Bericht von der Gemeinderatssitzung
25.11.2008

Kurz berichtet Nächstes Jahr wieder „Hexennacht“ in der Sillerhalle
Wohngebiet „Im Langen Morgen II“: Gemeinderat beschließt Fußweg-Variante
Noch keine Entscheidung zur Schichtwasserableitung
Erneut Debatte über Entwässerung
Gemeinderatswaden erstrampeln Geld für guten Zweck Gemeinde ehrt Blutspender

Kurz berichtet
Von Albtrauf bis Europa: Mit einem freien Mandat für die tags darauf stattfindende Sitzung der Verbandsversammlung Raum Bad Boll stattete der Gemeinderat seine drei Vertreter aus. Unter anderem sollte in der Verbandsversammlung über eine Mitgliedschaft in der Europaunion Deutschland, über das Gewerbegebiet „Wängen“ und über die Landschaftsentwicklung „Albtrauf“ beraten werden.
Antenne bleibt: Im Auftrag des Gemeinderats hatte die Verwaltung der Fa. Telefonica O2 die „Walter-Hütte“ als Alternativstandort für eine Mobilfunkantenne in der Ledergasse angeboten. Der Brief wurde nicht beantwortet. Außer dem TSGV hat O2 keinem anderen örtlichen Verein Mobiltelefone zu günstigen Konditionen angeboten. Darüber berichtete Bürgermeister Jochen Reutter.
Was ist ein Satteldach? Zur Kenntnis nahm der Gemeinderat eine Stellungnahme des Landratsamts zur Satteldachdiskussion um das Gebäude Hauptstraße 12. Die Behörde erläuterte, warum sie das dortige Dach als Satteldach und nicht als Flachdach bewertet hat. Ein Gemeinderat hatte dies im Vorfeld der Baugenehmigung beanstandet und um eine Stellungnahme der Behörde gebeten.
Kontrolle ist besser: Seit 2007 kontrolliert die Verwaltung zusammen mit dem Verbandsbauamt einmal jährlich die Straßenaufgrabungen im öffentlichen Raum. Die Versorgungsträger (Kabel BW, Telekom, Energieversorgung Filstal) reißen rund 30 Mal im Jahr eine Straße oder einen Gehweg in Hattenhofen auf, in der Regel wegen Leitungsstörungen. Darunter sind rund zehn Rohrbrüche. Die Gemeinde überprüft die wiederhergestellte Straßendecke kurz nach der Maßnahme sowie vor Ablauf der fünfjährigen Gewährleistungsfrist.
Mehr Platz: Die Sillerhalle erhält auf Beschluss des Gemeinderats einen Lageranbau mit einer Fläche von 76 Quadratmetern im östlichen Bereich. Den Bauantrag, der mittlerweile dem Landratsamt vorliegt, nahm das Gremium zur Kenntnis.
Let’s putz: Am 7. März 2009 findet die nächste „Kreisputzete“ statt. Der Landkreis bittet die Kommunen, mit Hilfe der Schulen, Kindergärten und örtlichen Vereine an dieser Großaktion teilzunehmen. Die Entsorgungskosten übernimmt der Landkreis, die Gemeinden sollen sich um die Organisation vor Ort kümmern.
Jubiläum statt Dorffest: Wegen der zeitlichen Nähe zum 100-jährigen Feuerwehrjubiläum wird es nächstes Jahr kein Dorffest geben. Dies haben die Vereine, die bislang das Dorffest ausrichteten, mitgeteilt.
Brummi stört: In der Bruckwiesenstraße steht regelmäßig ein LKW mit einem zulässigen Gesamtgewicht über 7,5 Tonnen. Die Verwaltung soll prüfen, ob dies zulässig ist und andernfalls Abhilfe schaffen.
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Nächstes Jahr wieder „Hexennacht“ in der Sillerhalle
Auch nächstes Jahr erhält die Initiative „Fest im Dorf“ am 31. Oktober, dem Reformationstag, die Sillerhalle für ihre Veranstaltung „Hexennacht“. Gleichzeitig begrüßt es die Gemeinde, wenn parallel wieder eine „Churchnight“ stattfindet. Dies hat der Gemeinderat bei einer Enthaltung beschlossen (zwei Gemeinderäte fehlten). Wie schon dieses Jahr gibt es für 2009 zwei Anträge zur Belegung der Sillerhalle: Zusammen mit „Fest im Dorf“ hat sich erneut Georg Gallus senior um den Termin beworben. Er möchte dort eine Vortragsveranstaltung zur Reformation ausrichten. Beide Veranstaltungen dieses Jahr seien sehr gut besucht und ein Erfolg für die Ausrichter gewesen, zog Bürgermeister Jochen Reutter das Resümee vom diesjährigen Reformationstag. Nach Einschätzung der Verwaltung sei dies ein Zeichen dafür, so Reutter, dass die Verantwortlichen mit ihrer Entscheidung richtig gelegen seien, beide Veranstaltungen zu ermöglichen. Ein Gemeinderat teilte die Auffassung des Bürgermeisters, dass es zwei gelungene Veranstaltungen gewesen seien. Er regte jedoch an, die Hexennacht zu verlegen. Dieser Punkt sei mit „Fest im Dorf“ schon im Vorfeld der letzten „Hexennacht“ geklärt worden, so BM Reutter. Die Veranstalter möchten weiterhin am 31. Oktober feiern.
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Wohngebiet „Im Langen Morgen II“: Gemeinderat beschließt Fußweg-Variante
Noch keine Entscheidung zur Schichtwasserableitung

Nach der kontroversen Diskussion in der letzten Sitzung hat der Gemeinderat nun einhellig beschlossen, einen Fußweg in abgespeckter Version vom künftigen Wohngebiet „Langer Morgen II“ als Ausgang in den angrenzenden Streuobstbereich zuzulassen. Am Ende entschied sich das Gremium zwischen zwei von fünf vorgestellten Varianten. Mehrheitlich wurde dabei ein Fußweg mit 1,20 m Breite zum südlichen Grünstreifen beschlossen. Dieser mündet dann in einen unbefestigten geduldeten Trampelpfad, der Richtung Oberdorf oder zur Ledergasse führt. Der geänderte Entwurf des Bebauungsplans wird jetzt nochmals öffentlich ausgelegt.
Fünf Planvarianten hatte der Bebauungsplanverfasser Erich Ernst Kuhn in der Sitzung vorgestellt: Zur bisherigen Planung und der Nullvariante gab es drei Alternativen. Mittlerweile hatten auch Eigentümer aus dem bestehenden Wohngebiet „Langer Morgen I“ dafür plädiert, unbedingt einen Fußweg vom Langen Morgen in den Außenbereich zu ermöglichen. Der Weg diene vor allem Einwohnern, die ohne Auto auf kürzestem Weg ins Oberdorf kommen wollen, beispielsweise um dort einzukaufen. Ein Gemeinderat - der bei der Abstimmung mit der Mehrheit des Gremiums stimmte - hielt ein längeres Plädoyer dafür, die heimischen Arten zu schützen und sich bei der Entscheidung nicht von einzelnen Anliegern beeinflussen zu lassen, sondern für das Allgemeinwohl zu entscheiden. Die Stellungnahme des amtlichen Naturschutzes, der keine Einwendungen gegen den Fußweg hat, empfand der Sprecher als „nicht hilfreich und traurig“. Nach einer Studie über den Zersiedelungsgrad im mittleren Filstal gebe es nur noch zwei zusammenhängende Streuobstgebiete im Landkreis, darunter eines im Voralbgebiet. Keinen Fußweg in den Außenbereich zuzulassen, was in der letzten Sitzung noch von einigen Gemeinderäten gefordert wurde, spielte bei dieser Beratung keine Rolle mehr. Das sei zwar immer noch die beste Variante, so ein Gemeinderat, der für den NABU sprach, man könne aber auch mit einer unbefestigten, verdünnten Variante leben.
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Erneut Debatte über Entwässerung
Eine Drainierung und öffentliche Ableitung des Drainagewassers mit Versickerung auf öffentliche Fläche, die in der letzten Sitzung angeregt worden war, wird es nicht geben. Aufgrund der Tiefe der Drainagen von rund vier Metern würde ein Ausbau mit entsprechenden Zugangssystemen in Form von Schächten erforderlich. Dieses Ableitungssystem würde Kosten im sechsstelligen Bereich verursachen. Dies zeigt eine Untersuchung des Ingenieurbüros Straub aus Donzdorf. Nach der bisherigen Praxis in der Gemeinde und auch nach den einschlägigen DIN-Normen ist ein Anschluss an den Schmutzwasserkanal nicht zulässig. Ein zu hoher Frischwasseranteil beeinträchtigt die Reinigungsleistung der Kläranlage und erhöht die von der Gemeinde zu zahlende Abwasserabgabe. Die künftigen Bauherren im Baugebiet „Langer Morgen II“, die auf eigenes Risiko keine „weiße Wanne“ bauen möchten, haben die Möglichkeit, das in geringen Mengen anfallende Drainagewasser in ihre Zisterne zu pumpen und dort als Brauchwasser einzusetzen. Darauf verwies Diplomingenieur Kuhn. Die Empfehlung, zum Schutz des Gebäudefundaments diese „weiße Wanne“ zu errichten, wird im Bebauungsplan beibehalten. Auf Nachfrage aus dem Gremium konnte Georg Gänzle vom Ingenieurbüro Straub keine Auskunft geben, in welcher Menge das Schichtwasser anfällt. Diese Zahlen sollen nachgeliefert werden. Jedenfalls, so Gänzle, könne man mit dem anfallenden Schichtwasser allein keine WC-Spülung betreiben. Ein Beschluss zur von Bauherren beantragten Einleitung des Schichtwassers in den Mischwasserkanal ist noch nicht gefallen. Nach einer sich anschließenden fachlichen Diskussion zum Thema „Retentionszisternen“ zwischen zwei Gemeinderäten und Planer Kuhn nahm der Gemeinderat den Sachstand zur Kenntnis. Das bisherige Entwässerungskonzept wird nicht geändert. Zusätzlich zum Brauchwasservolumen benötigen die künftigen Bauherren so genannte „Retentionszisternen“, deren Volumen groß genug ist, den Kanal bei Regen zu entlasten und das Dachflächenwasser zwischenzuspeichern.
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Gemeinderatswaden erstrampeln Geld für guten Zweck
210 Euro haben die Gemeinderäte Ilse Schempp, Petra Jäckel und Roland Frech bei der „Tour de Ländle“ erradelt. Für jeden erradelten Kilometer spendierte die EnBW AG einen Euro. Vor der Gemeinderatssitzung übergab EnBW-Vertreter Harald Zimmermann den Scheck an Bürgermeister Jochen Reutter. Das Geld geht an die Grund- und Hauptschule für die Umgestaltung des Schulhofs.

Von links nach rechts: BM Jochen Reutter, Petra Jäckel, Roland Frech und Harald Zimmermann. Es fehlt Ilse Schempp.
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Gemeinde ehrt Blutspender
Drei von sieben zu ehrenden Blutspendern konnte Bürgermeister Jochen Reutter in der Gemeinderatssitzung persönlich danken und zusammen mit Andreas Pfeiffer vom Deutschen Roten Kreuz Anstecknadeln und Urkunden überreichen. Blutspenden sei nicht so dramatisch und spektakulär wie etwa die Rettung eines Ertrinkenden, so Reutter. Diese Hilfe im Stillen und Verborgenen habe dennoch einen ganz besonderen Glanz. Es sei Nächstenliebe und bürgerschaftliches Engagement in bester Prägung. Jeder, der sich gesund fühle und zwischen 18 und 68 Jahre alt sei, könne regelmäßig zum Blutspenden gehen, forderte Reutter die Allgemeinheit zu diesem Dienst auf. Vor allem in den Sommerferien komme es zu Engpässen der Blutversorgung, weil in dieser Zeit die Zahl der Unfälle steige. Den anwesenden Spendern dankte der Bürgermeister für ihr Engagement und hoffte darauf, auch neue Spenderinnen und Spender bei der nächsten Blutspenderehrung begrüßen zu dürfen.
Die Ehrennadel in Gold für zehnmaliges Blutspenden erhielten: Gernold Deuschle, Melanie Häßler, Frank Mohring, Andreas Pfeiffer und Karlheinz Platzer. 50 mal hat Werner Nowotny gespendet und erhielt dafür die Ehrennadel in Gold mit Eichenkranz. Diese empfing auch Peter Scheppner für 75 Blutspenden.

Von links nach rechts: Andreas Pfeiffer, Werner Nowotny, Peter Scheppner, BM Jochen Reutter
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