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Gemeinde Hattenhofen

Auswertung der Bürgerumfrage

Lob und Tadel, Zufriedenheit überwiegt

Die Teilnehmer an der Bürgerumfrage vom Oktober 2010 beurteilen ihre Gemeinde mit einer "Zwei Minus". Dies ergibt die Auswertung der Fragebögen. Das detaillierte Ergebnis stellte Bürgermeister Jochen Reutter vor gut 20 Zuhörerinnen und Zuhörern im Mehrzweckraum der Sillerhalle vor. Die Gestaltung der Power-Point-Präsentation hatte Eberhard Demuth übernommen. „Was gefällt Ihnen an Hattenhofen besonders gut, was nicht so gut? Wie sollte sich Hattenhofen in Zukunft weiterentwickeln? Haben Sie konkrete Vorschläge? Wie beurteilen Sie die Gemeinde hinsichtlich bestimmter Kriterien, wie wichtig sind Ihnen diese Kriterien? Benoten Sie die Gemeinde in verschiedenen Eigenschaften“. Dies waren die Fragen an alle 1.315 Haushalte im Ort. Bürgermeister Reutter geht davon aus, dass dies die erste Umfrage dieser Art im Landkreis Göppingen war. Der Rücklauf lag bei 220 Bögen, knapp 17 Prozent. Dies deckt sich mit der Quote einer Bürgerbefragung in Grafenberg. Diese Gemeinde im Landkreis Reutlingen entspricht von der Gemeindegröße und –struktur etwa der Gemeinde Hattenhofen.

 

Infrastruktur, Wegenetz und Naturschutz erhalten gute Noten

Von den 220 Teilnehmern hatten rund ein Viertel die Bögen anonym abgegeben, der Großteil hatte Namen und Adresse angegeben. Unter diesen wurden dann auch fünf Preise verlost (siehe extra Artikel). Die Auswertung der Fragebögen hatte Bürgermeister Jochen Reutter zusammen mit seiner Familie übernommen.

Mehr als die Hälfte der Teilnehmer, rund 55 Prozent, waren 66 Jahre und älter. Frauen und Männer nahmen etwa je zur Hälfte teil. Bei der Wichtigkeit der Kriterien kristallisierte sich als Kernthema die Infrastruktur heraus: Wohnsituation, Einkaufsmöglichkeiten am Ort, medizinische Angebote und der öffentliche Personennahverkehr waren die Spitzenreiter. Eine wichtige Rolle spielen zudem der Naturschutz, Kindergarten und Grundschule und das Erscheinungsbild der Gemeinde. Themen wie Tourismus, Mietpreise oder Bauplätze spielten keine oder eine geringe Rolle. Die besten Noten erhielt die Gemeinde bei den Kriterien Erscheinungsbild, Wohnsituation, Einkaufsmöglichkeiten, Naturschutz und seniorengerechte Angebote. Besonders gut gefielen auch das gute Wegenetz, die zentrale Infrastruktur in der Ortsmitte und die Sicherheit der dörflichen Struktur mit hohem Erholungswert. Die Freizeitangebote durch Vereine und Kirchen, das Sportangebot und die verschiedenen Feste und Veranstaltungen wurden ebenfalls gelobt. Die „bürgernahe und freundliche Verwaltung“ erhielt gute Noten, ebenso die Weihnachtsdekoration in der Ortsmitte.

 

Größtes Ärgernis: Durchgangsverkehr und schlechte Busverbindungen

Freilich gibt es auch Themen, die von einer Reihe Teilnehmern schlecht bewertet wurden. Die zentralen Themen sind hier der Durchgangsverkehr und der ÖPNV. Der Verkehrslärm in der Ortsdurchfahrt, vor allem durch Lastwagen sowie das Nichtbeachten der jeweiligen Geschwindigkeitsbegrenzungen wurde am meisten kritisiert. Die schlechten Busverbindungen nach Kirchheim und Göppingen sowie am Wochenende nach Uhingen und Richtung Weilheim waren ein häufig geäußerter Kritikpunkt. Weitere Kritikpunkte waren verschmutzte Feldwege sowie die Kopfsteinpflaster in der Ortsmitte. Ein kleiner Teil der Teilnehmer kritisierte den ihrer Meinung nach mangelnden Winterdienst der Gemeinde. Die Dauerthemen Hundekot und Leinenpflicht wurden ebenfalls in der Umfrage genannt. Rund zehn Prozent der Teilnehmer wünschen sich mehr Angebote für Jugendliche. Zwei Bürger beschwerten sich über „Vetternwirtschaft im Gemeinderat und alte Seilschaften“.

 

Chefsache: Verkehr und Jugendarbeit

Für die Zukunft war es den Teilnehmern am wichtigsten, den ländlichen Charakter der Gemeinde mit den Grünflächen sowie die vorhandene Infrastruktur und die Arbeitsplätze zu erhalten.

Anhand verschiedener Kriterien konnten die Teilnehmer ihr Bild von Hattenhofen mit den Schulnoten von eins bis sechs bewerten. In den Bereichen modern/aufstrebend und vielseitig lagen die Noten am schlechtesten, im Schnitt bei 2,7. Die besten Noten mit jeweils 2,0 erhielten die Kriterien sicher, familienfreundlich, sympathisch und umweltfreundlich. Insgesamt erhielt die Gemeinde bei dieser Umfrage einen Notendurchschnitt von 2,3. Diesen möchte Bürgermeister Jochen Reutter nicht nur halten, sondern auch weiter verbessern.

Die Arbeit habe sich gelohnt, so Reutters Fazit. Er wolle nun im Gemeinderat die angeregten Themen nach und nach abarbeiten und entscheiden lassen. Freilich könne man nicht alle Wünsche, die auch zum Teil zwischen den Teilnehmern gegensätzlich sind, erfüllen. Zur Chefsache erklärte Reutter auf Nachfrage der NWZ die Themen Verkehr und Jugendarbeit. Außerdem wolle er kleinere Vorschläge wie zum Beispiel ein Kneippbecken beim Sauerbrunnen oder eine kostenlose Mitnahme älterer Mitbürger im Busverkehr innerhalb des Ortes aufgreifen.

 

Einwohner auf dem Laufenden halten

Um die Einwohner über den jeweiligen Stand zu informieren, möchte Bürgermeister Reutter, einen Vorschlag aus den Besuchern aufgreifend, eine Kolumne im Mitteilungsblatt einrichten. Dort werde die Verwaltung mitteilen, was verbessert werden konnte und was man leider nicht verbessern könne.

Die komplette Auswertung der Bürgerumfrage kann in Papierform auf dem Rathaus (Zimmer 4) eingesehen oder mitgenommen werden oder hier downgeloadet werden.