Mitgliedschaft verlieh der Bürgermeister seinem Stellvertreter der letzten fünf Jahre die silberne Ehrennadel mit Urkunde des Gemeindetags Baden-Württemberg.
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Rückblick nach 20 Jahren
Ehrennadel für Günther Berroth Er habe in den letzten 20 Jahren viel Zeit für die Gemeinde investiert, so Günther Berroth, diese sei aber sinnvoll angelegt gewesen. Die Arbeit an den vielen Projekten habe Spaß gemacht. Als junger Gemeinderat müsse man die Ohren anlegen, um von den älteren Mitgliedern lernen zu können, gab der Sprecher den neuen Mitgliedern des Gremiums auf den Weg. Im Gemeinderat habe man in all den Jahren immer das gleiche Ziel gehabt, nämlich das Beste für Hattenhofen zu erreichen. Berroth appellierte an die Bürger, sich ehrenamtlich für die Gemeinde zu engagieren und für den Gemeinderat zu kandidieren. Leider würde heute immer mehr mangelnde Zeit vorgeschoben. Vor allem in den letzten fünf Jahren als Stellvertretender Bürgermeister habe er einen guten Einblick in die Gemeindeverwaltung gewonnen, so Günther Berroth. Die Zusammenarbeit mit dem Rathaus sei ausgesprochen angenehm gewesen. Jetzt würden er und andere Platz für jüngere Kolleginnen und Kollegen machen. Der Gemeinderat sei im Umbruch, solle aber weiterhin gut für Hattenhofen arbeiten.
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Neue Gemeinderäte auf das Gemeinwohl verpflichtet
Nach der Verabschiedung des alten Gremiums nahmen die neuen Mitglieder des Gemeinderats Platz am Ratstisch. Den Bürgermeister nicht mitgerechnet, betonte Bürgermeister Reutter, bestehe der Gemeinderat zu 57% aus neuen Mitgliedern. Man könne durchaus von einer neuen Generation sprechen. Leitlinie müsse immer das Gemeinwohl sein. Reutter verhehlte nicht, dass auf die Gemeinderäte auch persönliche Belastungen zukämen, vor allem, wenn man unpopuläre Entscheidungen treffen und nach außen vertreten müsse. Durch die Mitarbeit im Gemeinderat sei man jetzt näher am Bürger dran. Gefragt seien sachliche und konstruktive Zusammenarbeit, für persönliche Angriffe dürfe es keinen Platz geben. Weitere wichtige Merkmale eines Gemeinderats seien Menschlichkeit, Gelassenheit, Entscheidungsfreude und Standfestigkeit. Die Verwaltung könne nicht für alle Themen die Lösungen auf den Tisch legen, gefragt seien auch Lösungsansätze von Seiten des Gemeinderats. Das Gremium dürfe sich weder in Regierung noch in Opposition teilen, sondern müsse sich gemeinsam bemühen, das Beste zum Wohle der Bürger zu leisten, erst recht in diesen finanziell schwierigen Zeiten.

Gemeinsam sprachen die neuen Gemeinderätinnen und Gemeinderäte mit Bürger-meister Jochen Reutter folgende Verpflichtungsformel: " Ich gelobe Treue der Verfassung, Gehorsam den Gesetzen und gewissenhafte Erfüllung meiner Pflichten. Insbesondere gelobe ich, die Rechte der Gemeinde gewissenhaft zu wahren und ihr Wohl und das ihrer Einwohner nach Kräften zu fördern. " Bürgermeister Reutter bekräftigte bei jedem Mitglied die Verpflichtung per Handschlag.
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Grußworte des Verwaltungsverbandes
In Vertretung des Verbandsvorsitzenden Hans-Rudi Bührle richtete Verbandsgeschäftsführer Thomas Herre Worte an das Gremium. Er stellte sich, seinen Mitarbeiter Michael Deiß und den Verband vor. Sein Dank, so Herre, gelte dem früheren Gemeinderat für die gute Zusammenarbeit. Auf Verbandsebene sei Hattenhofen für eine eigenständige Meinung bekannt. Den neuen Räten wünschte Thomas Herre eine glückliche Hand. Es würden, da man finanziell mit dem Rücken zur Wand stehe, weitere belastende Entscheidungen für die Bürger ins Haus stehen.
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Stellvertreter gewählt
Einstimmig beschloss der Gemeinderat, für die kommende Gemeinderatsperiode auf eine Wahl des dritten Stellvertretenden Bürgermeisters zu verzichten. In der Vergangenheit war der dritte Stellvertreter praktisch nie in Erscheinung getreten. Die geheimen Wahlen für die Ämter des ersten und zweiten stellvertretenden Bürgermeisters ergaben folgendes Ergebnis: Mit 10 Ja-Stimmen, 4 Nein-Stimmen und 1 Enthaltung wurde Gemeinderat Wolfgang Liebrich von der Bürgergemeinschaft zum ersten stellvertretenden Bürgermeister gewählt. Der Vertreter der Freien Wählervereinigung, Steffen Berroth, wurde mit 14 Ja-Stimmen und 1 Gegenstimme zum zweiten stellvertretenden Bürgermeister gewählt.
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Gremien besetzt
Im Wege der Einigung, wie von der Gemeindeordnung vorgesehen, stimmte der Gemeinderat der unten dargestellten Besetzung von Gremien und Ausschüssen einstimmig zu. Bei auch nur einer Enthaltung oder Ablehnung hätte für jeden Ausschuss eine getrennte Wahl durchgeführt werden müssen. Vorsitzende mit Stellvertretern der Kommunalen Wohnbau GmbH sowie des Gutachterausschusses sollen intern gewählt werden.
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Mitglieder des neuen Gemeinderats

Besetzung der Gremien und Ausschüsse

1. Stellvertreter: Wolfgang Liebrich
2. Stellvertreter: Steffen Berroth
3. Stellvertreter: Entfällt

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