Bericht von der Gemeinderatssitzung
24.01.2007

Kurz berichtet Versorgung: Lebensmittelmarkt in der Ortsmitte geplant
Gemeinderat stimmt der Ansiedlung der Firma NETTO zu.
Unerwartetes Angebot von Investor als Chance Güterabwägung zwischen Ortsbild, Anliegerinteressen und Versorgungssi-cherheit
Vogelschutzgebiete: Hattenhofen möchte Korrektur bei Wohngebieten
Fachbüro soll Tauschflächen prüfen

Kurz berichtet
Ja zu Neubau: Einstimmig erteilte der Gemeinderat dem Antrag auf Wiedererteilung der Baugenehmigung für ein Wohnhaus in der Hauptstraße 74 das Einvernehmen. Die noch nicht umgesetzte Baugenehmigung aus dem Jahr 1998 war abgelaufen.
Einheitliches Nachbarrecht: Der Gemeinderat hat Satzungsänderungen für vier Bebauungspläne beschlossen. Künftig gilt bei Einfriedigungen im gesamten bebauten Bereich an den privaten Grundstücksgrenzen das zivile Nachbarrecht (Siehe öffentliche Bekanntmachung in der nächsten Ausgabe).
Lebensmittelmarkt willkommen : Einstimmig hat der Gemeinderat (bei Abwesenheit eines Mitglieds) die Aufstellung eines Bebauungsplans für einen Lebensmittelmarkt auf dem früheren Tankstellen-Areal und dem angrenzenden Kreisverkehr beschlossen. Der Investor NETTO plant die Fertigstellung bis Ende 2007. BM Jochen Reutter sieht dies als einmalige Chance, die Lebensmittelversorgung im Ort zu verbessern. Wichtig ist dem Gremium, die Belange der unmittelbaren Angrenzer zu berücksichtigen. Die Öffentlichkeit soll am 7. Februar näher informiert werden (Siehe öffentliche Bekanntmachung in dieser und ausführlichen Bericht in der nächsten Ausgabe).
Etat beschlossen: Einstimmig hat der Gemeinderat den Verwaltungshaushalt und die formelle Haushaltssatzung für 2007 beschlossen. Gegen den geplanten Übertrag von knapp 300.000 Euro aus dem Eigenbetrieb Wasserversorgung in den Vermögenshaushalt zur Ortskernsanierung stimmte ein Gemeinderat, einer enthielt sich der Stimme.
Gegenstimmen bei Wasserfinanzen: Aus demselben Grund, wegen der Abführung des Bilanzgewinns an den Kämmereihaushalt mit anschließender Kreditaufnahme (und damit Neuverschuldung) im Wasserbereich stimmten zwei Räte gegen den Wirtschaftsplan 2007 für den Eigenbetrieb Wasserversorgung. Ein Rat enthielt sich. Der Wirtschaftsplan für den Eigenbetrieb Abwasserbeseitigung wurde einstimmig verabschiedet.
Fahrzeugbestand steigt.: Der aktuelle Fahrzeugbestand in Hattenhofen einschließlich zugelassener Anhänger weist 2.819 Fahrzeuge aus. Somit kommt statistisch auf fast jeden Einwohner ein Fahrzeug.
Geburtenzahl sinkt.: Die Bevölkerungspyramide weist zahlenmäßig die Jahrgänge 1944, 1963, 1964 und 1967 sowie 1984 als die stärksten in Hattenhofen auf (gemeldete Wohnbevölkerung). Bei den Geburten hat sich die Zahl im Jahr 2006 gegenüber den Vorjahren halbiert: Nur noch 14 Babys kamen letztes Jahr in Hattenhofen auf die Welt.
Zum Seitenanfang

Versorgung: Lebensmittelmarkt in der Ortsmitte geplant
Gemeinderat stimmt der Ansiedlung der Firma NETTO zu.

Über zwölf Jahre, nachdem der Lebensmittelmarkt in der Ortsmitte geschlossen hat, bietet sich die Chance für die Ansiedlung eines neuen Vollsortimenters in Hattenhofen. Den Startschuss für den geplanten Bau eines Lebensmittelmarktes auf dem früheren Tankstellenareal samt angrenzender Grünfläche am Kreisverkehr gab der Gemeinderat einstimmig mit dem Aufstellungsbeschluss zum erforderlichen Bebauungsplan. Am 7. Februar informierten BM Jochen Reutter und Planer Uwe Straub die Öffentlichkeit über die Ziele und Zwecke des Bebauungsplanverfahrens (siehe Bericht in der nächsten Ausgabe).
Immer wieder waren Bürgermeister, Gemeinderäte und Rathausbedienstete vor allem von älteren Einwohnern darauf angesprochen worden, dass im Ort ein zentraler Lebensmittelladen mit einem umfassenden Sortiment fehle. Eine studentische Diplomarbeit hatte diese Haltung der Bevölkerung auch empirisch belegt. Trotz zahlreicher Kontakte von Verwaltung und einzelnen Gemeinderäten zu Discountern mochte sich keine größere Lebensmittelkette in Hattenhofen niederlassen, der Ort erschien als zu klein. Außerdem hatte die Gemeinde bis vor kurzem kein geeignetes Gelände in der Ortsmitte. Angedachte Standorte im Gewerbegebiet Reustadt oder an der Ortsausfahrt Zell konnten aus verschiedenen Gründen nicht realisiert werden. Mit der Ersteigerung des früheren Tankstellenareals im Jahr 2006 verfügt die Gemeinde erstmals über Fläche, die für eine solche Nutzung geeignet ist. Die Planungen, dort eine Wohnbebauung mit Büros zu realisieren, endeten mit dem Übergang der Fläche von privatem in öffentliches Eigentum.
Zum Seitenanfang

Unerwartetes Angebot von Investor als Chance
Die Ansiedlung eines Lebensmittelmarktes nahm unerwartet Fahrt auf, als eine Projektgesellschaft, die für die Lebensmittelmarktkette Netto arbeitet, im Oktober 2006 mit BM Jochen Reutter das Thema ansprach. Mittlerweile haben sich die Verhandlungen so weit verdichtet, dass die Firma Netto ein konkretes Interesse an der Erstellung eines Lebensmittelmarktes auf dem früheren Tankstellenareal einschließlich der angrenzenden Grünfläche bekundet. Planungsrechtlich ist hierfür ein Bebauungsplan erforderlich. Die Firma hat eine konkrete Zeitvorstellung: Ende des Jahres 2007 soll nach Möglichkeit der Markt eröffnet werden. Bürgermeister Jochen Reutter sieht das Angebot als die mittel- bis langfristig letzte Gelegenheit, im Ort einen Lebensmittelmarkt anzusiedeln. Dies, so Reutter, sichere die Infrastruktur und sei ein wichtiger Standortfaktor. Mit den unmittelbaren Anliegern hatte der Schultes im Vorfeld der Gemeinderatssitzung gesprochen.
Als Glückstreffer bezeichneten zwei Gemeinderäte die Planung der Firma Netto, die trotz der für Marktverhältnisse geringen Einwohnerzahl Hattenhofens dort bauen möchte. Großen Wert legten die Sprecher darauf, die Interessen der unmittelbaren Anlieger zu berücksichtigen und die städtebauliche Veränderung ansprechend zu gestalten.
Zum Seitenanfang

Güterabwägung zwischen Ortsbild, Anliegerinteressen und Versorgungssicherheit
Hauptamtsleiter Baar erläuterte das weitere Verfahren. Die Gemeinde macht sich eine Gesetzesänderung zum Jahreswechsel zu Nutze, nach der Bebauungspläne für Gewerbeflächen im Innenbereich ohne aufwändigen Umweltbericht erstellt werden können. Abweichend von der neuen Regelung soll aber die Öffentlichkeit frühzeitig in das Verfahren eingebunden werden. Für die Gemeinderatssitzung am 6. März ist die Beratung eines detaillierten Planentwurfs vorgesehen. Das Verfahren kann frühestens im Mai abgeschlossen werden. Die Kosten des Bebauungsplanverfahrens trägt der Investor. In dem Verfahren komme es darauf an, so Norbert Baar abschließend, die Veränderung des Ortsbilds und Grünzugs in der Ortsmitte sowie ein erhöhtes Verkehrsaufkommen am Kreisverkehr und möglicherweise an der Zufahrt zum Bruckwiesen mit dem Interesse der Bevölkerung an einer zentralen, möglichst umfassenden Lebensmittelversorgung abzuwägen.
Zum Seitenanfang

Vogelschutzgebiete: Hattenhofen möchte Korrektur bei Wohngebieten
Fachbüro soll Tauschflächen prüfen

In der zweiten Verfahrensstufe des Beteiligungsverfahrens der Nachmeldung von Vogelschutzgebieten beantragt die Gemeinde, die Erweiterungsfläche "Im Schlatt" mit knapp neun Hektar und die geplante Wohngebietsfläche "Beim Bäumle" mit einem Hektar Fläche aus der Vogelschutzgebietskulisse herauszunehmen. Dies hat der Gemeinderat einstimmig beschlossen. Außerdem soll ein Fachbüro für 2.500 Euro bei den beiden Gebieten eine Brutvogelkartierung erstellen, um damit eine Korrektur der Schutzgebietsausweisung begründen zu können. BM Reutter möchte in diesem Zusammenhang auch nach geeigneten Tauschflächen suchen lassen. Im Gemeinderat wurden die bekannten Vorbehalte gegen das Vorgehen von Brüssel und Stuttgart laut. Ein Sprecher meinte dagegen, auch ohne Vogelschutzgebiet gebe es schon restriktive Vorgaben gegen Flächenverbrauch im Außenbereich.
Zum Seitenanfang