Bericht von der Gemeinderatssitzung
14.02.2007

Wärmeversorgung: Gemeinderat stimmt Verbundlösung mit DRK zu
Sillerhalle erhält ein Blockheizkraftwerk
Heizung im Farrenstall wird saniert
Fachbüro untersucht weitere Energieeinsparmöglichkeiten
Friedhofstraße: Gemeinderat lehnt Bauanträge ab Grünes Licht für Erschließungsmaßnahmen in der Sparwieser Straße
Gasversorger informiert über Preisentwicklung

Wärmeversorgung: Gemeinderat stimmt Verbundlösung mit DRK zu
Sillerhalle erhält ein Blockheizkraftwerk

Die Schule, die Sillerhalle und das geplante Seniorenzentrum erhalten eine gemeinsame Wärmeversorgung. Der Gaskessel in der Schule, der bislang schon die Sillerhalle mitversorgt, wird mit einem Blockheizkraftwerk gekoppelt und soll künftig alle drei Gebäude versorgen. Dem hat der Gemeinderat einstimmig zugestimmt. Die Investitionskosten betragen rund 140.000,- Euro, die sich Gemeinde und DRK aufteilen. Zu erwartende Zuschüsse sind hierbei noch nicht berücksichtigt.
Das Salacher Büro Herp Ingenieure hatte im Herbst letzten Jahres eine von der EU geförderte Machbarkeitsstudie zu alternativen Wärmeversorgungsmöglichkeiten für die Gebäude erstellt. Dabei hatte sich die jetzt beschlossene Variante unter wirtschaftlichen und ökologischen Gesichtspunkten als die sinnvollste herausgestellt. Das Deutsche Rote Kreuz als Betreiber des Seniorenzentrums hat dem Energieverbund zugestimmt, die vertraglichen Modalitäten werden derzeit abgewickelt. Gemeinde und DRK werden den Wärmeverbund gemeinsam betreiben. Der Standort des Blockheizkraftwerkes wird in der Sillerhalle sein. Dort sind, wie Planer Thomas Herp auf Nachfrage aus dem Gremium erläuterte, keine aufwändigen Schallschutzmaßnahmen für den Motor des Blockheizkraftwerkes erforderlich. Im Seniorenzentrum gibt es für die Anlage keinen Platz und müssten wegen der Bewohner des Heims umfangreiche Dämmungsmaßnahmen erfolgen. Aufgrund kurzer und gut isolierter Leitungen zwischen Sillerhalle und Seniorenzentrum würden sich, so der Fachmann, die Leitungsverluste in Grenzen halten. Gleichzeitig könne man die bisherigen Verluste der Verbundleitung zwischen Schule und Sillerhalle reduzieren. Das Büro Herp wird im Auftrag von Gemeinde und DRK die Anlage planen und ausschreiben.
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Heizung im Farrenstall wird saniert
Fachbüro untersucht weitere Energieeinsparmöglichkeiten

Die Heizung im Bürgerhaus Farrenstall sowie die dortige Rückstausicherung müssen saniert werden. Die Maßnahme wird auf Beschluss des Gemeindrats gemeinsam mit dem Wärmeverbund ausgeschrieben und vom Büro Herp betreut. Dies reduziert die Honorarkosten im Vergleich zu einer getrennten Ausschreibung.
Daneben hat der Gemeinderat das Büro Herp mit Voruntersuchungen zu weiteren Energieeinsparungsmaßnahmen in kommunalen Gebäuden beauftragt. Im Rahmen der Machbarkeitsstudie zum Wärmeverbund hat das Fachbüro die öffentlichen Gebäude kennen gelernt und dabei ein erhebliches Potential zur weiteren Energieeinsparung festgestellt. Außerdem gibt es einige Installationen, die mittlerweile brandschutztechnisch oder baurechtlich nicht mehr den Normen entsprechen. Dazu gehört die Lüftungsanlage in der Sillerhalle, die unter energetischen und hygienischen Gesichtspunkten sowie unter dem Aspekt der Vermeidung einer Brandübertragung nicht mehr den Anforderungen entspricht. Für die Heizungsverteilung zwischen Schule und Sillerhalle werden noch Pumpen aus den Siebzigerjahren verwendet. Mittlerweile sind hierfür moderne, geregelte Umwälzpumpen erforderlich. Ein weiteres Einsparungspotential ergibt sich in der Grund- und Hauptschule. Das Gebäude wird während der Schulzeit tagsüber durchgängig beheizt, obwohl zumindest in den Nachmittagsstunden nur ein geringer Teil der Räume genutzt wird. Eine Einzelraumregelung kann hier eine Energieeinsparung zwischen 15 bis 30 Prozent erbringen. Allerdings sind die erforderlichen Investitionen für eine Nachrüstung recht hoch, so dass neben dem ökologischen Vorteil zunächst die Wirtschaftlichkeit geprüft werden muss. Das Rathaus wird ausschließlich elektrisch beheizt. Dies ist wirtschaftlich und auch ökologisch fragwürdig. Bislang scheiterte eine Heizungs-Umrüstung neben denkmalschutzrechtlichen Aspekten nicht zuletzt daran, dass seit Jahren der Ausbau des Rathauses zu einem modernen Dienstleistungszentrum im Raum steht. Hierfür gibt es jedoch bis auf weiteres keine finanziellen Mittel.
Das Land fördert energetische Gebäudeuntersuchungen mit Zuschüssen bis zu 50 Prozent des Beratungshonorars. Bürgermeister Reutter möchte die genannten Punkte zusammen mit dem Fachbüro Herp nach und nach aufbereiten.
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Friedhofstraße: Gemeinderat lehnt Bauanträge ab
Die geplante Bebauung des Areals Friedhofstraße 3 bis 3/2 mit derzeit zwei Wohnhäusern hat der Gemeinderat bei einer Enthaltung abgelehnt. Wie die Baurechtsbehörde im Landratsamt sieht die Gemeinde die Erschließung als nicht gesichert an, was Voraussetzung für die Erteilung des Einvernehmens wäre. Eines der Gebäude wurde vom Gremium als zu hoch und damit städtebaulich nicht tragbar abgelehnt. Das andere Gebäude liegt gut zur Hälfte außerhalb des Geltungsbereichs einer alten Baulinie, was die Göppinger Baurechtsbehörde als sehr problematisch ansieht und deshalb die Aufstellung zumindest einer Abrundungssatzung empfiehlt.
Für den überplanten Bereich gibt es keinen Bebauungsplan, sondern nur eine Baulinie von 1909. Entgegen der Empfehlung der Gemeindeverwaltung hatten Bauträger und Bauherren die ungeklärte Erschließung sowie die Bebaubarkeit des Grundstücks vorab nicht in einer Bauvoranfrage klären lassen. Sprecher des Gemeinderats kritisierten die Vorgehensweise des Bauträgers. Der Gemeinderat müsse bei der Überplanung des Areals einbezogen werden. Jedenfalls dürfe der „Schwarze Peter“ für die Versagung des Einvernehmens nicht an der Verwaltung hängen bleiben, so ein Sprecher. Diese habe die Planer rechtzeitig auf alle offenen Punkte hingewiesen. Die Zufahrt ist über Gemeindefläche geplant, die die Bauherren erst noch erwerben müssen. Anlieger hatten Einwendungen gegen das Vorhaben erhoben, weil sie sich durch die enge Erschließung beeinträchtigt sehen.
Bürgermeister Reutter möchte mit den Bauherren besprechen, unter welchen Bedingungen eine Überbauung des Grundstücks möglich ist.
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Grünes Licht für Erschließungsmaßnahmen in der Sparwieser Straße
ie Gemeinde überträgt der Kommunalen Wohnbau GmbH Hattenhofen die Erschließungsarbeiten für eine neue Zufahrt im Geltungsbereich des Bebauungsplans „Sparwieser Straße“. Nach Herstellung der Anlagen wird die Gemeinde diese in ihre Unterhaltungs- und Verkehrsicherungspflicht übernehmen. Dies hat der Gemeinderat bei einer Enthaltung beschlossen. Der vor mehreren Jahren erstellte Bebauungsplan weist auf Privatgrundstücken neue Baufenster aus, die bislang nicht erschlossen sind. Im Auftrag und auf Rechnung der Eigentümer hat Verbandsbaumeister Wolfgang Scheiring die Erschließung geplant, diese wird privat durchgeführt. Erst mit der Abnahme der mangelfreien Erschließungsanlagen geht das Eigentum auf die Gemeinde über. Die Maßnahme wird auf zwei Bauabschnitte verteilt, zunächst wird nur der erste Bauabschnitt zur Erschließung zweier Bauplätze vorgenommen. Aufgrund der örtlichen Verhältnisse ist lediglich eine 2,80 m breite Zufahrt mit zusätzlichen Grünstreifen möglich. Dies wurde von mehreren Sprechern kritisiert, nachdem man eine ähnlich enge Erschließung im Bereich der Friedhofstraße zuvor abgelehnt habe. Bürgermeister Reutter und Planer Scheiring konnten darauf verweisen, dass es sich hier im Gegensatz zur privat geplanten Erschließung in der Friedhofstraße um eine Einbahnstraße ohne Begegnungsverkehr und ohne rechten Winkel handle. Gerade größere Fahrzeuge könnten am Ende der Sackgasse über dortigen Schotterrasen wieder ausfahren. Ein Gemeinderat verwies darauf, dass das Müllfahrzeug dort nicht hochfahren müsse, sondern schon bisher im unteren Bereich der Sparwieser Straße die Mülleimer entsorge.
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Gasversorger informiert über Preisentwicklung
Die Energieversorgung Filstal gehört zum Drittel dem günstigsten Gasanbieter in Baden-Württemberg. Über diese Einschätzung des regionalen Energieversorgers informierte Bürgermeister Reutter den Gemeinderat. Die EVF hatte mit einem Brief auf die zahlreichen Anfragen von Gemeinden auf die Energiepreisentwicklung reagiert. Derzeit bezieht die EVF Göppingen ihr Erdgas überwiegend noch von der Gasversorgung Süddeutschland. Dieser Vertrag läuft im September 2007 aus. Den Anstieg der Erdgaspreise der GVS habe die EVF bislang nicht im gleichen Umfang an die Verbraucher weitergegeben, so Geschäftsführer Wolfgang Berge. Berge rechnet mit einer Preissenkung der Gasversorgung Süddeutschland zum April 2007. Im Laufe des Sommers werde man aus heutiger Sicht ein Preisniveau haben, das auf Seiten der EVF wieder Preissenkungen zulasse. Größter Konkurrent im Energiemarkt sei weiterhin das leichte Heizöl. In Ländern ohne Ölpreisbindung sei es allerdings zu sehr viel heftigeren Preisausschlägen des Erdgases nach oben gekommen als in Deutschland. Berge verweist darauf, dass auch regenerative Energien teurer würden. So seien die Preise für Holzpellets um mehr als 50 Prozent gestiegen. Eine ähnliche Entwicklung gebe es bei den Hackschnitzeln.
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