Bericht von der Gemeinderatssitzung
10.05.2005

Kurz berichtet Eigenbetriebe fahren Gewinne/Wasserpreis weiterhin konstant
Sorge wegen Frischwasserverlusten
Gemeinde erneuert Bedenken gegen geplante Erdgasleitung Landwirtschaftliche
Flächen und Landschaftsschutzgebiet betroffen
Messe Stuttgart: Gemeinde kritisiert Marketing-Broschüre

Kurz berichtet
Erschließung übertragen: Die Gemeinde überträgt die Erschließung des Gebiets "Storren 1" ihrer Kommunalen Wohnbau GmbH. Nach Möglichkeit sollen in diesem Zusammenhang auch die Endbelagsarbeiten für das Wohngebiet "Sommergarten" ausgeführt werden. Dies hat der Gemeinderat einstimmig beschlossen. Die Wohnbau erhält als Erschließungsträgerin von der Gemeinde eine Vergütung von drei Prozent der Baukosten. Diese liegen im Bereich Storren bei geschätzt 170.000 Euro.
Prüfung abgeschlossen: Alle wesentlichen Anstände aus der überörtlichen Prüfung der Jahresrechnungen 2000 bis 2002 sind erledigt. Dies bestätigt Landrat Franz Weber in einem abschließenden Schreiben an die Gemeinde.
Zum Seitenanfang

Eigenbetriebe fahren Gewinne/Wasserpreis weiterhin konstant
Sorge wegen Frischwasserverlusten

Einstimmig bestätigte der Gemeinderat die Jahresabschlüsse der Eigenbetriebe Abwasserbeseitigung und Wasserversorgung. Der Jahresgewinn bei der Abwasserbeseitigung beträgt gut 16.000 Euro. Dadurch kann der bestehende Bilanzverlust auf 29.000 Euro abgebaut werden. Für Investitionen stehen rund 240.000 Euro zu Verfügung. Die Gesamtverschuldung des Eigenbetriebs beläuft sich auf 1.451.000 Euro. Die seit Januar 2000 konstant gehaltene Abwassergebühr von 3,30 Euro/m³ kann weiterhin gehalten werden.
Bei der Wasserversorgung ergibt sich ein Jahresgewinn von 23.000 Euro. Hier können bestehende Verlustvorträge auf 51.000 Euro abgebaut werden. Für Investitionen stehen in den nächsten Jahren 113.000 Euro zur Verfügung. Im Gegensatz zum Eigenbetrieb Abwasserbeseitigung hat die Wasserversorgung eine sehr hohe Eigenkapitalquote von rund 47%. Die Verschuldung des Betriebs beträgt 50.000 Euro gegenüber dem Kämmereihaushalt. Auch hier kann der seit über sechs Jahren konstante Wasserpreis von 1,76 Euro/m³ gehalten werden.
Nicht zufrieden war ein Gemeinderat mit der Kreditsituation bei der Abwasserbeseitigung. Die Zinsbelastungen seien zu hoch, so der Sprecher. Man müsse nach Wegen suchen, diese zu senken um die Kapitalreserven aufstocken zu können. Verbandskämmerer Michael Deiß verwies auf die bestehenden Kreditverträge. Für Sondertilgungen sei im Moment kein Geld vorhanden. Bürgermeister Reutter will die Anregungen des Gemeinderats zu einer Umschuldung steuerlich prüfen lassen.
Breiten Raum nahm die Diskussion über die Frischwasserverluste ein. Letztes Jahr gingen über 16.000 Kubikmeter (das sind 16 Millionen Liter) verloren, was einem Wasserverlust von gut 10% entspricht. Damit liegt Hattenhofen zwar noch im unteren Bereich (Spitzenreiter im Landkreis ist Kuchen mit Wasserverlusten von 40 Prozent), Verwaltung und Gemeinderat wollen diese Größenordnung jedoch nicht akzeptieren. Mit moderneren Messgeräten, geliehen von Nachbargemeinden, will man möglichen Schadensquellen auf die Spur kommen. Man müsse alle heute technischen Möglichkeiten ausloten, so ein Gemeinderat, um die Wasserverluste rechtzeitig orten zu können. Sicher sei, so Bürgermeister Reutter, dass die schadhaften Stellen im Gemeindegebiet und nicht bei den Überlandleitungen lägen. Ein Sprecher verwies darauf, dass man im Ort teilweise über 100 Jahre alte Wasserleitungen habe. Ein anderer Gemeinderat regte an, die Einwohner über das Mitteilungsblatt aufzufordern, alle am gleichen Tag die häuslichen Wasseruhren abzulesen und der Gemeinde zu melden. Davon erhofft sich der Sprecher eine genauere Erfassung der Wasserverbräuche ohne Phasenverschiebung. Ein Gemeinderat bezeichnete es in der Debatte als bemerkenswert, dass die Gemeinde seit vielen Jahren die Wasser- und Abwassergebühren konstant halten könne.
Zum Seitenanfang

Gemeinde erneuert Bedenken gegen geplante Erdgasleitung
Landwirtschaftliche Flächen und Landschaftsschutzgebiet betroffen

Wie schon im Raumordnungsverfahren vor zwei Jahren stellt die Gemeinde die Notwendigkeit der geplanten Trasse für die "süddeutsche Erdgasleitung" zweier Gas-Konzerne im Gewann "Rammstädter Wiesen/Bettenweiler" in Frage. Einigkeit besteht im Gremium, dass hier willkürlich landwirtschaftliche Fläche und ein Landschaftsschutzgebiet gequert werden. Das Hattenhofer Wegenetz wird durchschnitten, vorhandene Drainagesysteme gekreuzt und der Abwasserkanal von Hattenhofen nach Albershausen tangiert. Nachdem im Vorverfahren die grundsätzliche Zulässigkeit der geplanten Gasleitung bestätigt worden sei, so Bürgermeister Jochen Reutter, werde die Gasleitung sicherlich gebaut werden. Die Gemeinde muss im Rahmen des derzeit laufenden Planfeststellungsverfahren hierzu Stellung nehmen. Auch die große Zahl betroffener Eigentümer müsse gezielt ihre Bedenken vorbringen, so der Schultes. Die Maßnahme werde in ihrer baulichen Auswirkung um vieles massiver sein als der vor rund neun Jahren erfolgte Bau des Abwasserkanals nach Albershausen. Die Trasse auf Hattenhofer Markung beträgt rund einen Kilometer und läuft parallel zur bestehenden Bahnstromleitung. Sie ist Teil einer neuen Erdgasleitung vom bayrischen Burghausen bis Lampertheim in Hessen. Die Maßnahme ist auf Ende 2006 geplant. Die Leitung wird einen Durchmesser von 1,20 m haben und mindestens einen Meter tief verlegt werden. Diese Mindestabdeckung gewährleistet laut den Antragstellern eine Verkehrslast von 60 Tonnen. Der Arbeitsstreifen wird 34 Meter breit sein. Die Baufahrzeuge sollen sich nur im Arbeitsstreifen bewegen und werden dort auch betankt. Die Rohre werden dem Gelände angepasst. Der Rohrgraben wird ca. 2,40 Meter tief sein. Noch bis zum 10.Juni können Eigentümer und die Allgemeinheit Einwendungen gegen den Plan erheben. Die Unterlagen liegen bis zum 27.Mai im Rathaus aus. Bürgermeister Jochen Reutter will die im Raumordnungsverfahren bereits geäußerten Einwendungen nochmals erheben und sich zudem nach Ausgleichsmaßnahmen für die Querung des Landschaftsschutzgebiets "Butzbachtal" erkundigen. Ein örtlicher Bausachverständiger soll ehrenamtlich die Baumaßnahme vor Ort kontrollieren. Die Gemeinderäte sorgen sich vor allem um das öffentliche Feldwegenetz.
Zum Seitenanfang

Messe Stuttgart: Gemeinde kritisiert Marketing-Broschüre
Heftige Kritik auf der Grundlage eines NWZ-Artikels übte ein Gemeinderat an der Region Stuttgart. Wie die Lokalzeitung berichtet hatte, hat die Region eine Broschüre zur Messe Stuttgart herausgegeben, ohne den Landkreis Göppingen zu erwähnen. Der Kreis Göppingen benötige aber die Messe, so der Sprecher. Die Kreisgemeinden sollten hier Landrat Weber und dem Göppinger OB Till beim weiteren Vorgehen den Rücken stärken. Die Broschüre müsse eingestampft werden. Ansonsten solle die Gemeinde Hattenhofen ihre jährliche Beitragszahlung an die Region verweigern. Da der Regionalpräsident aus dem Kreis Göppingen stamme, so ein anderer Sprecher, sei dies erst recht ein Trauerspiel. In der jüngsten Bürgermeisterversammlung habe man dieses Thema schon beraten, so Bürgermeister Reutter. Während die Region Tübingen / Reutlingen als zukunftsfähig betrachtet werde und ohne Beiträge zu entrichten in der Broschüre aufgenommen werde, sei der Landkreis leider wieder einmal das fünfte Rad am Wagen. Dabei habe der Kreis Göppingen strukturelle Probleme, die Zahl der Arbeitsplätze gehe zurück. Den Versand der Broschüre könne man nicht mehr verhindern, so abschließend der Schultes, er werde aber einen entsprechenden Brief an die Führung des Regionalverbands schreiben und die Haltung der Gemeinde Hattenhofen darlegen.
Zum Seitenanfang