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Gemeinde Hattenhofen

Leuchtturm-Triumph für Voralbgemeinden

Plakat EU-leuchtturmprojekt

EU-Projekt Reststoffverwertung und Mobilität kann starten - "Die Arbeit beginnt jetzt erst"

Großer Tag für die Voralbgemeinden: Sie erhielten gestern den Zuschlag für ein EU-Leuchtturmprojekt zur erneuerbaren Energie und Mobilität. Die gute Nachricht verkündete Minister Köberle auf den Neuen Messe

Jürgen Schäfer

Bad Boll/Stuttgart. Die Unsicherheit ist vorbei - die Voralbgemeinden haben es geschafft. "Ein solles Gefühl", strahlte der Dürnauer Bürgermeister Friedrich Buchmaier, einer der Väter des Projekts. Anderthalb Jahre lang haben die zehn Gemeinden von Schlat bis Schlierbach an einem Konzept zur energetischen Verwerung von Grünschnitt, Restholz und landwirtschaftlichen REststoffen getüftelt, begleitet von der Evangelischen Akademie Bad Boll und Fachbüros. jetzt können sie durchstarten. "Der Aufwand hat sich gelohnt", resümierte Jobst Kraus von der Akademie Bad Boll erleichtert. Und merkte an: "Das war wahnsinnig viel Arbeit"

Ganz besondere Ideen für die Zukunft der Kommunen waren gefragt. Dies stellte Landwirtschaftsminister Rudolf Köberle bei der Vergabe der Leuchtturmprojekte fest. Neuen Konzepte wurden prämiert, 13 schieden in zwei Runden aus. Ursprünglich gingen 61 Kommunen ins Rennen. "Schon eine besondere Sache, wenn so ein Wettbewerb auf euroäischer Ebene gestarte wird und auf kommunaler Ebene lander", kommentierte der Verbandsvorsitzende des Raums Bad Boll, Hattenhofens Bürgermeister Jochen Reutter. "Darauf sind wir ein Stück weit stolz". "In der Tat ist schon etwas Besonderes geschafft", bekräftigte sein Bad Boller Amtskollege Hans-Rudi Bührle. Der Gammelhäuser Schulter Hans-Peter Zaunseder zeigt sich vom Zuschlagnicht überrascht: "Ich habe das erwartet, weil unser Konzept schlüssig ist."

Ein großes Kompliment gab's von Landrat Edgar Wolff, der vor Ort war und das Voralb-Projekt weiterhin unterstützen will. "Es ist ein Leuchtturm, der weit ins Land hinausstrahlt, eine Riesenleistung von Kommunen des Landkreises", lobt er. "Es zeigt, daß wir zu den innovativen Regionen gehören und ind den Zukunftsthemen Klimaschutz und Bio-Mobilität vorne dabei sind. Der Landkreis ist wettbewerbsfähig."

Das Stichwort Bio-Mobilität - Fahrzeugantrieb mit Biogas - soll sogar auf Landkreisebene einfließen. Kreisverkehrsplaner Jörg-Michael Wienecke will beim neuen Nahverkehrsplan berücksichtigen, was die Voralbgemeinden vorhaben: Einen Bürgerbus mit Biogas zu betreiben, das in einer Biogasanlage erzeugt wird. Konstanze Schönthaler vom Fachbüro Bosch&Partner, das das Projekt begleitet, gibt dieser Idee wenig Chancen. "Man müßte das Biogas aufbereiten, und dafür ist die Biogasmenge aus der Anlage zu gering."

Das ist nicht die einzige ungelöste Frage, vor der die EU-Leuchtturmgemeinde jetzt stehen. Sie wissen das auch. "Viel Arbeit liegt vor uns", konstatiert der Heininger Schultes Norbert Aufrecht. Als erstes müsse der Standort für die Biogasanlage geklärt werden, eine Logistik von getrennterRestholz- und Grünabfall-Anlieferung muß aufgebaut werden, die bei den Wertstoffhöfen beginnt und alle Mithilfe der Bevölkerung braucht. Nicht zuletzt müssen die Gemeinden investieren - voraussichtlich 1,5 Millionen zu den erwarteten zwei Millionen von der EU.

Aber: Bemerkenswertes ist erreicht, sagen die Bürgermeister unisono. Es sei beeindruckend, dass zehn Gemeinden an einem Strang gezogen undtrotz schwieriger Zeiten den Schulterschluss für ein Projekt vollzogen haben, das Chancen und auch Hürden bringe. Der Schlierbacher Schultes Paul Schmid: "Das ist auch die Zukunft, maß man über Verwaltungsgemeinschaften und Grenzen hinaus handelt.

Artikel von Jürgen Schäfer vom Mittwoch, 19. Mai 2010 NWZ, Göppingen

 

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