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Gemeinde Hattenhofen

Bruthilfe für Schwalben

Ein Nest für Schwalben aus Gips 

Verein Lebensgemeinschaft Streuobstwiese bietet Baukurs für Nisthilfen

HATTENHOFEN.Mit ihren Flugkunststücken beleben die Mauersegler das Dorfleben ungemein. Damit das auch in Zukunft so bleiben kann, hat der Verein Lebensgemeinschaft Streuobstwiese die Bewohner der Voralbgemeinden im Kreis Göppingen in den Nisthilfenbau eingeweiht.
Von Corinna Meinke, Stz

Jedes Kind kennt die Schwalbennester, die an alten Häusern am Dachtrauf kleben. Der Lehm, aus dem sie gebaut sind, wird immer knapper. Drainierte Wiesen und verdolte Bäche machen es den Schwalbeneltern häufig schwer, den Baustoff für die Kinderstube ihrer Brut in der Umgebung der Dörfer zu finden. Mit von Menschenhand gefertigten Nisthilfen will der Verein Lebensgemeinschaft Streuobstwiese mit Sitz in Hattenhofen Mehlschwalben und Mauerseglern die Brutzeit erleichtern.

Die Teilnehmer lernten, wie man eine Masse aus Stuckgips und Sägespänen in die richtige Form bringt. Die künstlichen Nester wurden auf Brettern angebracht und können jetzt an der Hausfassade plaziert werden. Auf diese Weise entsteht das Nest der heimischen Mehlschwalbe. Seit zwei Jahren kooperiert der Verein eng mit dem Naturschutzzentrum Schopflocher Alb. So wurde auch dieser Kurs gemeinsam veranstaltet, der dich an Bauhofmitarbeiter der Kommunen und Leiter von Umweltschutzgruppen wandte.

Etwas andere Bedürfnisse sind für den Mauersegler typisch. Nach den Worten des Hattenhofener Ornithologen Bruno Ullrich, der den Kurs mitorganisiert hatte, sind die Mauersegler typische Höhlenbrüter. Sie suchen sich ihren Platz am liebsten in Hochbauten mit weitem Rundblick, wie zum Beispiel den Kirchturm in Zell am Aichelberg.

Auch für dieses Nistbedürfnis bot der Kurs eine Bauanleitung, und zwar für längliche Kästen, die mit einem schmalen Schlitz als Zugang ausgestattet sein müssen.
Für bereits bestehende Schwalbennester hat der Ornithologe auch noch einen bemerkenswerten Tip parat: Sie sollten erhalten aber nicht von Menschen gesäubert werden, denn jedes Schwalbenpaar erledigt den Frühjahrsputz seines Nestes zu Beginn der Brutzeit selbst.
Der Verein Lebensgemeinschaft Streuobstwiese hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Streuobstwiesen im Albvorland zu schützen und sie als Lebensraum für Vögel, Insekten und Pflanzenwelt intakt zu halten. Der Bau der Nisthilfen war in diesem Jahr Programmauftakt, wenn im Mai die Steinkauzfamilien brüten, wird ein Kurs für Kinder angeboten werden, in dem sie sich kreativ beim Modellieren in einer Töpferei mit den Tieren auseinandersetzen können.

(1999)