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Gemeinde Hattenhofen

Hattenhofen im Internet! Für viele noch ein Buch mit sieben Siegeln. Doch nun wird diese geheimnisvolle Welt für uns Bürgerinnen und Bürger aus Hattenhofen plötzlich ganz reale Wirklichkeit. Ahnenforschung war früher eine Angelegenheit, die viel Zeit, Geduld und Mühe forderte.
"Ich versuche zu bestätigen, ob Hattenhofen das Dorf ist, wo mein Ururgroßvater mit seiner Familie gelebt hat. Sein Name war Andrew Kälberer und seine Frau Rosina Hofmann. Die Eltern meines UrUrgroßvaters waren Andrew Kälberer und Anna Maria Jauss."
Im Oktober 1999 schaffte dieser Eintrag eines jungen Amerikaners aus dem US-Bundesstaat Georgia ins virtuelle Gästebuch der Gemeinde Hattenhofen, dass innerhalb kurzer Zeit lebhafte Kontakte zwischen Verwaltung und Jürgen Heim, unserem ehrenamtlichen Betreuer der Homepage im Internet, und dem 29-jährigen Ross Westbrook aus Atlanta entstanden.

Ein Auszug aus dem Familienregister sowie Kopien aus Emil Walters Heimatbuch bekundeten, dass im Jahre1889 Andreas Kälberer und sein Bruder ihr Bündel zur Auswanderung nach Amerika schnürten. In Zeiten größter Hungersnot sollte Amerika "das Land der unbegrenzten Möglichkeiten", ihre Lebensträume erfüllen.

Nun, 111 Jahre später, machte sich sein Ururenkel mit seinem Freund auf zu einer Europareise. Allerdings unter anderen Vorzeichen. Nicht die Armut zwang die jungen Leute, sondern der Wunsch, die Heimat des Vorfahren mütterlicherseits, Andreas Kälberer, kennen zu lernen. Schon in den 80er Jahren hatten amerikanische Verwandte bereits Familie Kälberer im Höfle besucht. Doch der junge Ross Westbrook wollte persönlich ein Bild von der schwäbischen Urheimat verschaffen. Seine direkten Verwandten Ilse Schempp und natürlich Familie Kälberer betreuten den Ahnenforscher und seinen Freund aus der Neuen Welt bestens.

Eine Kutschfahrt vermittelte den beiden Südstaatlern einen Eindruck über den Geburtsort des Andreas Kälberer. Auf dem Rathaus konnte Ross nach Begrüßung durch Bürgermeister Jochen Reutter einen Blick in die Familienregister werfen und die schwäbische Linie seiner Vorfahren nachvollziehen. Noch weiter zurück als die Familienregister reichen noch die Kirchenbücher. Pfarrer Ernst-Dietrich Egerer, überrascht vom schon erstaunlich reich vorhandenen Material der jungen Amerikaner, konnte noch wichtige Daten aus alten Büchern beisteuern. Der Wunsch, das Land seiner Vorväter näher kennen zu lernen, hatte sich für Ross Westbrook erfüllt.

Nach ein paar weiteren Tagen im Schwabenländle wollte er mit seinem Freund Russel Hays die Europareise mit Besuchen in Paris und Prag beenden und dann, bepackt unendlich vielen Eindrücken, die Rückreise über den Großen Teich antreten.